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„Jeden Tag neu bewerten“

Landrat Will und Erster Kreisbeigeordneter Astheimer zu Corona

KREIS GROSS-GERAU – „Der Frau geht es den Umständen entsprechend gut, sie weist nur leichte Atemwegsbeschwerden auf, ist mit ihrem Ehemann häuslich isoliert und wird von den Ärztinnen und Ärzten unseres Gesundheitsamts regelmäßig kontrolliert“: Landrat Thomas Will und der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer haben am Dienstag nach einem Treffen des Verwaltungsstabs des Kreises Groß-Gerau über den Gesundheitszustand jener Frau informiert, bei der am späten Samstagabend eine Infektion mit dem neuartigen Virus SARS-CoV-2 festgestellt wurde. Dabei handelt es sich um die erste Corona-Infektion im Landkreis Groß-Gerau.  

Der Verwaltungsstab des Kreises, in den zentrale Fachdienste der Kreisverwaltung berufen wurden, tagt regelmäßig und bespricht sich zu allen wichtigen Themen im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Corona-Infektion. „Wir sind froh, dass wir dabei auf fundierte Informationen sowohl des Robert-Koch-Instituts als auch des Hessischen Sozialministeriums zurückgreifen können“, sagten Will und Astheimer. Natürlich stehe das Gesundheitsamt des Kreises Groß-Gerau in ständigem Austausch mit dem Hessischen Sozialministerium. Astheimer wird am Mittwoch in Wiesbaden am Treffen der hessischen Gesundheitsdezernenten mit dem Sozial- und Integrationsminister Kai Klose teilnehmen, um das weitere koordinierte Vorgehen abzustimmen.  

Die Experten aus dem Groß-Gerauer Gesundheitsamt haben seit Bekanntwerden des Corona-Falls eine Vielzahl von Anrufen besorgter Menschen aus dem Kreis erreicht. „Es ist verständlich, dass die Menschen Angst haben und sehr aufgeregt sind. Gleichwohl besteht tatsächlich kein Grund zur Panik. Der Kreis steht in engem Kontakt mit dem Ministerium und sieht sich gut gewappnet, auf verschiedene Lagen jeden Tag angemessen zu reagieren“, so Will und Astheimer. „Aktuell schätzt das Robert-Koch-Institut die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung durch das Virus in Hessen als gering bis mäßig ein; deshalb sind Hysterie und Panik schlechte Ratgeber“, sagte Ute Kepper vom Kreisgesundheitsamt.  

Sinnvoller und wirksamer ist laut der Ärztin vor allem das Befolgen einfachster Hygieneregeln: In die Armbeuge husten oder niesen, Einmaltaschentücher verwenden und sie nach Gebrauch entsorgen; Händeschütteln vermeiden; Abstand zu Menschen, die grippeähnliche Symptome zeigen; vor allem: gründliches und regelmäßiges Waschen der Hände mit Seife. „Es kommt weniger darauf an, was wir anfassen, sondern was wir danach mit unseren Händen machen: Bevor wir uns ins Gesicht fassen oder Nahrungsmittel anfassen, sollten wir unsere Hände gründlich waschen; eine Desinfektion der Hände im häuslichen Bereich ist nicht nötig. Auch die Spülmaschine tötet bei 60 Grad die Viren ab, Besteck und Geschirr können so bedenkenlos verwendet werden“, so Ute Kepper. „Wir können uns selbst schon sehr vor dem Virus schützen, indem wir unser Verhalten der neuen Lage anpassen“, so Kepper.  

Was sollen Menschen machen, die sich krank fühlen? Bei Verdachtsmomenten rät das Gesundheitsamt zu dem folgenden Vorgehen: Personen, die innerhalb der vergangenen 14 Tage Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten sowie Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage im Risikogebiet (Provinzen in China, Iran, Südkorea sowie die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien in Italien) gewesen sind und Symptome (von leichter Erkältung bis Lungenentzündung) haben, sollten zu Hause bleiben und telefonisch das Gesundheitsamt oder ihren Hausarzt kontaktieren.  

Bei Auftreten von Symptomen ohne Reisehintergrund und Kontakt mit einer infizierten Person sollen die Personen den Hausarzt anrufen. Der Hausarzt stimmt sich im Verdachtsfall mit dem Gesundheitsamt über das weitere Vorgehen ab. Das Gesundheitsamt entscheidet nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, ob ein Virus-Test gemacht wird. Das Gesundheitsamt ist auch die Behörde, die schließlich eine häusliche Isolierung oder andere Quarantäne-Maßnahmen anordnet und diese auch regelmäßig kontrolliert. „Wir können uns auf den Sachverstand im Gesundheitsamt verlassen“, so Will und Astheimer.  

Beide riefen die Bevölkerung im Kreis zur Besonnenheit auf und baten darum, nicht durch Spekulationen zur Beunruhigung beizutragen. Auch Hamsterkäufe verunsicherten, sie seien keineswegs notwendig. Überdies besteht nach Einschätzung von Will und Astheimer aktuell kein Grund, zentral durch den Kreis Veranstaltungen abzusagen. Wer Veranstaltungen plant, kann nach eigener Abwägung und anhand der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts entscheiden, ob der jeweilige Termin stattfinden soll oder nicht. „Wir werden risikobezogen jeden Einzelfall prüfen, abwägen und dann entscheiden“, so Will und Astheimer. „Wir erleben zurzeit eine dynamische Situation, in der wir jeden Tag neu bewerten.“  

Eine hessenweite Hotline des Sozialministeriums zu dem Thema Coronavirus ist unter der Nummer 0800-5554666 täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Auch das Team des Gesundheitsamts des Kreises Groß-Gerau steht unter der Rufnummer 06152 989 213 zu den Bürozeiten für Fragen zur Verfügung. 

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