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Kein Platz für Hass

Kreis setzt Zeichen für „Tag gegen antimuslimischen Rassismus“

Kreis Groß-Gerau beteiligt sich am „Tag gegen antimuslimischen Rassismus“ und unterstützt unter dem Hashtag #KeinPlatzfürHass die bundesweite Aktionswoche. Das Bild zeigt (von links): Nilüfer Kuş von der Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Kreis, Landrat Thomas Will und Sedef Yıldız, Leiterin des Büros für Integration. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Rassistische Beleidigungen, Schmierereien an Moscheen, Brandanschläge sowie tätliche Übergriffe auf Muslim*innen ereignen sich wieder und wieder in Deutschland. Islam- und Muslimfeindlichkeit zeigen sich zunehmend in gewalttätigen und tödlichen Übergriffen und sind eine große Bedrohung für unsere demokratische und von Vielfalt geprägte Gesellschaft. Das Netzwerk gegen Rechtsextremismus und Rassismus nutzt den Tag gegen antimuslimischen Rassismus nun dafür, um das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und ruft zu Solidarität mit den Betroffenen auf.  

Mit dem Hashtag #KeinPlatzfürHass startet die bundesweite Aktionswoche gegen antimuslimischen Rassismus in diesem Jahr. Landrat Thomas Will hat gemeinsam mit der Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus ein Banner am Kreishaus angebracht, um auf den Tag aufmerksam zu machen und ein Signal gegen antimuslimischen Rassismus zu setzten. „Es ist unsere Aufgabe, den Blick auf die unterschiedlichen Formen und Folgen von Rassismus zu lenken und Wege aufzuzeigen, Rassismus zu überwinden“, sagte Landrat Will. 

Negativbeispiele gibt es immer wieder: Erst im März wurde an einer Bushaltestelle in Groß-Gerau eine Muslima rassistisch angegriffen. Die Fachstelle betont, dass dieser Fall im Landkreis kein Einzelfall war, sondern die alltägliche Erfahrung von vielen Muslim*innen ist. „Es war gut, dass der antimuslimisch motivierte rassistische Vorfall vom März in die Öffentlichkeit gekommen ist. So wurde nochmal deutlich, dass antimuslimischer Rassismus überall und jederzeit gegenwärtig ist – auch im Landkreis Groß-Gerau“, sagte Sedef Yıldız, Leiterin des Büros für Integration. „Rassismus ist Gewalt am Menschen. Sie zeigt sich in vielen unterschiedlichen Formen und erschüttert das Leben von Betroffenen auf mehreren Ebenen. Sie ist und bleibt ein Menschheitsverbrechen“, ergänzt Nilüfer Kuş von der Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Kreis. 

Am 1. Juli 2009 wurde im Landgericht Dresden Marwa El-Sherbini ermordet. Der Mord an der schwangeren, 32-jährigen Pharmazeutin aus Ägypten wurde auch international zur Zäsur dafür, was Islam- und Muslimfeindlichkeit für Folgen haben können. Als Tag gegen antimuslimischen Rassismus steht seither der 1. Juli für entschiedenes Eintreten für eine solidarische, demokratische, freiheitliche und multireligiöse Gesellschaft. 

Die „Allianz gegen Hass“, ein Projekt von der CLAIM-Allianz, organisiert am Tag gegen antimuslimischen Rassismus Aktionen, an denen sich das Netzwerk gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Landkreis Groß-Gerau anschließt. Zum einen soll darauf aufmerksam gemacht werden, welche gewalttätigen Formen antimuslimischer Rassismus haben kann. Zum anderen werden in der Aktionswoche vom 24. Juni bis zum 1. Juli Menschen dazu aufgerufen, die Aktionen zu unterstützen, ihre Erfahrungen öffentlich zur Sprache zu bringen und sich mit Betroffenen zu solidarisieren.  

Die Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus des Kreises hat in Kooperation mit der Allianz gegen Hass Plakate erstellt und wird diese in der Aktionswoche auf Facebook, Instagram und Twitter der Öffentlichkeit zugänglich machen. Kreisweit unterstützen im Netzwerk viele Menschen und Gruppen die Aktionswoche gegen antimuslimischen Rassismus, in dem sie die Plakate in ihren jeweiligen Orten und Institutionen aufhängen und die Online-Aktion reposten.  

Wie man sich an der Aktionswoche beteiligen kann, erfahren Interessierte auf der Webseite der Claim-Allianz. CLAIM wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert und ist Teil der Strukturentwicklung zum bundeszentralen Träger im Themenfeld „Prävention von Islam- und Muslimfeindlichkeit und Empowerment von Betroffenen“. www.allianzgegenhass.de

Weitere Informationen sind auch auf der Kreiswebseite unter www.kreisgg.de/netzwer-demokratie zu finden.  

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