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Managerin der Landräte

Kreis Groß-Gerau trauert um Ria Wißner aus Riedstadt

Bild: Fotolia©eyetronic

KREIS GROSS-GERAU – Mit tiefer Trauer und großer Bestürzung hat Landrat Thomas Will auf die Nachricht vom Tod von Ria Wißner reagiert. Die Riedstädterin, die bis zum Ruhestand 1993 bei vier Landräten in Folge im Vorzimmer in der Kreisverwaltung Groß-Gerau saß, ist am 27. Juli 2019 gestorben. Sie wurde 84 Jahre alt. „Ria war eine Institution im Kreis Groß-Gerau, eine natürliche Autorität, eine ganz besondere Persönlichkeit, von allen geschätzt, von vielen geliebt. Sie wird uns sehr fehlen“, sagt Landrat Will.

Ria Wißner hatte in ihren letzten Lebensjahren einige schwere persönliche Schicksalsschläge zu erleiden. Im Dezember 2017 starb ihr Ehemann, der frühere SPD-Kommunalpolitiker Klaus Wißner, nach langer Krankheit. Ein Jahr später musste sie abermals viel Energie aufbringen, um über den Verlust ihres Sohnes Klaus-Peter hinwegzukommen, der wie sie bei der Kreisverwaltung Groß-Gerau beschäftigt war. „Das waren sehr schwere Jahre für sie“, sagt Landrat Will.

„Ria Wißner war eine von jenen, auf die sich meine Vorgänger immer hundertprozentig verlassen konnten“, sagt Will. Wißner hatte 1950 als Lehrling ihre Ausbildung zur Kaufmannsgehilfin im Landratsamt begonnen. Früh wurde ihre Begabung entdeckt. Wenig später schon kam sie ins Vorzimmer von Amtmann Wilhelm Seipp, der 1954 Landrat wurde. Seipp, Alfred Schmidt, Willi Blodt, Enno Siehr – Rias Wißners Vorgesetzte waren fast 40 Jahre lang die Verwaltungschefs des Kreises.

„Obwohl sie einen Logenplatz an den Schalthebeln der Macht im Landkreis Groß-Gerau innehatte, vieles ohne ihr Engagement gar nicht möglich gewesen wäre, blieb sie bescheiden im Hintergrund und hob nicht ab“, heißt es in einem Porträt des Journalisten Walter Keber aus seinem Buch „Gesichter und Geschichten im Kreis Groß-Gerau“. In der Tat galt sie als eine der bestinformierten Menschen im Kreis – bei wichtigen Entscheidungen im Kreis saß sie oft mit am Tisch. Sie war Vertraute und Ratgeberin, loyal und verschwiegen. Und eine Perfektionistin. Zeitlebens blieb sie ihrer Heimat Riedstadt verbunden.

Als Schriftführerin hat sie in der Zeit von 1959 bis 1993 die Kreistagssitzungen protokolliert. Der Kreistag bereitete ihr im Dezember 1993 auch einen fulminanten Abschied: Als Ria Wißner in den Ruhestand verabschiedet wurde, gab es fraktionsübergreifend Standing Ovations. Offiziell begann ihr Ruhestand übrigens im Januar 1995. Sie durfte früher gehen, weil sie einen Berg voll Überstunden abzubauen hatte.

„Wir werden Ria Wißner ein bleibendes Andenken bewahren“, sagt Landrat Will. „Ich wünsche der Schwiegertochter Ingrid Wißner und ihrer Schwester Helga Reinheimer und Familie Kraft und Zuversicht für die kommende Zeit der Trauer und des Abschiednehmens“, so Landrat Will.

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