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Kreis beteiligt sich an Flüchtlingshilfeprojekt:

Interkulturelle Gesundheitsaufklärung

KREIS GROSS-GERAU – Menschen aus anderen Sprach- und Kulturkreisen, die nach Deutschland geflüchtet sind, stehen häufig vor hohen Hürden, wenn es um ihre gesundheitliche Versorgung geht. Dabei  sind sie durch ihren Lebensweg besonderen Risiken ausgesetzt, sowohl was die körperliche als auch was die psychische Verfassung angeht. Die sprachlichen und kulturellen Barrieren von Geflüchteten verringern und somit zu einer besseren Versorgung dieser Gruppe beitragen will das UN-Flüchtlingshilfeprojekt „Interkulturelle Gesundheitsaufklärung von Menschen mit Fluchterfahrung durch geschulte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren“.

Ein entsprechendes interkulturelles Gesundheitsprojekt ist nun auch im Kreis Groß-Gerau, genauer in der Mainspitze (Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg), angesiedelt. Kooperationspartner dabei sind der Caritasverband Offenbach/Main und der Kreis Groß-Gerau; gefördert wird das Projekt für ein Jahr von der UNO-Flüchtlingshilfe. Ziel ist es, Menschen mit Fluchterfahrung bei Erlangen und Erhalt eines selbstbestimmten und gesunden Lebens zu unterstützen. Dabei helfen sollen Multiplikator/innen, die die Sprache der Geflüchteten sprechen.

Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer begrüßte bei der Auftaktveranstaltung zum Projekt im Groß-Gerauer Landratsamt die Gäste. Er sagte: „Gerade bei Menschen, die eine mühselige Flucht mit traumatisierenden Erlebnissen hinter sich haben, gibt es oftmals Beschwerden. Sie brauchen medizinischen Rat und Hilfe, aber aufgrund struktureller Unterschiede im Vergleich zu den Heimatländern ist der Zugang zum deutschen Gesundheitssystem erschwert. Hier wollen wir Abhilfe schaffen. Die Unterstützung durch ehrenamtliche Multiplikatoren beim Thema Gesundheit kann ein zusätzlicher Webknoten in unserem schon heute engmaschigen Netz von sozialen Hilfen im Kreis sein.“

Nach weiteren Grußworten von Ute Kepper, der stellvertretenden Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucherschutz, sowie Christiane Leonhardt-Içten, Direktorin des Caritasverbandes Offenbach/Main, stellte Projektreferentin Melanie Lutz von der Caritas das Projekt und seinen Ablauf näher vor. Nach der Gewinnung und Schulung von mehrsprachigen Multiplikator/innen zu Gesundheitsthemen sowie zur Methodik und Didaktik von Veranstaltungsorganisation sollen ab Februar bis Mai 2019 Infoveranstaltungen für die Menschen mit Fluchterfahrung folgen. Am Ende stehen Monitoring und Projektevaluierung.

Weitere Vorträge gab es während der Auftaktveranstaltung von Rajni Aggarwal und Beatrice Frank von der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAGE) sowie von Katharina Schulze, Koordinatorin für das Modellprojekt „Kommunale Gesundheitsinitiativen interkulturell“ der Stadt Frankfurt am Main (KoGi), an dem sich der Kreis Groß-Gerau orientieren kann. Dort wird es jetzt konkret: Die Termine für zwei Informationsabende für interessierte Ehrenamtliche stehen. Sie beginnen am 25. September und 9. Oktober jeweils um 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Bischofsheim, Darmstädter Straße 6. Näheres ist bei Melanie Lutz zu erfahren: melanie.lutz@cv-offenbach.de.

 

 

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