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Masken, Abstand, strengere Testpflicht

Neue Verfügungen zum Schutz vor Corona in Heimen und Schulen

KREIS GROSS-GERAU – Mit zwei neuen Allgemeinverfügungen will der Kreis Groß-Gerau die hohe Zahl der Infektionen in den Alten- und Pflegeheimen des Kreises senken und zugleich Virus-Ausbrüche an den Schulen verhindern. Die beiden Allgemeinverfügungen, die am heutigen Dienstag auf der Homepage des Kreises veröffentlicht worden sind, treten am 4. Februar 2021 um 0 Uhr in Kraft. Sie gelten vorerst bis zum 3. März 2021. „Die vielen Ansteckungen und Todesfälle in Altenheimen sowie die Gefahr einer Weitergabe des Virus auch unter Kindern und Jugendlichen haben uns dazu veranlasst, hier strengere Regeln aufzustellen“, betonten Landrat Thomas Will und der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer: „Sowohl in der Schule, als auch im Heim geht es vorrangig darum, das Risiko einer SARS-CoV-2 Infektion zu minimieren.“  

Nur wer negativ auf das neuartige Coronavirus getestet ist, darf Angehörige im Heim im Kreis Groß-Gerau besuchen – an diesem Grundsatz hält der Kreis weiter fest. Doch im Gegensatz zur früheren Verfügung, müssen die Betreiber*innen und Leitungen alle Besucher*innen (auch seelsorgerischen oder rechtlichen Beistand) mittels PoC-Antigen-Test auf eine mögliche Infektion mit SARS-CoV-2 untersuchen. „Diese Untersuchung ist jetzt unmittelbar vor dem jeweiligen Besuch durchzuführen, die Betreiber*innen oder Leitungen sind verpflichtet, Antigentests anzubieten“, so Will und Astheimer. „Ausnahmen von der Testpflicht gibt es nur bei medizinischen Notfällen.“ Ein positiver Antigentest, der eine umgehende häusliche Quarantäne nach sich ziehe, sei dem zuständigen Gesundheitsamt durch die Leitung der Einrichtung mitzuteilen.  

Selbst bei sinkenden Inzidenzen sei die Anzahl der Verstorbenen in den Heimen besonders hoch, so heißt es in der Verfügung. „Unser Bestreben muss sein, den Erreger so gut es geht aus den Heimen zu halten“, so Astheimer. „Hier können die Schnelltests ansetzen und verhindern, dass asymptomatische Personen das Virus in die Alten- und Pflegeheime eintragen.“ 

Auch die Schülerinnen und Schüler will der Kreis mit den Verfügungen noch besser gegen eine Covid-Infektion schützen. An allen Schulen bis zur 6. Jahrgangsstufe gilt nun:  Einrichtung konstanter Lerngruppen, Abstand von 1,5 Meter im Gebäude sofern möglich, Einhaltung des Abstandsgebots zwischen Lehrkraft und Lerngruppe sowie Beachtung des Hygieneplans. Zudem wird das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch für Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeitende sowie für Schüler*innen bis zur Klasse 4 im Präsenzunterricht angeordnet. Weiter heißt es: „Darüber hinaus gilt, dass die Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeitende dieser Anordnung nur mit dem Tragen einer medizinischen Maske genügen. Es wird klargestellt, dass diese Anordnung auch für die Nachmittagsbetreuung gilt.“  

Der Kreis stellt klar, dass die erweiterte Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht für Personen gilt, die entsprechend gesundheitlich beeinträchtigt sind. Ferner bleibt der Schulsportunterricht in geschlossenen Räumen und (Schwimm-)Hallen weiter untersagt. „Im Freien ist der praktische Sportunterricht gestattet, sofern dieser unter ständiger Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Meter zu anderen Personen ausgeübt ist.“ Ausnahmsweise sei der Sportbetrieb nur gestattet zur Vorbereitung auf und die Abnahme von Einstellungstests, Leistungsfeststellungen sowie anderen Prüfungen in Ausbildungen und Studiengängen, bei denen Sport wesentlicher Teil ist.  

Die strengeren Regeln an den Schulen begründet der Kreis unter anderem mit aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen. Neue Studien hätten gezeigt, dass Kinder und Jugendliche, vor allem im Hinblick auf die neue UK-Mutation, stärker betroffen seien und Infektionen auch leichter weitergeben könnten. „In der vierten Kalenderwoche waren mehrere Fälle in Schulen im Kreis Groß-Gerau zu verzeichnen, insgesamt gab es in der Altersgruppe der 6- bis 15-Jährigen 19 Neu-Infektionen“, so Will. „Der Kreis möchte den zurzeit laufenden Schulbetrieb so aufrechterhalten, dass trotz weniger Schüler*innen eine Ansteckung dort so wenig wahrscheinlich wie nur möglich ist“, so der Landrat. Durch konstante Lerngruppen zum Beispiel werde erreicht, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung immer nur auf diesen Personenkreis beziehe. Auch seien die Umsetzung der Hygienemaßnahmen in der Schule leichter, wenn weniger Schüler*innen diese zeitgleich einhalten müssten und Konzepte wie Lüften und Abstandhalten wirksamer greifen könnten. Die erweiterte Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für alle Lehrkräfte, pädagogisch Mitarbeitende sowie Schüler*innen bis zur Klasse 4 im Präsenzunterricht diene dem Schutz vor einer weiteren Übertragung aufgrund der erhöhten Infektionszahlen sowie der Ausbreitung der Mutationen im Kreis. „Diese Mutationen sind nach den ersten Auswertungen infektiöser und altersunabhängig mit einer höheren Krankheitshäufigkeit verbunden“, so Will. 

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