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Lockere und mitreißende Schulstunde

Thema „Homologie“ an der Johannes-Gutenberg-Schule Gernsheim

Aushilfslehrer Malte Anders bei seinem Auftritt vor Schüler*innen der Johannes-Gutenberg-Schule in Gernsheim. Foto: Sven Schiffauer

KREIS GROSS-GERAU – „Homo“ bedeutet im Lateinischen schlicht und ergreifend „Mensch“, Dennoch werden Wörter wie „Homo“ oder „schwul“ als Schimpfworte verwendet: So startete Aushilfslehrer Malte Anders (https://art-q.net/homologie/) seine humorvolle Unterrichtsstunde an der Gernsheimer Johannes-Gutenberg-Schule. Die Comedy-Show zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt wurde vom Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau in Kooperation mit der Schule organisiert.   

Jeweils 100 Schüler*innen der Jahrgangsstufen 8 und 9 erlebten zwei multimediale Vorstellungen, die dieses oft schambesetzte und tabuisierte Thema locker und mitreißend auf die Bühne brachten. „Homologie beschreibt etwas, das im Grunde genommen gleich und doch ein bisschen anders ist.“ So erklärte Malte Anders, dass wir Menschen alle bestimmte Unterscheidungsmerkmale haben - z. B. gern rappen, eine Zahnspange tragen, eine Behinderung haben oder schwul sind. Obwohl das alles normal ist, sind Menschen mit bestimmten sozialen Merkmalen wie Homosexualität Diskriminierung ausgesetzt.  

Als nahbarer Aushilfslehrer erzählte Malte Anders den Jugendlichen nicht nur von persönlichen Erfahrungen, sondern entlarvte auch Falschinformationen wie die angebliche Existenz eines Homo-Gens, dass Homosexualität anerzogen werden könnte oder durch Beimischungen im Trinkwasser verbreitet werde. Bei einem Quiz wurden die Zuschauer*innen dazu aufgefordert, die sexuelle Orientierung berühmter Persönlichkeiten zu erraten.

„Wer bestimmt, was ‚normal‘ ist?“ und „Warum müssen sich Heteros nicht outen?“, waren Fragen, mit denen die Schüler*innen konfrontiert wurden. Zudem wurde die fehlende bzw. seltene Präsenz von LGBTQIA*-Personen und dem Thema QueerSein in Unterrichtsmaterialien kritisiert und auf die Rechte und Gefahren von und für queere Personen in verschiedenen Ländern aufmerksam gemacht. 

Im anschließenden Nachgespräch beantwortete Malte Anders die anonym eingereichten Fragen der Schüler*innen. Hier ging es darum, wie viele Geschlechtsidentitäten es gibt und wie die eigene sexuelle Orientierung herausgefunden werden kann. Auch nach guten Strategien für ein Coming-out und Diskriminierungserfahrungen wurde gefragt. Malte Anders warb für Akzeptanz, denn schließlich wäre eine Ablehnung von queeren Personen wie wenn man sich weigern würde, die Sonne zu akzeptieren. Aber sie ist da und scheint trotzdem. Ebenso sind LGBTQIA* selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft.

Die Impulse aus den „Schulstunden Homologie“ werden in den Schulklassen nachbearbeitet.  

In Kooperation mit der Beratungsstelle queerformat bietet das Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau Workshops für Jugendgruppen und Schulklassen an, in denen die Teilnehmenden Hintergrundwissen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt vermittelt bekommen und für unterschiedliche Lebensrealitäten sensibilisiert werden. Weitere Informationen hierzu gibt es bei Frau Hangen, 06152 989-84322, E-Mail: jbw@kreisgg.de oder unter https://www.kreisgg.de/familie/kreisjugendfoerderung-jugendbildungswerk/jugendbildungswerk/.

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