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Mobile Retter im Kreis Groß-Gerau

App offiziell in Betrieb genommen

KREIS GROSS-GERAU – Erleidet ein Mensch einen Herzkreislaufstillstand, dann zählt jede Minute, um rechtzeitig zu helfen. Denn nach drei bis fünf Minuten treten irreparable Schäden im Gehirn auf. Jede Minute, die ohne Hilfe verstreicht, bedeutet eine Verringerung der Überlebenschance um zehn Prozent. Auch wenn im Kreis Groß-Gerau die Hilfsfristen bei einer Alarmierung eingehalten werden, wie Kreisbrandinspektor und stellvertretender Betriebsleiter Rettungsdienst Friedrich Schmidt betont, so können noch mehr Menschenleben gerettet werden, wenn Ersthelfer das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen der Rettungswagenbesatzung verkürzen.

Diese lebensrettende Erste Hilfe können Laienhelfer leisten, und seit Neuestem im Kreis Groß-Gerau die Mobilen Retter - ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die für diese Aufgabe trainiert und registriert worden sind. Alarmiert werden sie via Smartphone, über die App Mobile Retter, die am Dienstag offiziell in Betrieb gegangen ist. Der Kreis Groß-Gerau ist damit der erste Kreis in Hessen, der diese App des in Köln ansässigen Vereins Mobile Retter (www.mobile-retter.de) einsetzt.

Bei der Präsentation des Systems im Groß-Gerauer Landratsamt betonten Friedrich Schmidt und Dr. Marco Renth, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, dass die Mobilen Retter eine Ergänzung sind, kein Ersatz für den Rettungsdienst. „Es ist ein Mosaikstein mehr in der Rettungskette“, zu der zum Beispiel auch die Telefonreanimation gehört, beschrieb es Stefan Prasse, Geschäftsführer des Vereins Mobile Retter. Die Referenten dankten wie Landrat Thomas Will den Mobilen Rettern und Multiplikatoren, die sich bereits haben schulen lassen. „Mit dem heutigen Starttermin und dem Bekannterwerden der App rechnen wir mit weiterem Zulauf.“ Derzeit sind 93 Menschen als Mobile Retter geschult. 225 haben sich bereits gemeldet, die dieses Ehrenamtssystem noch näher kennenlernen und für etwaige Einsätze zur Verfügung stehen möchten.

Wichtig ist dabei, dass die Helferinnen und Helfer Vorerfahrung mit Erster Hilfe haben. So gehören zum vorrangig angesprochenen Personenkreis Ärztinnen und Ärzte genauso wie Arzthelfer/innen, Mitglieder von THW, Rotem Kreuz, DLRG und anderen Rettungsdiensten. Die bislang Aktiven decken das gesamte Kreisgebiet ab. Wenn sie per App alarmiert werden, können sie mit ihrem Handy signalisieren, ob sie sich gerade in der Nähe des Einsatzorts befinden und dort rasch hingelangen können. „Wir helfen dem Zufall auf die Sprünge“, sagte Stefan Prasse. Timo Dreier von der medgineering GmbH, die sich um die App-Technik kümmert, ergänzte: „Im Schnitt dauert es vier Minuten, bis die Helfer beim Hilfebedürftigen sind. Manchmal kommen sie sogar schon nach ein, zwei Minuten dort an.“

Den Kreis kostet die App Mobile Retter rund 30.000 Euro im Jahr. „Gut angelegtes Geld“, wie Landrat Will findet, „denn es geht um Menschenleben.“

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