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Kindertagespflege: Fachfrühstück zum Thema Kompetenz:

Bewusst ganzheitlicher Ansatz

In Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen des Fachfrühstücks, das der Fachdienst Kindertagesbetreuung im Kreis Groß-Gerau ausrichtete, mit den Kompetenzen, die in der Kindertagespflege nötig sind. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Unter dem Motto „Kompetenzorientierung in der Kindertagespflege – Ein Arbeitsplatz mit Profil“ veranstaltete der Fachdienst Kindertagesbetreuung im Kreis Groß-Gerau am 28. Januar ein Neujahrs(fach)frühstück im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts. Mit rund 50 Anwesenden fand es regen Zuspruch.

In einer anschaulichen Präsentation betonte die Referentin und Diplom-Pädagogin Anna Klein: „Um herausfordernde Aufgaben zu lösen, braucht es Kompetenz. Kompetenz setzt sich jedoch nicht nur aus Wissen und Können zusammen. Das Wollen gehört auch dazu“. Kompetentes Handeln schließt also den Einsatz von Wissen, von kognitiven und praktischen Fähigkeiten genauso ein wie soziale Verhaltenskomponenten: Haltungen, Gefühle, Werte und Motivationen. Dieser bewusst ganzheitliche Ansatz fokussiert lebenslanges Lernen.

„Wichtig ist, was jemand kann, und nicht, wo es gelernt wurde“, sagte Anna Klein. Ziel ist, Gleichwertigkeiten und Unterschiede von Qualifikationen transparenter zu machen und die Anerkennung/Anrechnung von Lernen außerhalb des formalen Bildungswegs – zum Beispiel im Lernort Familie – anzuerkennen.

Diese ganzheitliche Perspektive wurde beim Fachfrühstück nach dem Vortrag in vier Workshops vertieft. Dabei trugen die Teilnehmenden Erkenntnisse und Fragen zusammen. Die Resonanz war positiv: „Dieser Ansatz ist hilfreich für meine Selbstreflexion und Weiterentwicklung“, sagte eine Teilnehmerin. Andere ergänzten: „So kann es gelingen, dass Eltern mich noch stärker in meiner Professionalität wahrnehmen.“ „Ich frage mich: Wo geht es hin, bei mir persönlich und in der Kindertagespflege?“  „Es gibt keinen Stillstand, wir sind auf dem Weg.“

Das Kompetenzprofil Kindertagespflege nutzt den Kindertagespflegepersonen als Orientierung bei der Überprüfung und Weiterentwicklung eigener Kompetenzen. Bildungsträgern und fachpolitisch Verantwortlichen dient es zur Vertiefung der Erstqualifizierung sowie der Fort- und Weiterbildung. Als Grundlage gelten die Richtlinien des Qualitätshandbuchs Kindertagespflege (QHB 1 und 2) vom Deutschen Jugendinstitut sowie die des Bundesverbands Kindertagespflege.

Der Fachdienst Kindertagesbetreuung im Kreis Groß-Gerau entwickelt seine Bildungsmaßnahmen in diesem Sinne weiter. Er ist einer von bundesweit 30 Modellstandorten in ganz Deutschland, die im Rahmen des Bundesprogramms „Frühe Bildung - Gleiche Chancen: Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“ gefördert werden.

Die Veranstalterinnen des Frühstücks und teilnehmenden Kindertagespflegepersonen blicken auf eine gelungene Veranstaltung zurück, bei der neben dem fachlichen Austausch auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam. Mit anderen Worten: ein rundum erfolgreicher Jahresstart mit visionärem Charakter.

Wer sich für das Betreuungsangebot in der Kindertagespflege interessiert oder eine Kindertagespflegestelle eröffnen möchte, findet weitere Informationen im Internet auf  www.kreisgg.de/index/familien-kinder-und-jugend/kindertagesbetreuung. Die nächste Informationsveranstaltung zur Qualifizierungsmaßnahme des Kreises Groß‑Gerau ist am 4. Februar, 10 bis 11:30 Uhr, im Kinder- und Familienzentrum Phantasien, Marie-Curie-Straße 27 in Trebur. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
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