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Kreis stellt Projekt Familienzentrum im Hessischen Landtag vor:

Sozialpolitik als Standortfaktor

KREIS GROSS-GERAU – Das familienpolitische Engagement des Kreises Groß-Gerau stößt auch bei der Landespolitik in Wiesbaden auf Interesse. Zum Fachtag „Mehrwert von Familienzentren“ hat das Hessische Ministerium für Integration und Soziales dieser Tage Vertreterinnen des Kreises eingeladen, das Projekt „Aufbau von Familienzentren / Tagespflegestützpunkten im Kreis Groß-Gerau 2012 – 2016“ in der Landeshauptstadt vorzustellen. „Das ist eine große Wertschätzung der Arbeit in unseren Fachabteilungen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer erfreut. „Die Familien verdienen und brauchen gezielte Unterstützung – auch im Kreis Groß-Gerau.“

Bei der Ausgestaltung einer kinder- und familiengerechten Infrastruktur wird der Kreis Groß-Gerau den Kommunen weiter unter die Arme greifen. Der Kreisausschuss hat die Weichen dafür gestellt: Der Kreis wird den Ausbau von kommunalen Familienzentren in allen Kommunen des Kreises sowie von vier regionalen Tagespflegestützpunkten weiter unterstützen. Seit 2012 hat der Kreis in acht Kommunen unter Begleitung des Fachdiensts Kindertagesbetreuung Familienzentren eingerichtet, in denen Eltern und Kinder beraten und unterstützt werden. Die Projektphase endete 2016.

„Wir konnten in Hessen mit den Angeboten der Familienzentren bisher rund 180.000 Menschen erreichen. Das ist ein großer Erfolg und die Förderung der Zentren hat sich bewährt“, hatte Familienminister Stefan Grüttner beim Fachtag erklärt. Nach Angaben des Ministeriums werden 130 Familienzentren im laufenden Jahr mit 1,54 Millionen Euro gefördert. Familienzentren werden mit bis zu 12.000 Euro pro Einrichtung und Jahr unterstützt. Die Landesförderung von insgesamt mittlerweile 130 Familienzentren in Hessen komme „Jung und Alt zu Gute“, sagte der Minister.  

Das ist auch im Kreis Groß-Gerau so: „Familienzentren integrieren Betreuungsangebote, Angebote der Familienbildung, der Kindertagespflege, der sozialpädagogischen Familienhilfe, aber auch Gesundheits- und therapeutische Dienste“, erläuterten Stefanie Ihrig und Dr. Anke Melchior, Projektverantwortliche im Fachdienst Kindertagesbetreuung, in Wiesbaden. Und strichen dabei gleich auch eine Besonderheit heraus: Für Konzepte und sozialplanerische Steuerung stellt der Kreis Groß-Gerau personelle Ressourcen bereit.

Als Teil eines Familienzentrumsmodells wurden bisher im Kreis Groß-Gerau drei von vier Tagespflegestützpunkte etabliert: Hier werden die Kinder betreut, wenn die Tagesmütter erkrankt sind. Solche Stützpunkte betreiben das MAZ e.V. für den Südkreis in Stockstadt, das Kinder- und Familienzentrum in Bischofsheim für die Mainspitze und das Diakonische Werk Groß-Gerau – Rüsselsheim in Kooperation mit der Stadt Groß-Gerau für den Mittelkreis. Familienzentren gibt es bislang in Mörfelden-Walldorf, Büttelborn, Stockstadt, Biebesheim, Groß-Gerau, Trebur, Bischofsheim sowie in Kelsterbach. „Fünf weitere Kommunen sind am Aufbau interessiert“, so Dr. Anke Melchior.

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe von der Justus-Liebig-Universität Gießen sprach bei der Tagung vom „Mehrwert von Familienzentren“: Junge Menschen, die mit unzureichender Bildung auf den Arbeitsmarkt drängen, belasteten die Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen in erheblichem Maße. Der Mehrwert dieser Familienzentren besteht ihrer Überzeugung nach darin, die Folgekosten niedriger zu halten, wenn Kinder mit guten Bildungschancen aufwachsen.

„Unser politisches Ziel ist es, Familien im Kreis Groß-Gerau zu stärken“, sagte Kreisbeigeordneter Astheimer: „Verlässliche und gut vernetzte Angebote für die Eltern sowie eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung und Betreuung sind Standortfaktoren, mit denen unsere Kommunen punkten können.“  

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