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Netzwerk gegen Gewalt und Frauenkammer laden zu Veranstaltungen ein

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

KREIS GROSS-GERAU – Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen wird jedes Jahr am 25. November begangen, um zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form an Frauen und Mädchen aufzurufen. Denn Gewalt gegen Frauen ist noch immer alltäglich und für die meisten Opfer, aber auch in deren Umfeld ein Tabuthema. Geschichtlicher Hintergrund für die Initiierung des Aktionstags war der Fall der Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 vom Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet wurden. 

Im Rahmen des Aktions- und Gedenktages gibt es in vielen Ländern Veranstaltungen zum Thema Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen. Das Netzwerk gegen Gewalt im Kreis Groß-Gerau organisiert in diesem Zusammenhang in Kooperation mit dem Kino Lichtblick in Walldorf, dem Kino- und Kulturverein Raunheim e.V. und dem Kino Lichtspielhaus Groß-Gerau vom 18. bis 22. November 2019 eine Filmwoche für Schulklassen ab der Jahrgangsstufe 9. Ausgestrahlt wird der Film „Festung“, der familiäre Gewalt und deren prägende Auswirkungen an der Lebensgeschichte eines 13-jährigen Mädchens beschreibt. 

Im Anschluss an den Film erhalten die Klassen die Möglichkeit, mit Mitarbeitenden von kreisansässigen Beratungsstellen zu sprechen und Fragen zu klären. Ziel ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten, Tabu aufzubrechen, zu sensibilisieren und Möglichkeiten der Unterstützung aufzuzeigen. 

Das Netzwerk gegen Gewalt besteht im Kreis Groß-Gerau seit mehr als 15 Jahren und ist ein Zusammenschluss unter anderem von Polizei, Justiz, Frauen- und Männerberatung, Jugendamt und Büro für Frauen und Chancengleichheit. Es dient der Unterstützung und Vernetzung einzelner Stellen. Die Hilfesysteme werden aufeinander abgestimmt, so dass eine hohe Qualität der Beratungsarbeit gesichert ist und Opfern von Gewalt adäquat geholfen werden kann. 

Direkt am Gedenktag lädt die Frauenkammer der Stadt Rüsselsheim am Main alle Interessierten, Männer wie Frauen, zu einer öffentlichen Sitzung ein. Mit dieser will die Frauenkammer auf die Brisanz des Themas häusliche Gewalt aufmerksam machen und gleichzeitig ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen in der Stadt setzen. Die Sitzung beginnt am Montag, 25. November 2019, um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses von Rüsselsheim am Main, Eingang Faulbruchstraße. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung an bfc@ruesselsheim.de gebeten. 

Die Themenschwerpunkte der Sitzung sind häusliche Gewalt und die Istanbul-Konvention, ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und von häuslicher Gewalt inklusive des daraus resultierenden Gesetzes vom 17. Juli 2017.

Das Grußwort spricht Oberbürgermeister Udo Bausch, die Sitzungsleitung obliegt der Stadträtin Renate Meixner-Römer. Die erste Referentin des Abends, Gisela Steinhauser (Frauenberatungsstellen und Frauen helfen Frauen e.V. Kreis Groß-Gerau) beschäftigt sich mit der Situation von häuslicher Gewalt betroffener Frauen im Kreis Groß-Gerau, insbesondere in Rüsselsheim am Main, und dem aktuellen Stand der Umsetzung der Istanbul-Konvention im Kreis Groß-Gerau. Volker Feix (Diakonisches Werk Kreis Groß-Gerau/Rüsselsheim) berichtet von der Täterarbeit im Kreis Groß-Gerau.  

In der abschließenden Diskussion sollen Strategien zur Verbesserung der Situation der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen entwickelt werden. 

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