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Keine Angst vor Wörtern und Silben

Landrat Will und KVHS-Leiter Dr. Hebenstreit eröffnen Lerncafé

Bildtext: Zum Lernen in die Cafeteria: In der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau gibt es ein neues Angebot, das sich um jene Menschen kümmert, die wenig lesen und schreiben können. Landrat Thomas Will (Mitte), KVHS-Leiter Dr. Stefan Heben-streit (zweiter von rechts), Projektkoordinatorin Birgit Schick (zweite von links) ha-ben das Lerncafé nun eröffnet. Mit auf dem Bild: Die beiden Lernpat*innen Renate Kessler (links) und Leonard Germann. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Die Kreisvolkshochschule Groß-Gerau (KVHS) hat am Montag im Schloss Dornberg in Groß-Gerau das Lerncafé eröffnet. Im Rahmen des Projekts „Agile Grundbildung“ und gefördert durch das Hessische Kultusministerium gibt es hier nun ein besonderes Angebot für ein sensibles Thema: Menschen mit geringer Lese- und Schreibfähigkeit können – ganz ohne Anmeldung und gebührenfrei – gemeinsam mit ehrenamtlichen Lernpat*innen das lateinische Alphabet kennen lernen, Lesekompetenzen entwickeln und Schreibtechnik trainieren. Auch neue Alltagskompetenzen im Umgang mit digitalen Medien oder Alltagsmathematik stehen auf dem Plan.

Das Lerncafé kann immer montags von 14 bis 17 Uhr in der Cafeteria im Schloss Dornberg, Hauptstraße 1, in Groß-Gerau besucht werden. „Hierbei spielt es keine Rolle, ob Interessierte nur einmal kommen, um beispielsweise Hilfe bei einer Antragsstellung zu erhalten oder das Café regelmäßig besuchen. Wir stellen uns ganz individuell auf die Lernenden ein und helfen Ihnen in jedem Bereich“, erklärt Lernpatin Renate Kessler, die sich sehr auf Ihre neue Aufgabe freut.

Eröffnet wurde dieses neue Lernangebot von Landrat Thomas Will, der die Bedeutung dieses Projekts betonte und sich wünscht, dass der Aufbau zentraler Anlaufstellen für gering Literalisierte auch in anderen Kommunen gelingt: „Es ist sehr schwierig, sich hinzustellen und zu sagen: Ich kann nicht lesen. Es ist aber auch enorm schwierig, ohne Lese- und Schreibkompetenz am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Es muss zunächst eine große Hürde überwunden werden, sich helfen zu lassen“, sagte Will.

„Genau hier möchte die KVHS mit diesem niedrigschwelligen Angebot ansetzen“, ergänzte Dr. Stefan Hebenstreit, Leiter der KVHS. Der Zugang solle so leicht wie möglich gestaltet sein, daher gibt es auch keine administrativen Hindernisse. Eine bunte „ABC-Fahne“ diene als Hinweis während der Öffnungszeit und soll einladen, in das Lerncafé zu kommen.

Für dieses Projekt möchte die KVHS Schulen, Arbeitgeber*innen oder karitative Einrichtungen als Bildungspartner*innen gewinnen. Ziel sei es nun Multiplikator*innen zu erreichen, dazu zählten natürlich auch Freunde und Angehörige, die Betroffene ermutigen, ins Lerncafé zu kommen, berichtete Projektkoordinatorin Birgit Schick. Die aktuell zehn ehrenamtlichen Lernpat*innen werden laut Projektleitung mit Fingerspitzengefühl, Geduld und didaktischem Talent über Buchstabenhürden hinweghelfen und Hilfestellung leisten, wenn Silben und Wörter zusammengezogen werden müssen oder die richtigen Lerntools im Web angesteuert werden sollen. Auch neue Lernpat*innen sind herzlich willkommen – sie werden durch kostenfreie Schulungen und intensiven Austausch durch die KVHS unterstützt.

Für weitere Informationen können sich Interessierte gerne an die KVHS, unter der Telefonnummer 06152 1870-412, wenden.

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