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Kreishandwerksmeister Ulrich Tögel stellt sich Landrat vor:

Handwerk im Focus

Zum Gespräch mit Landrat Thomas Will (rechts) kamen in dieser Woche der neue Kreishandwerksmeister Ulrich Tögel (Mitte) und Peter Ziemainz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Groß-Gerau. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU  –  Eine lebhafte Diskussion über die Zukunft des Handwerks entspann sich im Büro von Landrat Thomas Will, als der neue Kreishandwerksmeister Ulrich Tögel seinen Antrittsbesuch beim Chef der Kreisverwaltung Groß-Gerau machte. Er kam in Begleitung von Peter Ziemainz, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, ins Landratsamt. Beim Gespräch mit dabei waren zudem von der Kreisverwaltung Elisabeth Straßer, Fachbereichsleiterin Wirtschaft und Verkehr, Gabi Walter-Reichelt, Fachbereichsleiterin Gebäudemanagement, Tanja Heidig, Fachdienstleiterin Kommunalaufsicht, Wahlen, Ordnungs- und Gewerberecht, sowie Andreas Sliwka, Schulentwicklung und bildungspolitische Beratung. 

Landrat Will interessierte sich für die Aufgaben der Kreishandwerkerschaft, die rund zehn Prozent der Handwerksbetriebe im Kreisgebiet vertritt. Ulrich Tögel -  der aus Groß-Gerau stammt und dort einen Malerbetrieb führt – konnte aus langjähriger Erfahrung berichten, denn er war bereits seit 2016 stellvertretender Kreishandwerksmeister und Obermeister der Malerinnung, engagiert sich seit 2009 im Vorstand der Malerinnung. 

Zu den Arbeitsschwerpunkten gehört nicht nur, weitere Mitgliedsbetriebe für die Kreishandwerkerschaft zu gewinnen oder gegen unlauteren Wettbewerb vorzugehen, sondern vor allem auch, junge Menschen für Handwerksberufe zu begeistern. Derzeit sei es schwierig, motivierte Auszubildende zu finden, sagte Ulrich Tögel. Auch was die Nachfolge in Betrieben bei anstehenden Generationswechseln betrifft, wird die Situation immer schwieriger, ergänzte Elisabeth Straßer.

Wesentlich, so Tögel und Ziemainz, ist daher, die Eltern von Kindern und Jugendlichen frühzeitig anzusprechen, um für die duale Ausbildung, für diese interessanten und anspruchsvollen Berufe und die damit verbundenen guten Verdienst- und Weiterbildungsmöglichkeiten mit guten Zukunftsaussichten zu werben. Eine Initialzündung in diesem Zusammenhang sei der Hessentag in Rüsselsheim am Main im vergangenen Jahr gewesen, bei dem man gut ins Gespräch mit den Menschen kommen konnte. Auch der Tag des Handwerks im Herbst ist solch eine Gelegenheit.
Allerdings sollen weitere Veranstaltungen organisiert werden, um die Botschaft zu verbreiten, dass das Handwerk keine Sackkasse ist, wie Peter Ziemainz sagte. Landrat Thomas Will zog Vergleiche zu anderen Branchen wie Pflege und Dienstleistungsberufen: „Das Problem des fehlenden Nachwuchses dort, auch wegen fehlender Information und fehlender gesellschaftlicher Anerkennung, ist flächendeckend.“ 

Der Kreis jedenfalls tut, was er kann, um Auszubildenden in seinen Beruflichen Schulen optimale Bedingungen zu verschaffen. Nachdem die Werner-Heisenberg-Schule in Rüsselsheim bereits modernisiert wurde, folgen nun die Beruflichen Schulen in Groß-Gerau. Der Kreistag wird sich mit dem Vorhaben in seiner Septembersitzung befassen, sagte Landrat Will. „Wir sind schon seit einem Jahr mit der Schulleitung im Gespräch wegen der Weiterentwicklung. Nun ist die Bedarfsermittlung abgeschlossen, das Konzept liegt vor.“ Das 30-Millionen-Projekt sieht nicht nur eine Sanierung, sondern auch eine Erweiterung und Umstrukturierung vor, so dass neben dem Theorieunterricht praktisches Lernen in modernsten Werkstätten möglich sein wird. 

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