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Rettungsgasse bilden und frei halten:

Alle müssen im Notfall mitmachen

KREIS GROSS-GERAU – Aktuelle Einsätze der vergangenen Tage haben gezeigt, dass das Thema „Rettungsgasse“ noch nicht überall angekommen ist, geschweige denn richtig funktioniert. Darauf weist Kreisbrandinspektor Friedrich Schmidt hin.

Die Rettungsgasse ist zwingend immer zu bilden, wenn es auf Autobahnen und mehrspurigen Bundestraßen zu einem Stau oder auch nur zu zähfließendem Verkehr kommt. Dabei müssen alle Verkehrsteilnehmer zwingend darauf achten, dass alle Fahrzeuge, die auf der linken Spur sind, auch ganz links stehen oder fahren. Alle anderen Fahrzeuge müssen so weit wie möglich nach rechts fahren oder rechts stehen. Günstig ist es immer, genügend Platz zum vorausfahrenden oder vor einem stehenden Fahrzeug zu haben, um noch nach links oder ganz nach rechts rangieren zu können.

Es ist aber elementar, dass alle mitmachen, denn die Rettungsgassen funktionieren nur, wenn alle Verkehrsteilnehmer diese Regelung beachten!

Ist die Rettungsgasse gebildet, muss sie auch frei bleiben, bis der Verkehr wieder normal läuft. Leider war zuletzt, zum Beispiel bei einem Rettungseinsatz auf der Autobahn 5, festzustellen, dass, nachdem ein Fahrzeug von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst durch die Rettungsgasse gefahren ist, die Verkehrsteilnehmer diese wieder zustellen. Die Rettungsgasse muss aber immer offen bleiben, damit Hilfskräfte möglichst schnell zum Unfallort kommen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Rettungsdiensts und der Polizei fahren von verschiedenen Standorten die Unfallstelle an. Dadurch befahren die Einsatzfahrzeuge in unterschiedlichen Zeitabständen die Rettungsgasse, betont Friedrich Schmidt.

Die Gefahrenabwehr des Kreises Groß-Gerau appelliert nochmals an alle Autofahrer, den Einsatzkräften freie Bahn zu schaffen und auch die Rettungsgasse nicht als Möglichkeit zu sehen, die anderen Verkehrsteilnehmer zu überholen. Sie sollten auch nicht verständnislos reagieren, wenn andere Kfz-Lenker plötzlich weit nach links und alle anderen weit nach rechts fahren: Dann wird nämlich die lebensrettende Gasse gebildet und nicht eine Fahrspur zur schnellen Fahrt eröffnet.

Für Fahrten in der Stadt oder über Land gelten die Regeln analog, wobei es dann Besonderheiten gibt. Viele Autofahrer verhalten sich falsch, wenn im Rückspiegel plötzlich Blaulichter auftauchen. Die häufigste Fehlreaktion ist das unvermittelte Abbremsen mitten auf der Fahrbahn. Damit riskiert man nicht nur einen Auffahrunfall mit anderen Fahrzeugen, sondern es wird auch das Einsatzfahrzeug behindert. Daher gilt: Rechts an den Fahrbahnrand fahren und dies auch durch Blinken anzeigen.

Wenn man ein Fahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn hört oder sieht, ist sofort freie Bahn zu schaffen. Hierzu zählen insbesondere folgende Punkte: Geschwindigkeit reduzieren; feststellen, aus welcher Richtung das Einsatzfahrzeug kommt;  beim Anhalten das Fahrzeug parallel zur Fahrtrichtung stellen, denn dadurch braucht es am wenigsten Platz; wenn möglich, zum Rangieren eine Fahrzeuglänge Platz zum vorderen Fahrzeug lassen; den Blinker setzen, um Verkehrsteilnehmern und Rettungsfahrzeugen mitzuteilen, wohin man ausweicht.

An Ampelkreuzungen sollte man in Schrittgeschwindigkeit über die rote Ampel in die Kreuzung einrollen, damit hinten Platz geschaffen wird. Dabei muss aber extrem vorsichtig agiert werden. Auch bei entgegenkommenden Einsatzfahrzeugen muss an den rechten Rand der Fahrbahn ausgewichen werden. Vor der Weiterfahrt gilt: auf eventuell noch folgende Einsatzfahrzeuge achten.

Wenn diese Punkte berücksichtigt werden, kommt die schnelle Hilfe von Feuerwehr und Rettungsdienst auch an.

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