Nachrichten_Einzelansicht

Informationsveranstaltung zu Umstellung auf Bio im Kreishaus:

Werbung für den Ökolandbau

Information und Diskussion zum Biolandbau im Landratsamt Groß-Gerau – Auf dem Podium waren (von links): Dr. Willi Billau, Vorsitzender des Regionalbauernverbands, Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, Heinz Gengenbach (stehend, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen), Heike Muster (BUND Kreisverband Groß-Gerau) und Jan Gröner (Verband Bioland). Bild: Kreisverwaltung Groß-Gerau

KREIS GROSS-GERAU – Bio boomt: Kunden nicht nur im Rhein-Main-Gebiet schätzen biologisch hergestelltes Gemüse, Kartoffeln oder Fleisch. Auch bei Landwirten wird Bio immer attraktiver. Heinz Gengenbach (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen) und Jan Gröner (Bioland) informierten nun im Landratsamt Groß-Gerau, was Landwirte, Obst- und Gemüsebauern bei einer Umstellung auf „Bio“ zu beachten haben. Veranstalter waren der BUND Kreisverband Groß-Gerau und der Regionalbauernverband Starkenburg. Schirmherr war der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer und moderiert wurden die Vorträge von Heike Muster (BUND).

Mit gut zwölf Prozent der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfläche und elf Prozent der Betriebe nimmt Hessen in Sachen Ökolandbau bundesweit einen Spitzenplatz ein. Der Anteil der Biobauern im Kreis Groß-Gerau liegt knapp unter zehn Prozent, acht Biobetriebe gebe es derzeit, „da ist noch Luft nach oben“, wie Kreisbeigeordneter Astheimer in seinem Grußwort anmerkte. „Ich bin überzeugt, dass Landwirtschaft im Kreis eine Zukunft hat, weil moderne Landwirte auf gute Qualität setzen, auf Naturschutz, auf Tierwohl und auf ressourcenschonende Anbaumethoden“, so Astheimer.

„Ich freue mich sehr, dass Regionalbauernverband und BUND gemeinsam eine Veranstaltung zu dem Thema Umstellung auf Biolandbau anbieten und damit zeigen, dass sie beim Thema Nachhaltigkeit an einem Strang ziehen“, sagte Astheimer. Auf lange Sicht müsse es darum gehen, Perspektiven auch für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe im Kreis zu schaffen – ob sie nun konventionell wirtschaften oder ökologisch. „Ausrichtung auf Menge und Export ist nicht alles“, sagte Astheimer.

Bioanbau sei eine Möglichkeit, mit weniger Umweltbelastung Lebensmittel zu produzieren. Er begrüße es, dass man über Aspekte der ökologischen Landwirtschaft ebenso wie über Verteilung der EU-Subventionen stärker nachdenke. „Umweltschutz und Landwirtschaft sind keine Gegensätze“, so Astheimer. „Ziel aller in der Landschaft wirkenden Akteure muss es sein, eine Vielfalt von Lebensräumen für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen bereit zu stellen“, sagte er. „Wir bieten im Landratsamt gerne auch künftig das Podium für eine fachliche Reihe, um wichtige Fragen zusammen mit der Landwirtschaft und Ökologie zu diskutieren“, so der Kreisbeigeordnete.

„Nutzflächen sind bei uns rar und teuer, aber wir benötigen bei biologischer  Landwirtschaft mehr Fläche“, betonte Dr. Willi Billau, der Vorsitzende des Regionalbauernverbands Starkenburg.  Heinz Gengenbach skizzierte daraufhin, wie die Rahmenbedingungen einer biologischen Landwirtschaft aussehen und welche unterschiedlichen Motive zugrunde liegen können, sich für eine andere Wirtschaftsweise zu entscheiden. „So ein Schritt ist sehr häufig das Ergebnis eines längeren Veränderungs- und Bewusstseinsprozesses“, sagte er. Gengenbach ist im Beratungsteam Ökologischer Landbau beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen mit dabei. Das Team bietet ökologische Fachberatung aus einer Hand.

Jan Gröner, der seit zehn Jahren Umstellungsberatungen für den Verband Bioland in Hessen anbietet, erläuterte anschaulich den Fahrplan hin zu einem biologisch arbeitenden Betrieb. Er stellte klar, dass sich die Landwirte, nicht nur an der aktuellen Preisentwicklung orientieren dürften. „Man kann sich dauerhaft auf Preisabstände nicht verlassen“, sagte er. Er sprach über artgerechte Haltung und Fütterung, über Bodenfruchtbarkeit und natürlichen Pflanzenschutz – und über die konkreten Schritte und Anträge, bis der Landwirt oder die Landwirtin erstmals biologisch zertifiziertes Gemüse oder Fleisch anbieten kann. „Bio“, betonte er, „ist nichts für Betriebe, die mit dem Rücken zur Wand stehen.“ 

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de