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Marta Wachowiak koordiniert kommunale Entwicklungspolitik:

Ideen für eine bessere Welt

Perspektiven wechseln: Marta Wachowiak ist die neue „Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik“ des Kreises Groß-Gerau. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Wer auf der Internet-Seite von „Engagement global“ das Bundesland Hessen anklickt, landet automatisch beim Kreis Groß-Gerau – und bei Marta Wachowiak. Die frischgebackene „Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik“ ist die erste, die dieses Amt in Hessen bekleidet. Seit Mai 2017 ist die Diplom-Volkswirtin auf einer Projektstelle beim Kreis Groß-Gerau tätig. Sie soll unter anderem der Partnerschaftsarbeit mit Masatepe in Nicaragua, die der Kreis seit 1992 offiziell pflegt, neuen Schwung verleihen.  

Schon im Studium hat sich Marta Wachowiak mit entwicklungspolitischen Fragen beschäftigt. So hieß der Titel ihrer Promotionsarbeit: „Nachhaltiger Konsum als zukunftsfähiges Konzept?“ In Heidelberg arbeitete die Mutter zweier Kinder, die heute zwischen ihrem Wohnort Mannheim und Groß-Gerau pendelt, als Geschäftsführerin eines Netzwerks „Wissenschaftler für nachhaltige Entwicklung“ und im Bereich kommunaler Nachhaltigkeitsberichterstattung. Ihre vielfältigen Erfahrungen in dem Sachgebiet sind eine hervorragende Basis, um in den kommenden Monaten ein entwicklungspolitisches Konzept für den Kreis Groß-Gerau zu entwickeln.  

Stichwort: Faire Beschaffung. Der Kreis will sich künftig dafür einsetzen, dass bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen soziale Standards eingehalten werden. Die Schaffung des Kommunalen Vergabezentrums mit zehn Kommunen und dem Kreis zum 1. Juli 2017 bietet eine gute Grundlage um solche Standards bei den Ausschreibungen nach Möglichkeiten anzugehen. „Es ist nicht egal, wie das Papier oder die Druckerpatrone oder der Bürostuhl produziert wurden“, sagt sie.  

Auch die „Agenda 2030“ steht auf ihrer Tagesordnung:  Mit dem 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen verabschiedeten Programm hat die internationale Staatengemeinschaft konkrete Ziele vereinbart, um die globalen Herausforderungen zu meistern. Diese Ziele lesen sich zugleich als Handlungsempfehlungen. „„Es kann uns nicht kalt lassen, dass mehr als 650 Millionen Menschen derzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben oder mehr als 750 Millionen Menschen von weniger als 1,90 Dollar am Tag leben müssen“, sagt sie. „Kommunale Entwicklungspolitik muss im Kreis Groß-Gerau dazugehören. So helfen wir mit, unsere Welt für alle Menschen ein wenig gerechter und lebenswerter zu machen.“      

Die Bundesregierung hat sich dazu bereit erklärt, sich aktiv für die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung einzusetzen – doch das klappt nur im Zusammenspiel mit den Akteuren vor Ort. Im Rahmen der „Fairen Woche“ im kommenden September plant Marta Wachowiak eine Konferenz, um Vertreter von Kirchen, Volkshochschulen, Schulen und Vereinen an einen Tisch zu bringen. „Ideen habe ich genug“, sagt sie lachend. Das glaubt man ihr gerne. Zum 25. Jubiläum des Partnerschaftsvertrags mit Masatepe in diesem Jahr plant sie den Vertrieb eines exklusiven Partnerschaftskaffees aus dem mittelamerikanischen Land. „Die öffentlichen Verwaltungen müssen hier eine Vorbildrolle einnehmen“, sagt sie.  

„Der Kreis Groß-Gerau möchte als zertifizierter Fair-Trade-Kreis partnerschaftliche Handelsbeziehungen fördern, nachhaltige Landwirtschaft voranbringen und damit auch einen Beitrag gegen Armut leisten“, sagt Landrat Thomas Will. Fairer Handel sei mehr als Import und Vertrieb von Produkten, betont er. „Ich wünsche mir, künftig noch mehr junge Menschen für Entwicklungszusammenhänge begeistern zu können“, sagt der Landrat mit Blick auf die neue Projektstelle. Die wird übrigens vom Bund zu 90 Prozent bezuschusst. „Für diese wichtige Aufgabe haben wir nun eine ausgewiesene Expertin an Bord“, freut er sich.  

Marta Wachowiak sieht das Thema auch ganz praktisch: Sie selbst hat für ihre Kinder, zwei und vier Jahre alt, die Spielsachen überwiegend auf den Flohmärkten erstanden – auch eine Form der nachhaltigen Beschaffung. „Bereits mit kleinen Entscheidungen lässt sich einiges in Bewegung setzen“, sagt sie.

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