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„Impfen, testen, noch besser schützen“

Kreisbeigeordneter Astheimer zum Infektionsgeschehen in Altenheimen

KREIS GROSS-GERAU – „Dass die über 80-Jährigen und Bewohner*innen von Alten-und Pflegeheimen in diesen Tagen zuerst gegen das Coronavirus geimpft werden sollen, ist ein wichtiges und richtiges Signal“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer. Diese Menschen seien in der Pandemie besonders gefährdet: „In keiner anderen Bevölkerungsgruppe ist das Virus Sars-CoV-2 so gefährlich wie hier. Alte Menschen haben ein erhöhtes Risiko, schwer am Coronavirus zu erkranken. Wir müssen alles tun, um dort Ansteckungen zu vermeiden.“

Die Lage in den Heimen ist ernst: Laut Gesundheitsamt Groß-Gerau sind mit Stand 20. Dezember 2020 insgesamt 92 Bewohner*innen in den Alten- und Pflegeheimen des Kreises mit dem neuartigen Virus infiziert. Zudem sind 33 Mitarbeitende positiv auf das Virus getestet worden. Seit Beginn der Pandemie sind im Kreis fast 100 Menschen gestorben, viele davon hatten zuvor in den Einrichtungen gelebt. 20 Einrichtungen der stationären Altenpflege gibt es im Kreis mit insgesamt rund 1900 Plätzen. Dazu 17 Einrichtungen mit mehr als 430 Plätzen, in denen Menschen wohnen, die seelische und/oder geistige Handicaps haben. Größere Ausbrüche gab und gibt es in etlichen Heimen und Seniorenresidenzen im Kreis. 

Die Testpflicht für die Besucher*innen, die der Kreis kürzlich verfügt habe, sei wichtig, um das soziale Leben in den Heimen zu ermöglichen. „Ich möchte mir kein Weihnachten ausmalen, an dem die alten und hilfsbedürftigen Menschen die Feiertage getrennt von ihren Liebsten verbringen müssen“, sagte Astheimer. Die aktuelle Pandemie-Situation verlange den Leitungen und Pflegekräften ohnehin viel ab, da sei die Testpflicht noch eine weitere zusätzliche Aufgabe, weiß der Gesundheitsdezernent: „Aber das Risiko, dass Erreger in die Einrichtungen getragen werden, wird so verringert. Und der Druck zu handeln ist groß: Zwei von drei Menschen, die im November an und mit Corona gestorben sind, waren Bewohner*innen in Altenheimen. Wir verbieten nicht, wir möchten hier Unterstützung geben.“ Astheimer erinnerte zudem daran, dass seit wenigen Tagen die neue Landesverordnung für Alten- und Behinderteneinrichtungen in Hessen gilt. Regelmäßige Tests der Mitarbeitenden und das ständige Tragen von FFP2- oder KN95-Masken ist vorgeschrieben. Zweimal pro Woche dürfen Heimbewohner*innen Besuch bekommen.

„Wir tragen für die Menschen in den Heimen eine besondere Verantwortung“, sagte Astheimer. Der Gesundheitsdezernent betonte die konstruktive Zusammenarbeit mit den Heimen und Behinderteneinrichtungen im Kreis. „Mit den beiden Hygienefachkräften sowie der Leitung des Gesundheitsamts stehen wir in engem Kontakt mit den Heimen.“ Zum dritten Mal haben sich vor wenigen Tagen Verantwortliche aus den Heimen mit Fachleuten aus dem Gesundheitsamt, dem Fachbereich Soziale Sicherung und dem Ersten Kreisbeigeordneten zu einer Videokonferenz zusammengeschaltet. „Der Austausch ist allen Beteiligten sehr wichtig, es ist gut, dass wir dieses Forum anbieten können“, so Astheimer.

„Wir blicken auf ein Jahr voller Einschränkungen und Entbehrungen zurück, und auch Weihnachten und Neujahr werden wir anders feiern, als wir gehofft hatten“, sagte Astheimer. „Feiern lassen sich nachholen. Gerade in dieser besonderen Lage gilt meine Sorge den besonders gefährdeten Menschen. Sie haben unsere Solidarität verdient.“ 

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