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„Keine zynische Opfer-Inszenierung“

Bürgermeister des Kreises zu EKHN-Kritik an Corona-Kundgebungen

KREIS GROSS-GERAU – Dass Menschen mit den NS-Symbolen nachgeformten Davidsternen gegen Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie demonstrieren, soll nach Überzeugung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) künftig verboten sein. Das haben Kirchenpräsident Volker Jung und Stellvertreterin Ulrike Scherf in einem Schreiben an den Hessischen Landkreistag gefordert. Die Bürgermeister der 14 Städte und Gemeinden des Kreises Groß-Gerau sowie Landrat Thomas Will begrüßen den Vorstoß.   

„Es ist bei aller Meinungs- und Demonstrationsfreiheit völlig inakzeptabel, dass sich Teilnehmende an diesen Hygiene-Demos als Opfer diktatorischer staatlicher Repression inszenieren und dies mit dem Tragen von Symbolen aus der NS-Zeit auch noch untermauern“, sagte Landrat Thomas Will. Die Bürgermeister der Kreiskommunen sind sich einig, dass ein derartiges Protest-Verhalten auch in ihren Städten und Gemeinden nicht geduldet werden darf und vielmehr entsprechend geahndet werden muss. „Wo Opfer des Holocaust verunglimpft werden, dürfen wir nicht tatenlos zusehen, sondern müssen handeln“, so Will: „Ich begrüße es sehr, dass sich die Bürgermeister dem Vorstoß der Evangelischen Kirche anschließen und damit zugleich ein starkes Signal nach außen aussenden.“   

Bei den Kundgebungen gegen die Corona-Einschränkungen seien zuletzt auch andere Motive aus der NS-Diktatur gezeigt worden, wie etwa „eine unerträgliche Stilisierung des Eingangsportals des NS-Konzentrationslagers Ausschwitz mit den Worten ,„Impfen macht frei`“, so heißt es in dem Schreiben. Auch die Verwendung eines Bildes von Anne Frank als Protest gegen ein häusliches „Eingeschlossen-Werden“ sei mit dem zynischen Satz versehen worden „Anne Frank wäre heute bei uns“.  

Wörtlich heißt es in dem Brief: „Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verurteilt diese unerträgliche Verunglimpfung von Opfern des Holocaust auf das Schärfste. Wir fordern, das Tragen solcher Motive auf Demonstrationen zu verbieten.“  München habe ein solches Verbot bereits erlassen und untersagt, den NS-Symbolen nachgeformte Davidsterne zu tragen. 

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