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Landrat überreicht in Feierstunde neun Landesehrenbriefe:

Dank für die Bereitschaft zu geben

Im Georg-Büchner-Saal des Groß-Gerauer Landratsamts überreichte Landrat Thomas Will (links) am Freitag, 24. Februar, Landesehrenbriefe an (von links) Rainer Witschel, Eberhard Strauß, Ilse Meinke, Ulrich Gärtner, Solweig Driesel, Steffen Passet, Ilse Scheuner, Heinrich Roßkopf und Ernst Ludwig Lessenich. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – „Jene wollen wir loben, die nicht fragen: Was bekomme ich für mein Engagement? Sondern die bereit sind, zu geben – zum Beispiel ihre Zeit.“ Das sagte Landrat Thomas Will bei der Feierstunde im Groß-Gerauer Landratsamt am vergangenen Freitag. Im dortigen Georg-Büchner-Saal überreichte der Landrat Landesehrenbriefe an neun Menschen aus dem Kreis Groß-Gerau, die sich über viele Jahre hinweg auf besondere Weise für andere Menschen und das Allgemeinwohl engagiert haben – sei es in der Politik, sei es in Vereinen.

Rund 130 Gäste feierten die Auszeichnung mit den Geehrten. Ilse Meinke aus Groß-Gerau, Ilse Scheuner aus Groß-Gerau, Steffen Passet aus Groß-Gerau, Solweig Driesel aus Ginsheim-Gustavsburg, Heinrich Roßkopf aus Stockstadt am Rhein, Rainer Witschel aus Groß-Gerau/Wallerstädten, Eberhard Strauß aus Büttelborn, Ernst Ludwig Lessenich aus Riedstadt und Ulrich Gärtner aus Bischofsheim erhielten vom Landrat nicht nur die Urkunden, sondern auch Blumen und als Geschenk vom Kreis zudem ein neues Bild des Gernsheimer Künstlers Mario Derra. Das Duo Tastenstreich umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

Thomas Will erinnerte zudem an den kürzlich verstorbenen Klaus Wagner aus Mörfelden-Walldorf, der ebenfalls an diesem Tag hatte geehrt werden sollen. Er war in verschiedenen Positionen im hessischen Friseurhandwerk, in der Innung und bei der Kreishandwerkerschaft Groß-Gerau auf herausragende Art tätig gewesen. Der Ehrenbrief des Landes wird seiner Familie überreicht werden.

In seinen Lobesworten für alle Geehrten sprach der Landrat auch von der Vorbildfunktion, die diese Menschen haben: „Sie leben Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit. Sie zeigen uns: Es ist gut, sich für das Miteinander in diesem Land zu engagieren.“ Dies sei gerade auch in einer Zeit wichtig, in der angesichts einer wachsenden „Gerechtigkeitslücke“ der Glaube ans politische System nachlasse. Landrat Will bezeichnete es als Aufgabe der Politik, Missstände zu beheben sowie  den gesellschaftlichen Wandel samt seiner Herausforderungen – zum Beispiel durch Zuwanderung – klar zu benennen und sich ihm zu stellen. Aber auch jeder und jede Einzelne könne dazu seinen Teil beitragen. Dies habe Joachim Gauck, bis vor wenigen Tagen Bundespräsident, mit folgenden Worten ausgedrückt: „Demokratie ist kein politisches Versandhaus. Demokratie ist Mitgestaltung am eigenen Schicksal – in der Gemeinde, Stadt, in der Region, in der Nation.“

Die Geehrten:

Ilse Meinke, geb. 1942, Groß-Gerau
Ilse Meinke wirkt seit Mitte der 1960er Jahre in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen im Kreis Groß-Gerau. Sie hat politische Bildungsseminare für Jugendliche gehalten, in der Kreisjugendpflege Jugendfreizeiten mitbetreut. Seit 1972 ist Frau Meinke politisch engagiert, seit 1993 ist sie im Kreistag des Kreises Groß-Gerau aktiv, zuletzt stand sie dort dem Ausschuss für Bildung vor. Sie ist Gründungsmitglied und arbeitet im Vorstand des Museumsfördervereins Groß-Gerau mit. Engagiert hat sie sich auch im Verein zur Förderung der Partnerschaft Klodzko/Groß-Gerau. Sie war Personalrätin in der Grundschule Wallerstädten, Personalrätin in der Schillerschule Groß-Gerau, Elternbeirätin. Sie pflegt das Theaterspiel und den Chorgesang.

Ilse Scheuner, geb. 1951, Groß-Gerau
Ilse Scheuner ist seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik engagiert. Aktuell ist sie ehrenamtliche Stadträtin in Groß-Gerau. Aber gleichzeitig noch viel mehr: Sie ist aktiv beim Bund deutscher Schiedsmänner und Frauen, Vorsitzende der Arbeitswohlfahrt Groß-Gerau, Beisitzerin bei der Kreis-AWO, Schöffin am Amtsgericht Groß-Gerau und Schriftführerin des Fördervereins der Kreisklinik. Ein Vereinsmensch im besten Sinne ist Frau Scheuner zudem: bei DLRG, VdK und Feuerwehr.

Steffen Passet, geb. 1945, Groß-Gerau
Der Beginn seiner politischen Aktivitäten reicht zurück in das Jahr, da Willy Brandts Ostpolitik die innenpolitische Debatte in der Bundesrepublik bestimmt hat. 1970 war das. Da hat sich der damals 25-jährige Steffen Passet begonnen zu engagieren, erst in der Jugendorganisation der SPD, später in der Stadtverordnetenversammlung in Büttelborn. 27 Jahre war Steffen Passet dort aktiv, eine Zeitlang als Vorsitzender des Sport- und Kulturausschusses. Von 1991 bis 2016 war Passet im Kreistag, eine Legislaturperiode saß er dem Bildungsausschuss vor. Weitere Aktivitäten: Gewerkschaftsmitglied seit 1965, bei der AWO seit 1979, im Kriegsdienstverweigerungsausschuss von 1986 bis 1988 und als Schöffe beim Amtsgericht von 1989 bis 1996.

Solweig Driesel, geb. 1940, Ginsheim-Gustavsburg
Frau Solweig Driesel aus Ginsheim ist seit 2001 Mitglied des Magistrats der Stadt Ginsheim-Gustavsburg. Bürgernähe, immer im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern sein, soziale Verbindungen herstellen, soziale Vereine unterstützen – mit diesen Worten hat sie selbst einmal ihre Motivation beschrieben, aktiv in der Politik mitzumischen. Frau Driesel engagiert sich im Verein für Städtepartnerschaften Ginsheim-Gustavsburg, war zehn Jahre Schiedsfrau der Stadt und drei Jahre Vorsitzende des Fördervereins Ballou, ist Mitglied beim VdK. Engagiert war sie zudem in der Betriebskommission SBB (Kommunaler Bauhof), beim Abwasser- und Serviceverband und beim Kommunalen Wohnungsbau.

Heinrich Roßkopf, geb. 1957, Stockstadt am Rhein
Heinrich Roßkopf  ist seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik sowie in der Gewerkschaft (seit 1988) engagiert. Er ist seit 1992 Mitglied des Personalrats im AST Darmstadt (Hessen Mobil) und seit 2012 Erster Stellvertretender Vorsitzender im Gesamtpersonalrat von Hessen Mobil. Zudem bekleidet er wichtige Ämter in der Gewerkschaft VDStra (Verband Deutscher Straßenwärter). Seit 2015 ist er, der der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft angehört, Landeschef der Gewerkschaft VDStra und stellvertretender Bundesvorsitzender. Zudem ist er Mitglied im Tarifausschuss dbb Hessen Beamtenbund und Vorsitzender des Tarifausschusses dbb.

Ulrich Gärtner, geb. 1946, Bischofsheim
Der Wildpark, eine Einrichtung des Kreises, ist ein parkähnliches Zeltplatzgelände, kein „normaler“ Campingplatz mit Catering oder Kiosk; er ermöglicht bewusst naturnahes Zelten ohne großen Komfort.  Dort kümmerte sich Ulrich Gärtner um die Organisation der Belegung, um Funktionstüchtigkeit der Anlage, um die nötigen Modernisierungen. Bis 2016, mehr als 20 Jahre lang, hat er sich ehrenamtlich beim Jugendzeltplatz eingesetzt. Zudem war Herr Gärtner 20 Jahre bei der Evangelischen Kirchengemeinde im Einsatz – aus seinem Engagement bei den Pfadfindern resultiert die Mitarbeit im Wildpark e.V.

Rainer Witschel, geb. 1951, Groß-Gerau/Wallerstädten
Rainer Witschel ist von 1978 bis heute aktiv für den Vorstand des Natur- und Vogelschutzvereins Wallerstädten tätig, erst als Beisitzer, dann als Kassierer. Er ist verantwortlich, dass Anträge auf Zuschuss rechtzeitig gestellt werden, damit der Verein seine vielfältigen Aufgaben wahrnehmen kann. Seine frühere Tätigkeit als Sparkassen-Revisor hilft ihm dabei – und davon profitiert der Verein wiederum. Zudem packt er stets mit an, zum Beispiel gehört der Futterhausbau zu seinen Aufgaben.

Eberhard Strauß, geb. 1944, Büttelborn
Eberhard Strauß  engagiert sich seit Mitte der siebziger Jahre bei der Ortsgruppe Büttelborn des Nabu, der damals  noch Deutscher Bund für Vogelschutz hieß. Mehr als 40 Jahre gehörte er dem Vorstand an, war Vogelwart, zweiter Vorsitzender, Kassierer. Und in der Funktion als Kassierer ist er nach wie vor ein großer Aktivposten im Verein.  Zudem sorgt er für Schutz und Pflege der großen Streuobstwiese.  Zweite große Vereinsliebe von Eberhard Strauß ist der Heimat- und Geschichtsverein Büttelborn, dem er als Gründungsmitglied seit 1993 angehört. Dort war er mehr als 20 Jahre Vorsitzender.

Ernst Ludwig Lessenich, geb. 1948, Riedstadt
14 Jahre VdK Leeheim, dort Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender, 20 Jahre VdK Leeheim in der ehrenamtlichen Sozialberatung, zudem viele Jahre im VdK Kreisverband Groß-Gerau – das ist die stolze Bilanz von Ernst Ludwig Lessenich. Er macht sich im Sozialverband VdK stark für behinderte, sozial schwache und pflegebedürftige Menschen, Kriegsopfer sowie Rentnerinnen und Rentner. Trotz seiner eigenen schweren Körperbehinderung hat sich Herr Lessenich immer für andere eingesetzt.

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