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Orientierung bei der Energiewende

Kreis kürt bei „Energie im Focus“ Preisträger des Energiewettbewerbs

Preiswürdig: Bild zeigt von links: Reinhard Winter (Preisträger); Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer; Robert Beisel (Preisträger); Hans Dieter Scherer-Gerbig (Jury); Timo Hack (Preisträger); Matthias Schweitzer (Jury); Rainer Müller (Preisträger); Holger Meyer (Preisträger); Sabine Roth (Jury); Elisabeth Straßer (Fachbereichsleitung Wirtschaft und Energie Kreis Groß-Gerau); Janika Collatz (Jury). Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Der Kreis Groß-Gerau hat bei der Veranstaltung „Energie im Focus“ die Preise des 7. Energiewettbewerbs verliehen. Dabei referierten Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sowie Prof. Dr. Michael Braungart von der Leuphana-Universität Lüneburg. Die rund 100 Gäste hatten sich im Georg-Büchner-Saal unter der Überschrift „Effizienz – Effektivität. Energiewende neu denken“ zu einem Informationsaustausch über die gesellschaftliche Verantwortung für Energiewende und Klimaschutz getroffen.  

„Energiewende bedeutet: Die Zivilgesellschaft handelt“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer bei seiner Begrüßung. „Die Politik kann zwar die Ziele vorgeben, aber umgesetzt werden müssen sie in den Haushalten und Unternehmen vor Ort.“ Die Themen seien keinen Selbstläufer, Best-Practice-Beispiele geben hier wertvolle Orientierung: Der Energie-Wettbewerb leiste dazu ebenfalls einen Beitrag, so Astheimer: „Der Wettbewerb zeigt, wie engagierte Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen im Kreis vorangehen.“  

Den ersten Platz in der Kategorie Privathaushalte vergab die Fachjury an Holger Meyer, der in zwei Häusern eine in die Jahre gekommene Heizungsanlage gegen eine moderne Brennstoffzelle ersetzt hat und ein weiteres Haus entkernt und energetisch saniert hat. Auf allen Dächern wurden PV-Anlagen installiert. Holger Meyer hat zudem die Fassade gedämmt und moderne Infrarot-Heizungen installiert. Dafür wurde er mit 1300 Euro Preisgeld belohnt. Der zweite Sieger heißt Rainer Müller aus Riedstadt (Preisgeld 1200 Euro). Auch er sanierte das Haus energetisch. Der Jury gefiel besonders die hohe Affinität zum Thema Smart Home – Rainer Müller und seine Frau haben zum Beispiel eine automatische Verbrauchsüberwachung und –regelung installiert.     

Dritter Sieger ist Robert Beisel aus Rüsselsheim (Preisgeld 1100 Euro). Seit 1980 lebt er in seinem selbst geplanten Haus, wo er eine PV- und eine Solarthermie-Anlage installiert und nicht zuletzt die Außenwände gedämmt hat. Dass er bereits in den 1980er Jahren mit den Maßnahmen begonnen hat und dadurch eine hohe Autarkie erreichte, imponierte der Jury besonders. Der Sonderpreis Privathaushalte geht an Reinhard Winter aus Trebur (Preisgeld 400 Euro). Der Architekt und „Tüftler“ Winter hat das eigene Haus zum Experimentierfeld gemacht und zwar mit Investitionen in Höhe von 0 Euro. Herr Winter studierte seinen Brennwertkessel und hat die Einstellungen seines Kessels sowie die Lage seines Außenfühlers optimiert.  

Preisträger in der Kategorie Unternehmen ist die Horst Hack GmbH in Nauheim (Preisgeld 1.000 Euro). Das familiengeführte Unternehmen hat einen ehemaligen Supermarkt zu einem energiesparenden Betrieb mit Ausstellungsgebäude umgebaut. Hierzu hat das Unternehmen vom Fach die Energieversorgung von Öl auf ein Gas-Blockheizkraftwerk umgestellt, das komplette Gebäude gedämmt und eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut. Hinzu kommen Maßnahmen im Strombereich: Die alte Beleuchtung wurde demontiert und durch moderne LED-Technik ersetzt.  

Darüber hinaus hat die Horst Hack GmbH eine Photovoltaik-Anlage in Kombination mit einem Batteriespeicher und zwei Ladesäulen für Elektroautos installiert. Die Kunden des Unternehmens können somit kostenlos Strom tanken und die Horst Hack GmbH ist bereits heute elektrisch unterwegs.  

Neben der Preisverleihung sorgten die Vorträge von Claudia Kemfert sowie Michael Braungart für viel Aufmerksamkeit. Dass die Gesellschaft in den Bereichen Verkehr, Gebäude und Stromerzeugung umsteuern müsse, machte Kemfert in ihrem detailreichen und mit vielen Charts umrahmten Vortrag deutlich. Braungart wiederum stellte sein „Cradle-to-Cradle-Konzept“ vor, das für geschlossene Ressourcen-Kreisläufe steht. Dabei orientiert sich Braungart an der Natur – denn biologische Kreisläufe lassen keinen Abfall zurück.    

Die Videos der Energiepreis-Träger sind im Internet unter https://www.youtube.com/user/kreisgg abrufbar. In der Fachjury waren: Janika Collatz (Hessische Landes-Energie-Agentur, Wiesbaden); Bettina Krauss (Kreisvolkshochschule

Groß-Gerau); Sabine Roth (Verbraucherzentrale Hessen, Beratungsstelle Rüsselsheim/Groß-Gerau); Hans Dieter Scherer-Gerbig (freier Energieberater, Bischofsheim), Matthias Schweitzer (Stadtwerke Rüsselsheim), Paul Weber (Stadtwerke Groß-Gerau Versorgungs-GmbH) und Luca Tarara (Überlandwerk Groß-Gerau).     

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