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Landrat Will besucht Erzeugergemeinschaft „agrimed Hessen“:

Geschäft mit Kräutern blüht

Wirtschaftlich etabliert: Landrat Thomas Will (rechts) ließ sich von agrimed-Geschäftsführer Michael Hechler (Mitte) und Dr. Christian Matthes, dem Leiter Produktion und Vertrieb, Aufbereitung, Trocknung und Vertrieb der Kräuter erklären. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Der jüngste Betriebsbesuch hat Landrat Thomas Will zu agrimed in Wallerstädten geführt – und ihn mit einer innovativen Geschäftsidee vertraut gemacht: In dem Stadtteil von Groß-Gerau produziert eine Erzeugergemeinschaft, in der sich Landwirte aus 35 Betrieben zusammengetan haben, Kräuter für die Medizin- und Lebensmittelindustrie. Das Geschäft mit den Kräutern blüht. „Die Nachfrage nach Heil- und Gewürzpflanzen in Deutschland kann nur zu einem kleinen Teil durch inländischen Anbau befriedigt werden“, berichtete Geschäftsführer Michael Hechler. 

Die Anfänge der Erzeugerorganisation reichen bis in die 1980er Jahre zurück – 1988 fand die Gründung als Verein statt. Heute hat agrimed Hessen, die hessische Erzeugerorganisation für Medizinal- und Gewürzpflanzen (w.V.), nicht nur Mitgliedsbetriebe und Anbauflächen im Kreis und in Hessen, sondern deutschlandweit. Die Wahl des Produktionsstandortes war 2012 auf Wallerstädten gefallen, da sich hier bereits eine Trocknungsanlage des Landwirts Stefan Ruckelshausen sowie eine Biogasanlage der Stadt Groß-Gerau befanden.  

Agrimed punktet mit Fachwissen beim Kräuteranbau und bei der Verarbeitung. Einzelne Arbeitsschritte seien sehr zeitaufwendig, sagte Geschäftsführer Hechler. So müsse die Trocknung äußerst schonend ablaufen, damit es keine Einbußen bei der Qualität gebe und wertvolle Inhaltsstoffe nicht verloren gingen. Nötig seien dafür Spezialmaschinen, die im Grunde Unikate sind. „Mehrere tausend Tonnen getrockneter Kräuter werden pro Jahr von hier aus vermarktet“, sagte Dr. Christian Matthes, der bei agrimed die Bereiche Produktion und Vertrieb leitet: „Unser Kunde ist nicht der Endverbraucher, sondern die Phytopharmazie- und Teeindustrie sowie die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie.“ 

Agrimed sind Spezialisten, was Aufbereitung, Trocknung und Vertrieb von Kräutern anbelangt. Gewürze, Kosmetika, Phytopharmarka und Petfood: In vielen dieser Produkte stecken Kräuter, die durch die Hände von agrimed gegangen sind. Landrat Thomas Will hatte den Besuch genutzt, um sich aus erster Hand zu informieren, welche Anforderungen an den Anbau und die Erzeugung von Medizin- und Heilpflanzen gestellt werden. „Das ist eine interessante Option für landwirtschaftliche  Betriebe im Kreis Groß-Gerau“, sagte Landrat Will.  

Der Arzneimittelbereich hat für agrimed einen großen Stellenwert. Rund 60 Prozent der Rohstoffe dienen medizinischen Zwecken oder gehen in Tees. Entsprechend streng sind die Vorschriften, die eingehalten werden müssen. 25 Prozent entfallen auf den Lebensmittelbereich und der Rest auf Tiernahrung (Petfood). 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Verwaltung, Vertrieb und Handel beschäftigt, sieben in der Produktion. „agrimed ist es in den drei Jahrzehnten gelungen, sich wirtschaftlich zu etablieren“, sagte Will. „Dass agrimed die Wärme einer Biogasanlage nutzt, um die Kräuter zu trocknen und aufzubereiten, freut mich als Landrat eines Kreises, der auf Nachhaltigkeit und alternative Energien setzt, natürlich besonders. Vorbildlich ist zudem, dass 40 Prozent des Kräuteranbaus nach Richtlinien des Öko-Anbaus erfolgen.“  

Der Erzeugergemeinschaft sei es gelungen, mit innovativen Ideen und Methoden auf dem Markt Fuß zu fassen. „Der Kreis ist Zuzugsregion und möchte für die Menschen lebens- und liebenswert bleiben. Deshalb sind wir froh, wenn sich Unternehmen bei uns ansiedeln. Neue Wege in der Landwirtschaft, wie sie agrimed beschreitet, sind da herzlich willkommen“, sagte der Landrat.   

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