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Landrat Thomas Will wurde in seine zweite Amtszeit eingeführt

Menschliche Gesellschaft schaffen!

KREIS GROSS-GERAU – Mit dem eindrucksvollen Ergebnis von 64 Prozent der Stimmen war er am 6. Dezember in seinem Amt als Landrat des Kreises Groß-Gerau bestätigt worden, am 1. Juni wird er seine zweite Amtszeit antreten. In der letzten Sitzung des Kreistags in der laufenden Wahlperiode erhielt Landrat Thomas Will nun aus den Händen des Ersten Kreisbeigeordneten Walter Astheimer seine Ernennungsurkunde.

 

Kreistagsvorsitzender Manfred Hohl konnte dazu zusammen mit den Mitgliedern von Kreistag und Kreisausschuss fast einhundert Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, sozialen Verbänden und gesellschaftlichen Organisationen im Georg-Büchner-Saal begrüßen. Die festliche Amtseinführung wurde vom Duo Tastenstreich musikalisch begleitet.

 

Als Festredner war Gerhard Grandke in die Kreisstadt gekommen, der Geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen und frühere Offenbacher Oberbürgermeister. Und dieser brach eine Lanze für die Kommunalpolitik: Landrat sei eines der schönsten Ämter überhaupt, denn, frei nach Theodor Heuß: „Die Kommunen sind wichtiger als der Staat, nirgendwo ist man näher dran!“. Wenn es gerade hier zu bedauerlich niedrigen Wahlbeteiligungen komme, dann liege das nicht an der Kommunalpolitik selbst, sondern an Entfremdungserfahrungen auf anderen politischen Ebenen. Wenn sich Politik angesichts von Globalisierung, gesellschaftlichen Verwerfungen und Klimawandel vermeintlich als hilflos erweise, dann litten darunter vor allem die Kommunalpolitiker: „Sie können am wenigsten ändern, leiden aber am stärksten unter den lokalen Auswirkungen globaler Probleme.“ Landrat Will habe in seiner bisherigen hauptamtlichen politischen Arbeit  - seit 2003 als Erster Kreisbeigeordneter und seit Juni 2010 als Landrat - aber gezeigt, dass er sich davon nicht beeindrucken lasse: „Kommunalpolitik heißt, stets dicke Bretter bohren zu müssen. Und Thomas Will lässt sich dabei auch von massivster Eiche nicht beeindrucken!“

 

Die Vertreter der Kreistagsfraktionen gratulierten Will nicht nur nachträglich zu seiner überzeugenden Wiederwahl, sondern wünschten auch eine Fortsetzung der bisherigen konstruktiven Zusammenarbeit. So hoffte Rita Schmiele (SPD), dass Will auch weiterhin ein „Kümmerer“ bleiben möge. Günter Schork von der CDU wies darauf hin, dass die demokratischen Kräfte in schwierigen Zeiten wie diesen eng zusammenstehen müssten, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu bewahren – eine Forderung, der sich auch Silvia Weber (GRÜNE) anschloss. Peter Engemann (FDP/FW) versprach, dass Will auch weiterhin mit anstrengenden und intensiven Diskussionen rechnen dürfe. Christiane Böhm (Linke) erinnerte mit dem „Kommunistischen Manifest“ an die gemeinsamen Wurzeln von ihrer und Wills Partei, und Helmut Kinkel (Freie Bürgerliste) betonte, dass Thomas Will auch den kleineren Fraktionen stets respektvoll gegenübertrete.

 

Der so Gelobte beließ es anschließend nicht bei Dankesworten an seine Familie („ihr habt mir geholfen, immer wieder aufzutanken“), den Festredner Gerhard Grandke, seine Mitbewerber bei der Direktwahl am 6. Dezember, seinen Stellvertreter Walter Astheimer und schließlich an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter („Sie haben gezeigt, dass auf Sie auch in schwierigen Zeiten stets Verlass ist!“). Nein, der alte und neue Landrat nutzte die Gelegenheit auch, um sein Verständnis von Politik grundsätzlicher darzulegen. Will bezog sich dabei auf Erhard Eppler und dessen These, dass Politik „wertendes Streiten vor verbindlichem Entscheiden“ sei: „Dabei will ich auch weiterhin so wenig aufgeregt wie möglich den Rahmen dafür schaffen, dass wir im Kreis Groß-Gerau gut miteinander leben können.“ Die aktuelle Flüchtlingssituation mache deutlich: „Wir leben hier im Kreis Groß-Gerau privilegiert im Vergleich zu vielen anderen Menschen. Aber wir sind keine Insel. Die Armut in anderen Ländern hat sehr viel mit uns und unserem Reichtum zu tun.“ Und diesen „Einbruch der Wirklichkeit“ in unser Bewusstsein gelte es, nicht länger zu verdrängen, sondern anzunehmen. Sein eigenes politisches Credo, so der Landrat abschließend, orientiere sich dabei an der Forderung unseres Grundgesetzes, dass die Würde des Menschen unantastbar sei: „Deshalb müssen wir daran arbeiten, dass wir ein soziale, gerechte, eine menschliche Gesellschaft für alle schaffen, die hier leben. In diesem Sinne freue ich mich auf sechs weitere spannenden Jahre!“

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