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Landrat kritisiert Losverfahren

Kreis löst Probleme bei der Schülerlenkung

KREIS GROSS-GERAU - Aktuell erhalten Eltern von Viertklässlern Nachricht vom Staatlichen Schulamt darüber, welche weiterführende Schule im Kreis ihre Kinder nach den Sommerferien besuchen werden. Ergebnis des vom Kultusministerium vorgegebenen Losverfahrens innerhalb der Schülerlenkung 2022/2023 war, dass nicht alle Schüler*innen - vor allem im Nordkreis - einen Platz an ihrer Wunschschule bekommen konnten. Kreisweit (Schulträger Kreis Groß-Gerau, Stadt Rüsselsheim am Main und Stadt Kelsterbach) hat dies 152 Kinder betroffen, wovon rund 130 aus der Schulträgerschaft des Kreises stammen. 

Um der Nachfrage insbesondere nach gymnasialen Schulplätzen nachzukommen, ist in Zuständigkeit des Schulträgers Kreis Groß-Geraus an drei Gymnasien jeweils eine weitere Klasse eingerichtet worden. Nach Bekanntwerden des Losverfahrens ist die Luise-Büchner-Schule, Mittelstufengymnasium in Groß-Gerau, schnell aktiv geworden und hat eine weitere Klasse gebildet. Vermittelnde Gespräche von Landrat Thomas Will führten zu erhöhten Kapazitäten auch am Neuen Gymnasium in Rüsselsheim sowie an der Prälat-Diehl-Schule in Groß-Gerau. Durch das Mitwirken der drei Schulen stehen nun drei zusätzliche Klassen für rund 90 Schüler*innen zur Verfügung.

Wie diese zusätzlichen Plätze vom Staatlichen Schulamt vergeben werden, darüber will sich Landrat Thomas Will in den kommenden Tagen intensiv mit dem Schulamt und den beiden befreundeten Schulträgern austauschen.  

„Durch pragmatisches Vorgehen und rasches Handeln können wir unserer Pflicht als Schulträger nachkommen, dass es innerhalb eines Bildungsgangs genügend Plätze für die Schülerinnen und Schüler gibt“, betont Landrat Will. Unabhängig von der kurzfristigen und raschen Problemlösung kritisiert er allerdings das vom Ministerium gewählte Verfahren: „Es fehlt an Nachvollziehbarkeit, Transparenz und sinnvoller pädagogischer Schwerpunktsetzung bei der Schulplatzvergabe. Diese Form der Schulpolitik, wo Plätze in Schulen verlost werden, gleicht einer Lotterie und ist für alle Betroffenen unsäglich.“ Das gelte auch für den argumentativen Rückzug auf Formalitäten, „während die individuellen Bedürfnisse des Kindes außer Acht gelassen werden. Es ist doch verrückt, wenn zum Beispiel ein Kind aus Ginsheim an der IGS Mainspitze vorbei auf eine Schule in Raunheim geschickt wird.“  

Die gesamte Schülerlenkung muss in den Augen des Landrats neu aufgelegt werden. „Früher wurde im Vorfeld des formalen Lenkungsverfahrens im Dialog zwischen den Schulen und uns nach pädagogischen Lösungen gesucht. Dadurch konnten viele Fragen und Zweifelsfälle bereits geklärt werden.“ Das bestehende Verfahren jedenfalls komme einer Bankrotterklärung des Staates gegenüber den Eltern gleich. Auch um für die Zukunft Verbesserungen im Verfahren und mehr Klarheit bezüglich der Wahlmöglichkeiten (Stichwort: Bildungsgang) zu schaffen, will Thomas Will in Kürze das erwähnte Gespräch im Staatlichen Schulamt führen. 

In der Zwischenzeit bittet die Kreisverwaltung um Verständnis dafür, dass Nachfragen von Elternseite zum Losverfahren an die zuständigen Stellen im Staatlichen Schulamt weitergegeben werden, da der Kreis nicht für das kritisierte Verfahren zuständig ist. 

Der Kreis Groß-Gerau plant und baut Schulen und Räume nach den Vorgaben des Schulentwicklungsplans und den Schülerzahlen mit dem Ziel, für alle seine Schüler*innen ausreichend Schulplätze in den gewünschten Bildungsgängen anbieten und gegebenenfalls nachsteuern zu können.

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