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Kooperationsklassen an der Groß-Gerauer Schillerschule:

Landrat: Wir werden nicht nachlassen

Einen essbaren Schlüssel für den Neubau der Groß-Gerauer Schillerschule übergab bei der Feierstunde zur Einweihung Roland Dittmar (Zweiter von links) vom Architekturbüro Fenchel an Landrat Thomas Will sowie die Schulleiter Christiane Mende und Jörg Dammann (von links). Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – „Jeder Mensch ist dazu bestimmt, ein Erfolg zu sein, und die Welt ist dazu bestimmt, diesen Erfolg zu ermöglichen.“ Mit diesem Satz aus dem UNESCO-Bericht „Wie wir leben lernen“ von 1972 begann Landrat Thomas Will am Freitag seine Rede anlässlich der Einweihung des Neubaus für inklusiv arbeitende Kooperationsklassen an der Schillerschule Auf Esch. Zu der akademischen Feierstunde mit symbolischer Schlüsselübergabe waren rund 70 Gäste in die Groß-Gerauer Grundschule gekommen, in der es seit Beginn des laufenden Schuljahrs zwei inklusive Kooperationsklasse gibt. Dort arbeiten Schillerschule und die Helen-Keller-Förderschule Königstädten eng zusammen.

Sowohl im „Altbau“ von 2011 als auch im Neubau der Schillerschule – die insgesamt rund 520 Schülerinnen und Schüler hat – gibt es nun speziell auf die Bedürfnisse der Kooperationsklassen zugeschnittene Räume. Im Neubau entstanden sechs neue Klassenräume, vier davon im Tandem-System (jeweils zwei Säle, die durch einen Gruppenraum miteinander verbunden sind), außerdem ein Bewegungsraum und ein Therapieraum. Auch Verwaltung und Schulsozialarbeit erhielten weiteren Platz. Im Altbau wurden zwei Klassen auf das Tandem-System umgerüstet.

Dies alles sind Voraussetzungen dafür, dass behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam, also inklusiv, unterrichtet werden können. Und dass aus jedem Leben eine Erfolgsgeschichte wird. Für den Ausbau der Schillerschule hat der Kreis Groß-Gerau rund 3,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Geld, das aus der Schulumlage kommt, in die Städte und Gemeinden des Kreises einzahlen, wie der Landrat erklärte. Er betonte, dass der Landkreis als Schulträger in den Bau und die Ausstattung seiner Schulen in den vergangenen Jahren mehr als 325 Millionen Euro gesteckt hat. „Und es geht weiter. Wir werden nicht nachlassen in unseren Bemühungen in Sachen Bildung“, sagte Thomas Will. Eventuell müsse das Tempo sogar noch gesteigert werden, „denn die Anforderungen an moderne Pädagogik steigen ständig“ und auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler nehme im Zuzugskreis Groß-Gerau zu, so dass es weitere Ausbauplanungen für Schulen gebe.

Schillerschulleiterin Christiane Mende und Helen-Keller-Schulleiter Jörg Dammann dankten allen Beteiligten für die gemeinsame Kraftanstrengung, die das schöne Schulhaus hervorgebracht habe. „Ab dem Schuljahr 2016/17 konnten wir unsere wirklich großen Pläne endlich umsetzen“, sagte Mende. Und Jörg Dammann ergänzte: „Es ist wirklich alles andere als gewöhnlich, dass wir die inklusiv arbeitenden Kooperationsklassen mitten in der Schule, in beiden Gebäuden, implementiert haben. Die Klassen sind mittendrin und nicht nur dabei.“ Etwas Besonderes sei auch die gemeinsame Zuständigkeit beider Schulleitungen.

Groß-Geraus Bürgermeister Stefan Sauer sagte, bei dieser Feier lasse sich erkennen, was alles Inklusion bedeutet: dabei zu sein, mitzuwirken und zum Erfolg einer Gruppe beizutragen. Dabei bezog er sich auf die Darbietungen der beiden Kooperationsklassen 1b und 1e. Eine zeigte einen Tüchertanz. Die andere hatte zu Beginn der Veranstaltung zu einem Lied spielerisch den Unterschied zwischen Ausgrenzung und Zuwendung dargestellt: Da ging es vom Land der blau Karierten oder der rot Gefleckten schließlich ins inklusive Land der bunt Gemischten, wo man sich die Hand reicht und gemeinsam voranschreitet.

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