Nachrichten_Einzelansicht

Partnerstadt Masatepe: Hart von Corona getroffen – Spendenaufruf

In Nicaragua ist Covid19 mit all seinen Schrecken in vollem Umfang ausgebrochen. Dies berichtet der Partnerschaftsverein Kreis Groß-Gerau - Masatepe/Nicaragua in einer Mitteilung. Besonders betroffen sei auch die Partnerstadt des Kreises Groß-Gerau, die Stadt Masatepe. Allein unter dem fünfköpfigen Vorstand des dortigen Partnerschaftsvereins, der Asociadión de Amistad, gab es zwei an Corona erkrankte Mitglieder. Eines davon, der ehemalige Bürgermeister und Begründer der Partnerschaft, Carlos Mercado, ist vor wenigen Tagen daran im Alter von 72 Jahren verstorben. Sein Bruder verstarb kurz zuvor ebenfalls an Corona.   

„Offizielle Zahlen über Erkrankte und Verstorbene gibt es weder in Masatepe noch in Nicaragua insgesamt. Wir wissen aber von mehreren Todesfällen und noch mehr Erkrankungen durch Covid19 allein im engeren Umfeld der Asociación. In Masatepe insgesamt dürften die Zahlen erschreckend hoch sein“, berichtet Heiner Friedrich, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins. Die Verstorbenen werden jeweils rasch in den frühen Morgenstunden beerdigt. Die Krankenhäuser sind überfüllt. Viele Menschen haben Angst und sehen sich verzweifelt und hilflos dieser Pandemie-Lawine gegenüber. 

Leider habe die nicaraguanische Regierung die Pandemie nicht ernst genommen, Regierungschef Daniel Ortega hat sie zu Anfang als vergleichbar mit einer Grippe abgetan. Sicherlich hat auch die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen eines Lockdown eine Rolle gespielt, denn es gibt keinerlei staatliche Hilfen oder Kurzarbeitergeld oder Vergleichbares. So gibt es außer Desinfektionskampagnen kaum Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.

Schulen sind weiter geöffnet, das Leben soll normal weiterlaufen. Staatsangestellte sind verpflichtet, weiter zur Arbeit zu kommen. Anfangs wurde dem Krankenhaus-personal sogar das Tragen von Schutzmasken verboten mit der Begründung, man wolle keine Hysterie erzeugen. Demonstrativ werden öffentliche Massen-kundgebungen, Aufmärsche und Feste durchgeführt. 

Viele Menschen versuchen, soweit sie können, sich selbst durch das Tragen von Masken und die Wahrung von Distanz zu schützen. Der Erfolg ist begrenzt, da wiederum viele sich nicht daran halten. Auch wirtschaftliche Folgen sind zunehmend spürbar. Ein Teil der „Zonas francas“, Produktionsstätten ausländischer Firmen, die um Masatepe herum Tausende von Billig-Arbeitsplätze bieten, sind geschlossen. Das Gleiche gilt für viele Geschäfte, Restaurants und Handwerksbetriebe zur Möbelherstellung, ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Partnerstadt. Es gibt derzeit keine Kunden. Die Arbeitslosigkeit steigt dadurch rasant, Familien-Einkommen brechen weg, finanzielle Ressourcen gibt es kaum, staatliche Hilfen noch weniger. Es ist blanke Not und Verzweiflung, die sich immer mehr ausbreitet. 

„Unsere Solidarität gilt den Menschen in Masatepe, die Opfer dieser Pandemie und einer verfehlten Regierungspolitik geworden sind. Uns erreichen immer mehr Hilfeersuchen verzweifelter Menschen: für Desinfektionsmittel und andere Hilfen zur Prävention, aber auch für direkte Unterstützung bei existenzieller Not. Deshalb rufen wir nochmals zu Spenden für die Menschen in unserer Partnerstadt Masatepe auf“, so Heiner Friedrich.

Der Spendenaufruf vor rund sechs Wochen hat Spenden von 1.210 Euro erbracht, die in Seife, Material für Masken und Desinfektionsmittel investiert wurden und bereits sehr hilfreich waren. „Die Dankbarkeit in Masatepe dafür war sehr groß. Wir hoffen, mit diesem Aufruf weiterhelfen und zumindest die schlimmste Not etwas lindern zu können. Gerade in dieser Krisensituation ist der Blick über Grenzen, die Solidarität gegenüber den besonders betroffenen Menschen in unserer Partnerstadt wichtig“, so der Partnerschaftsverein. 

Wer helfen möchte: Kreissparkasse Groß-Gerau, IBAN: DE84508525530010005262 oder Volksbank Südhessen, IBAN: DE83508900000027252702. Auch kleine Beträge können Not lindern, Spenden sind steuerlich absetzbar. Weitere Informationen: www.masatepe.de.

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de