Nachrichten_Einzelansicht

Landrat trifft auf Ministerpräsident – Besuch an der Martin-Niemöller-Schule Riedstadt

Erst das Treffen mit Hessens Kultusminister Alexander Lorz am vergangenen Samstag bei der Veranstaltung mit Schulelternbeiräten am Neuen Gymnasium in Rüsselsheim. Jetzt, am Donnerstag (18. Juni), der Besuch von Ministerpräsident Volker Bouffier an der Martin-Niemöller-Schule (MNS) in Riedstadt: Landrat Thomas Will nutzt für den Schulträger Kreis Groß-Gerau jede Gelegenheit zum Austausch mit der Landesebene und mit den Schulgemeinden. Ministerpräsident Bouffier traf pünktlich um 9.30 Uhr an der MNS ein, um sich selbst ein Bild vom Schulbetrieb in Zeiten der Corona-Pandemie zu machen. „Ich möchte mir Zeit nehmen, um selbst einmal zu gucken, wie alles läuft, und um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagte er. 

Das Land war auf die Integrierte Gesamtschule mit ihren fast 1000 Schülerinnen und Schülern zugegangen und hatte um die Besuchsmöglichkeit gebeten, sagte Schulleiter Martin Buhl am Rande der Veranstaltung. Er führte den Ministerpräsidenten, den Landrat und weitere Gäste in einen Klassenraum und übers Schulgelände - und machte dabei auf die Abstands- und Hygieneregeln an der IGS aufmerksam, schilderte den Unterrichtsbetrieb in der Zeit nach dem Shutdown im März, mit völlig geänderter Tagesstruktur für die Klassen. „Unter den vorgegebenen Bedingungen läuft es ganz gut“, so der Schulleiter. Dem Ministerpräsidenten ist aufgefallen, dass bei ihm in der Corona-Zeit sogar weniger Beschwerden als sonst üblich über die Schulen bei ihm ankommen: „Die Menschen erkennen die Besonderheit dieser Lage, die bisher noch niemand erlebt hat.“

Zu dieser speziellen Lage gehört auch, dass dem Pandemie-Geschehen angepasste Neuregelungen in den vergangenen Wochen sehr kurzfristig bei den Schulen und beim Schulträger ankamen, die Umsetzung entsprechend anstrengend war. Volker Bouffier bat um Verständnis („zeitweise gab es jeden Tag neue Erkenntnisse“) und dankte bei seinem Besuch allen Beteiligten für ihren Einsatz. Landrat Thomas Will merkte an, dass sich die Lage bessere: Zum Beispiel war der Leitfaden für die kommende Einschulung bereits am Tag zuvor – acht Wochen vor Schuljahresbeginn – eingetroffen.

In zwei detailreichen Gesprächsrunden hörte sich der Ministerpräsident an, welche Erfahrungen Lehrer*innen, Elternvertreter*innen, Schüler*innen und Schulsozialarbeiter*innen in der Corona-Zeit mit Fernunterricht, Lernen zu Hause, den technischen Möglichkeiten und auch Unzulänglichkeiten sowie den äußeren Umständen beim Homeschooling (familiäre Situation, Konzentration, Motivation) gemacht haben. Dabei wurden die Vorteile des Präsenzunterrichts rasch deutlich, sodass sicher die meisten froh waren, dass Volker Bouffier erneut den normalen Unterrichtsbetrieb für die Zeit nach den Sommerferien ankündigte – sofern die Corona-Fallzahlen dies zuließen („niemand weiß heute genau, was kommt“).

Alle waren sich einig: Das Zusammensein, die sozialen Kontakte, der direkte Austausch mit Freunden, Kolleg*innen und Mitschüler*innen über den Unterrichtsstoff und anderes sind unschlagbar. Videokonferenzen können da nur ein Hilfsmittel sein. Aber sie sind ein nötiges Hilfsmittel, unabhängig von Corona, genauso wie Laptops und Tablets, Lernplattformen und WLAN. Daher stellte Landrat Thomas Will eine wichtige Frage: „Was lernen wir aus dieser Krise? Was machen wir, um beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein? Ist in naher Zukunft eine Kombination von analogem mit Digitalunterricht möglich?“ Lehrerin Daniela Muth sprach in diesem Zusammenhang einen Punkt an, der ebenfalls mitbedacht werden müsse: „Wir müssen mit den Schülerinnen und Schülern, die ihr Handy zwar alle gut beherrschen, auch üben, wie sie mit dem PC arbeiten. Wie sie Portale nutzen, Daten herunter- und Ergebnisse hochladen können.“ Und es müsse an der Ausstattung gearbeitet werden: Zwei Computerräume für 1000 Schüler*innen reichten da nicht.

Der Landrat wie auch der Ministerpräsident – „Digital gestützter Unterricht, der im Digitalpakt als Zusatzmöglichkeit gedacht war, ist plötzlich die Alternative zum Präsenzunterricht“ – nahmen diese und weitere Anregungen mit für ihre tägliche Arbeit.

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de