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Rote Bank als auffälliges Symbol

Internationaler Tag „Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen“

Die Rote Bank am Landratsamt eingeweiht haben am 25. November (von links) Judith Kolbe, Leiterin des Kreis-Büros für Frauen und Chancengleichheit, Landrat Thomas Will und Regina Plettrichs, Leiterin des Fachbereichs Steuerung. Die Bank ist fest installiert und mit einem Infoschild versehen. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU –  Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ist ein am 25. November jährlich stattfindender Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form an Frauen und Mädchen. Denn Gewalt gegen Frauen ist noch immer alltäglich und für die meisten Opfer, aber auch in deren Umfeld ein Tabuthema. Im Rahmen des Aktions- und Gedenktages finden international thematische Veranstaltungen zur Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen statt.

Geschichtlicher Hintergrund für die Initiierung des Aktionstages war der Fall der Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 vom Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet wurden.

Zum 25. November stellen die Frauenbeauftragten des Kreises Groß-Gerau an öffentlichkeitswirksamen Orten im Kreisgebiet rote Stühle oder Bänke zusammen mit rot angesprühten Schuhen davor auf. Der freie Platz symbolisiert einerseits die Unsichtbarkeit von gewaltbetroffenen Frauen in der Gesellschaft und soll sie durch die Symbolfarbe sichtbar machen und in die Öffentlichkeit bringen - denn die Gewalt ist für die Gesellschaft oft nicht sichtbar und spielt sich hinter geschlossenen Türen ab. Andererseits steht der freie Platz für Frauen, die durch Femizid zu Tode kamen, symbolisiert durch die Schuhe, in denen sie in einer Welt ohne Gewalt gegen Frauen noch laufen würden.

Inspiriert wurde die Aktion durch das italienische Projekt „La Panchina Rossa“ („Die Rote Bank“). Hierbei sollen Bänke für das Thema geschlechtsspezifische Gewalt sensibilisieren. Mittlerweile gibt es einige Bänke auch in Deutschland (Freiburg, Potsdam, Speyer) und nun auch am Landratsamt Groß-Gerau, in Rüsselsheim am Main, in Büttelborn und Riedstadt.

Im Jahr 2020 wurden der Polizeidirektion Groß-Gerau 420 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet. Viele der Opfer finden in der Frauenberatungsstelle von Frauen helfen Frauen e.V. Beratung oder im Frauenhaus Schutz. Außerdem hat der Kreis im vergangenen Jahr eine Immobilie erworben, die umgebaut im Jahr 2023 als zweites Frauenhaus im Kreis eröffnet werden soll, um so den Schutz von Frauen weiter zu verstärken.

Die Zahlen in der Beratungsstelle steigen immer weiter an – wohl auch aufgrund der guten Zusammenarbeit im Kreis Groß-Gerau: Es ist davon auszugehen, dass durch das bestehende Netzwerk mehr Fälle vom Dunkel- ins Hellfeld kommen.

Das Netzwerk gegen Gewalt besteht im Kreis Groß-Gerau seit mehr als 15 Jahren und ist ein Zusammenschluss u.a. von Polizei, Justiz, Frauen- und Männerberatung, Jugendamt und Büro für Frauen und Chancengleichheit. Es dient der Unterstützung und Vernetzung einzelner Stellen. Die Hilfesysteme werden aufeinander abgestimmt, so dass eine hohe Qualität der Beratungsarbeit gesichert wird und Opfern von Gewalt adäquat geholfen werden kann.

 

Weitere Aktionen zum 25. November im Kreis Groß-Gerau:

Stadt Mörfelden-Walldorf: In der KW 47 wehen von Montag bis Sonntag an den Rathäusern in beiden Stadtteilen die Antigewaltfahnen. Am 25.11.2021 zeigt das Lichtblick Kino in Walldorf den Film „Woman“ - eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Evangelischen Zentrum für Interkulturelle Bildung (EZIB), dem Integrationsbüro, dem Frauen- und Gleichstellungsbüro Mitveranstalter*innen und dem Kino. Außerdem sind die Veranstalterinnen von 14 bis 16 Uhr mit einem Informationsstand auf dem Wochenmarkt am Walldorfer Rathaus präsent. Neben Informationsmaterialien werden kleine Signalpfeifen verteilt, um im Notfall Menschen auf sich aufmerksam machen zu können. Am 27. November befindet sich der Aktionsstand von 10 bis 12 Uhr noch einmal auf dem Wochenmarkt.

Stadt Rüsselsheim am Main: Am 25.11.2021 werden gegen 12 Uhr am Bahnhofsvorplatz ein, zwei Bänke rot angestrichen. Dazu werden rote Schuhe aufgestellt und es wird ein Kranz in Gedenken an die bisherigen Opfer niedergelegt. Beteiligt hieran sind der Oberbürgermeister und das Rüsselsheimer Kooperationsmodell.

Stadt Groß-Gerau: Am 25.11.2021 werden die internen Frauenbeauftragten der Stadt in Kooperation mit Frauen helfen Frauen an der Rote Bank-Aktion teilnehmen. Von 11 bis 14 Uhr wird diese Aktion am Sandböhl sein.

Stadt Riedstadt: Am 25.11. gibt es einen Pressetermin mit Bürgermeister und der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Jennifer Muth am Richthofenplatz in Erfelden. Es werden rote Damenschuhe in einem Baum hängen. Am 26.11.2021 findet ein Spaziergang über den Kühkopf, mit Frauen aus der Riedstadt, statt. Die Veranstaltung dient zum Austausch, Gespräch und Netzwerken. Außerdem ist eine Veranstaltung mit der Vorstellung des Weißen Ringes geplant.

Gemeinde Trebur: Am 25.11.2021 um 11 Uhr weiht Bürgermeister Jochen Engel gemeinsam mit den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Anette Welp und Astrid Plahuta die Rote Bank in Trebur, Hauptstraße – gegenüber der DRK Sozialstation – ein.

Gemeinde Büttelborn: Die Gemeinde Büttelborn wird am 25.11.2021 eine Rote Bank vor dem Rathaus einweihen. Hierzu gibt es einen Infostand zum Thema Gewalt an Frauen in der Zeit von 10 bis 14 Uhr. Außerdem wird die Gemeindeverwaltung in der Nacht vom 25.11. auf den 26.11.2021 mit der Farbe Orange beleuchtet. An dieser Aktion sind die Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde und die Frauenkommission Büttelborn beteiligt.

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