Nachrichten_Einzelansicht

Maske im Unterricht – oder Abstand

Kreis Groß-Gerau verlängert Corona-Eindämmungs-Maßnahmen:

KREIS GROSS-GERAU – Landrat Thomas Will hat am Donnerstag die Verlängerung der Allgemeinverfügungen angeordnet, in der unter anderem die Maskenpflicht an Schulen im Nordkreis und die Höchstgrenze bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit 150 Personen geregelt ist. „Mit den Verfügungen reagieren wir auf die anhaltend hohe Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kreis“, sagte Landrat Will: „Wir haben im Kreis Groß-Gerau eine sehr dynamische Lage, wie uns der Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit einer Hochzeit schmerzlich vor Augen geführt hat. Wir müssen im Alltag achtsam sein. Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehen sind nicht schön, aber sie sind notwendig: Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei.“  

Landrat Thomas Will und der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer riefen die Menschen im Kreis erneut auf, im Kontakt untereinander auf den Mindestabstand von 1,5 Meter zu achten, Hygieneregeln zu befolgen und Alltagsmasken zu tragen. Mit den neuen Allgemeinverfügungen, die nun bis zum 13. September 2020 in Kraft sind, reagiert der Kreis Groß-Gerau auf die anhaltend hohe Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis. Die gesundheitsamtlich ermittelte Zahl der Neuinfektionen bei der wichtigen Infektionskennziffer der Sieben-Tage-Inzidenz beträgt Stand 26. August 2020 28. Damit ist der Kreis weiterhin der Stufe 2 des Eskalationskonzepts des Landes zugeordnet.

Nach wie vor hält der Kreis Groß-Gerau an den Schulen im Nordkreis in Rüsselsheim am Main, Raunheim, Kelsterbach, Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg sowie auch in Mörfelden-Walldorf an der Pflicht fest, auch im Präsenzunterricht im Klassen- und Kursverband eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen. „Die Pflicht gilt aber nicht, soweit die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln des Robert-Koch-Instituts, insbesondere der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen, eingehalten werden kann“, so Landrat Will.

„Die Rückkehr zur Regelschule mit der ursprünglichen Klassengröße halte ich angesichts der steigenden Infektionszahlen ohne weitere Schutzmaßnahmen für zu riskant“, sagte Landrat Will. „Mit der jetzigen Regelung geben wir den Schulen die Möglichkeit, zum Beispiel mit versetzten Unterrichtszeiten, angepassten Lernkonzepten oder einem geschickten System von Präsenzunterricht am Vor- und Nachmittag mit Homeschooling-Anteilen die Zumutungen, die das Tragen eines Mund-Nasenschutzes über Stunden hinweg bedeuten, zu verringern“, so Will. An die Schulen im Südkreis – im Südkreis sind generell weniger Corona-Erkrankungen registriert – richtete Landrat Will den dringenden Appell, sich den Vorsichtsmaßnahmen freiwillig anzuschließen.

Zudem hat der Kreis verfügt, dass in den Schulen des Nordkreises plus Mörfelden-Walldorfs kein praktischer Schulsportunterricht in geschlossenen Räumen und Hallen stattfinden darf. Im Freien ist der praktische Schulunterricht gestattet, sofern dieser kontaktfrei ausgeübt wird. „Wir wissen, dass sich in Schulen als Ort der Begegnung Infektionen besonders schnell ausbreiten können. Deshalb müssen wir hier besondere Schutzmaßnahmen ergreifen. Wir bewerten jeden Tag anhand der aktuellen Zahlen das Infektionsgeschehen im Kreis Groß-Gerau neu. So können wir jederzeit mit entsprechenden Maßnahmen schnell auf Veränderungen reagieren“, so Will.

Im Kreis Groß-Gerau sind weiter sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich nur Veranstaltungen mit höchstens 150 Personen erlaubt. Zudem ist bei Zusammenkünften und Veranstaltungen im öffentlichen Raum nach wie vor eine Mund-Nasen-Bedeckung in allen Bereichen außer dem eigenen Sitzplatz zu tragen. Und in Gaststätten und Übernachtungsbetrieben im Kreis gilt weiter beim Betreten und Verlassen der Lokalität sowie für den Weg zum Tisch und zur Toilette eine Maskenpflicht. Auch bei Veranstaltungen der Erwachsenenbildung und der Ausbildung ist das Abstandsgebot von 1,5 Metern bindend: Wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Geändert wurde die Allgemeinverfügung des Kreises über das Betretungsverbot der Kita VI Parkstraße: Da in der Zwischenzeit alle Kontakte zu dem positiv getesteten Kind nachverfolgt werden konnten, hält der Kreis ein Betretungsverbot nur noch für diejenigen Personen notwendig, die individuell unter Quarantäne gestellt wurden. Mit einem negativen Corona-Test können auch die Personen wieder die Kita betreten, die unter Quarantäne stehen – ansonsten verlängert sich das Betretungsverbot ebenfalls bis 4. September 2020. 

Vor allem durch Reiserückkehrer aus Risiko- und Nicht-Risikogebieten – darunter auch viele Familien mit schulpflichtigen Kindern – waren in den vergangenen Wochen die Infektionszahlen im Kreis angestiegen. „Das Risiko, an COVID-19 zu erkranken oder symptomlos andere anstecken zu können, möchten wir mit diesen Maßnahmen reduzieren“, betont der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer. „Das Tragen von Mund-Nasenbedeckungen ist eines der wenigen Dinge, das wir aktiv tun können, um Infektionsgefahren zu verringern“, sagt Astheimer. „Es liegt an uns selbst, dass sich die Situation nicht weiter verschärft.“

Astheimer und Will fügen hinzu: „Corona bedeutet für uns alle eine ernsthafte Gefahr: Deshalb müssen wir uns weiter an die AHA-Regeln zu halten: Abstand, Hygieneregeln, Alltagsmasken – nur so werden wir gut durch diese schwere Zeit kommen.“  Mit entsprechenden Bannern und Werbemaßnahmen möchte der Kreis zusammen mit seinen 14 Kommunen in der kommenden Zeit noch einmal auf die besonderen Verhaltensregeln während der Corona-Pandemie aufmerksam machen. 

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de