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„Intensiv meine Zeit gelebt“

Landrat Will gratuliert Marieliese Vogel-Dietrich zum 100. Geburtstag

Blumen zum besonderen Fest: Landrat Thomas Will (rechts) gratuliert Marieliese Vogel-Dietrich aus Rüsselsheim mit einem bunten Blumenstrauß zum 100. Geburtstag. In die Schar der Gratulanten reihten sich ein (von links): Pflegedienstleitung Linda Wagner, Einrichtungsleiter Eilert Kuhlmann, die Beauftragte der Stadt Rüsselsheim und Einrichtungsbeiratsvorsitzende „Haus am Ostpark“ Hélène Schunk. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – „Viel Trubel“ hat sie an ihrem Ehrentag schon, schließlich hatten sich zu ihrem Fest viele Freunde angesagt. „Und niemand aus meinem Bekanntenkreis ist älter als ich“, sagt sie lächelnd. Das verwundert nicht. Denn bei guter geistiger und körperlicher Gesundheit konnte Marieliese Vogel-Dietrich am Mittwoch in der Seniorenresidenz „Haus am Ostpark“ in Rüsselsheim einen ganz besonderen Geburtstag feiern. Ehrensache, dass zum 100. auch Landrat Thomas Will mit einem bunten Herbststrauß zum Gratulieren vorbeischaute.  

„Wo sitzt denn die Jubilarin?“, fragte der Landrat höflich bei der Begrüßung. Und damit gar nicht so übertrieben. In der Tat sieht man der elegant gekleideten Dame ihr Alter nicht an: Fünf Tage vor Ausrufung der Weimarer Republik am 6. November in Bingen geboren, hat Marieliese Vogel-Dietrich, wie sie es selbst ausdrückt, „ganz intensiv meine Zeit erlebt, und zwar gute wie weniger gute Zeiten“. Dreizehn Jahre war das „Pfälzer Mädsche“ verheiratet, hat einen Sohn geboren, der vor drei Jahren starb. Heute gehören zur Familie zwei Enkel, zwei Urenkel, und eine Ururenkelin.  

Marieliese Vogel-Dietrich hat 30 Jahre lang, von 1952 bis 1982, den Kindergarten am Zamenhof geleitet. Generationen von Rüsselsheimern hat sie geprägt. Umzüge, berufliche Stationen – es sind verständlicherweise aber vor allem die glücklichen Momente, an die sie sich im Gespräch mit dem Landrat, der Beauftragten der Stadt Rüsselsheim und Einrichtungsbeiratsvorsitzenden „Haus am Ostpark“ Helene Schunk, dem Einrichtungsleiter Eilert Kuhlmann und der Pflegedienstleitung Linda Wagner erinnert. Seit ihrem 95. Lebensjahr wohnt sie im „Haus am Ostpark“.  

„Sie freut sich des Lebens und an den Menschen“, berichtet die Pflegedienstleiterin. Leichtathletik, Schwimmen, ein paar Runden mit dem Rollator drehen – so hat sich Marieliese Vogel-Dietrich im Leben fit gehalten. „Ich habe in der Jugend sehr viel Sport getrieben“, sagt sie. „Ich habe nie geraucht, relativ normal gelebt. Man muss immer etwas machen, muss in Bewegung bleiben.“ So hat sie den vor einigen Wochen erlittenen Oberschenkelhalsbruch erstaunlich gut überstanden.  

Die Folgen der Narkose spüre sie noch, aber sonst „gehe es wieder“.  So schnell verzagt die Hundertjährige nicht. „Die Flinte ins Korn werfen, das gibt es nicht.“ Sie liest die Tageszeitung und informiert sich über das lokale Geschehen, spielt mit Begeisterung Rommé, schaut, dass sie jeden Tag ein wenig auf den Beinen steht. „Dann sehen wir uns im kommenden Jahr wieder“, sagt der Landrat zum Abschied.

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