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Interkulturelles Laufteam begleitet inklusive Staffel beim Marathon:

„Inklusion muss gelebt werden“

Im Ziel: Letzte Distanz einer inklusiven Marathonstaffel. Das Bild zeigt von links: Ahmed Alkteb, Patrizia Frank, Lars Riedel, Said Omid Hashimi, Chantalle Wetzer, Ralph Tschirner. Bild: Steffen Roth

KREIS GROSS-GERAU  - Neuen Teilnehmerrekord erreicht, Weltklasse-Zeiten bei der Elite, schnellstes Frauenrennen aller Zeiten in Deutschland: Die Ausgabe des Mainova Frankfurt Marathon, des ältesten deutschen Stadtmarathons, hat viele begeistert. 26.826 Athleten insgesamt waren am vergangenen Sonntag auf der Strecke – darunter auch ein interkulturelles Laufteam aus dem Kreis Groß-Gerau als Begleitläufer einer inklusiven Marathonstaffel. „Damit wollten wir ein Zeichen für eine offenere Gesellschaft setzen. Und somit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für eine Kultur der Teilhabe“, sagte Patrizia Frank, die WIR-Koordinatorin des Büros für Integration sowie Integrationskoordinatorin des Sportkreises Groß-Gerau ist.  

Beim Frankfurter Marathon hatten sich Schwerstbehinderte, Rollifahrer, Blinde und autistische Sportlerinnen und Sportler, begleitet von ihren Geschwistern, Trainern, Betreuerinnen und Betreuer sowie Athleten mit Fluchterfahrungen aus dem Kreis Groß-Gerau die Marathonstrecke von 42,195 km in 14 Staffeln aufgeteilt.  Nach etwa 5.20 Stunden Gesamtlaufzeit und eisigen Böen waren die letzten Teilnehmenden des Projektes mit der Stafette ins Ziel in der Festhalle gekommen.  

Beim Zieleinlauf hatten junge Geflüchtete zwei Rollstuhlfahrerinnen auf den letzten Metern  begleitetet. „Allen Menschen mit ihren Besonderheiten und Verschiedenheiten müssen Teilhabechancen in unserer Gesellschaft ermöglicht werden. Am wichtigsten dabei ist der wertschätzende Umgang miteinander“, sagte Patrizia Frank. „Wir können von und übereinander lernen.“  Die WIR-Koordinatorin hatte mit Julia Keller und Laura Juozapavicius, Betreuerinnen des Vereins Pädagogisch-soziale Kinder- und Jugendhilfe e.V. aus Mörfelden-Walldorf und mit Martin Maiwald vom Interkulturellen Verein für Erziehung und Bildung e.V. (IVEB e.V.) aus Nauheim, ein Team junger Geflüchteter zusammengestellt. Ahmed Alkteb aus Syrien lief schon 2017 in einer Interkulturellen Staffel beim Frankfurt Marathon mit, und beteiligt sich immer wieder an diversen Projekten. 2017 belegte das Team United aus dem Kreis Groß-Gerau mit einer Marathonzeit von 2:30:37 den ersten Platz, das  zweite Team El Mundo den 98. Platz (3:31:16) von insgesamt 6111 gemeldeten Mixed Staffeln beim Frankfurt Marathon. 

Der Start fiel in diesem Jahr auf das Jubiläum der „Special Olympics Deutschland“. Die deutsche Organisation der weltweit größten, vom IOC offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung wurde 50 Jahre alt. Ralph Tschirner, Projektleiter der Inklusiven Marathonstaffel des Sportkreises Frankfurt, Harpreet Cholia, Projektleiterin der Kulturbrücke Frankfurt des Mehrgenerationenhauses sowie Patrizia Frank hatten sich von dem Jubiläum inspirieren lassen.  

Mit Unterstützung von weiteren 13 integrativ tätigen Vereinen und Institutionen, wie beispielsweise der Hessische Flüchtlingsrat, die Lebenshilfe, Special Olympics und die Panoramaschule Nied, wurde schließlich eine 104 köpfige Staffel aus Athleten mit unterschiedlichen Besonderheiten gemeldet. Das Kick-Off bildete ein Netzwerktreffen aller Vereine am Vorabend des Laufs, welches im Mehrgenerationenhaus KIZ Gallus in Frankfurt stattfand, und durch die Band „Blind Foundation“ begleitet wurde. Eine Fotoausstellung von „Special Olympics Hessen“ zum Thema „Behinderung im Sport“ ist noch weiterhin im Mehrgenerationenhaus KIZ Gallus zu sehen. 

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