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Ohne Plastik geht’s auch

KVHS und BUND diskutieren Strategien gegen Verpackungsflut

KREIS GROSS-GERAU – Eins, zwei drei – plastikfrei: Rund 40 Tage vor Ostern beginnt alljährlich die Fastenzeit. Die Kreisvolkshochschule Groß-Gerau (KVHS) nimmt dabei diese Phase der Einkehr, der Besinnung und des Verzichts zum Anlass, sich der vermehrten Umweltbelastung ganz praktisch zu widmen. Gemeinsam mit dem BUND Kreisverband Groß-Gerau und dem BUND Landesverband Hessen werden Teilnehmende im Rahmen des Crashkurses „Plastikfasten“ (Kurs-Nr.: D-GG11068) an drei Abenden auf ein mögliches Leben ohne Plastik vorbereitet und über plastikfreie Lebensführung informiert. 

Beim ersten Kursabend am Montag, den 10. Februar 2020, unter dem Titel „Raus aus dem Plastikwahn – Gegen Rohstoffverschwendung und Klimabelastung!“ widmen sich Teilnehmende kompakt dem PPP, dem Polyparaphenylen, einem der bekanntesten Kunststoffe. Referent Michael Rothkegel, Landesgeschäftsführer des BUND, geht dabei auf die Geschichte des Materials, den Fluch und Segen der Nutzung, die Verbreitung von Plastik im Allgemein, die Verbindungen von Plastik und Klima, Fragen der Ökonomie, bestehende Abfallprobleme und mögliche alternative Perspektiven ein.  

Kern des zweiten Abends mit dem Titel „Wie kann ich Plastik in Mode und Sport-Textilien erkennen und vermeiden?“ am Mittwoch, den 12. Februar 2020, ist das faire und nachhaltige Einkaufen von Mode und Textilien. Ein Großteil der preiswerten Modekollektionen besteht aus Kunststoffen, also Plastik (z.B. Polyester, Elastan, Polyamid). Billigmode wird unter Einsatz hochgiftiger Chemikalien und bei hohem CO2-Verbrauch unter miserablen Arbeitsbedingungen in Drittweltländern produziert. Textilarbeiterinnen und -arbeiter entlang der Lieferkette werden mit Hungerlöhnen abgespeist. Derlei Massenmode geht schnell kaputt, wird von den Konsumenten durch neuen Modekauf schnell ausgetauscht und landet zum größten Teil auf immer größer werdenden Abfallhalden. Kunststoffmode ist so gut wie nicht recycelbar. Immer mehr Verbraucher wenden sich deshalb aus Menschenrechts- und Klimaschutzgründen fairer und nachhaltiger Mode zu. Die Referentinnen aus dem BUND-Kreisvorstand, Jutta Stern und Gutta Dreyer, zeigen auf, welche Naturstoffe (z.B. Tencel, Lyocell) faire und nachhaltige Mode verwendet, wie die Arbeitsbedingungen in der Produktion hier aussehen und der ökologische Fußabdruck innerhalb der gesamten Lieferkette transparent gemacht und kontrolliert werden kann. 

Den Abschluss der Reihe am Montag, den 17. Februar 2020, bildet ein Vortrag mit Praxisworkshop unter dem Titel „Stressfrei Plastik reduzieren im Alltag“. Unter der fachlichen Anleitung von Sylvia Landau-Hahn lernen Teilnehmende, wie sie sich der Verpackungs- und Plastikflut bei Lebensmitteln und Dingen des täglichen Gebrauchs effektiv entgegenstellen sowie alltagstauglich, stressfrei, bewusster und ressourcenschonender, vor allem aber plastikärmer einkaufen und sich gesünder versorgen können. Aus einem großen Fundus praxiserprobter Tipps zur Plastikreduktion und -vermeidung für alle Lebensbereiche (z.B. Einkauf, Küche, Ernährung, Körperpflege, Haushalt, Garten) unterstützt sie die angehenden Plastikfastenden bei ihrem Weg durch den plastikfreien Alltag. Im Praxisworkshop werden beispielsweise Bienenwachstücher als Alternative zu Frischhaltefolie oder eigene, plastikfreie Deocreme für Zuhause hergestellt. 

Die Kursabende beginnen jeweils um 18.30 Uhr und finden in der Caféteria im Schloss Dornberg (Hauptstraße 1, 64521 Groß-Gerau) statt. Die Teilnahme kostet 27 Euro. Anmeldungen sind bei der Kreisvolkshochschule telefonisch unter 06152/1870-0, per E-Mail an info@kvhsgg.de sowie online unter www.kvhsgg.de möglich. 

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
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