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Humanität leben, Flüchtlingen helfen

Kreis Groß-Gerau äußert sich als Sicherer Hafen

KREIS GROSS-GERAU – „Es kann nicht sein, dass Menschenrechte keine Rolle mehr spielen und die Ärmsten der Armen an der europäischen Außengrenze zur Türkei als Spielball von Machtpolitik in einer Sackgasse sitzen“, sagen Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer. Sie fordern für den Kreis Groß-Gerau als Mitglied des Städtebündnisses „Seebrücke. Schafft sichere Häfen!“ die Politiker in Bund und EU dazu auf, ihrer humanitären Verantwortung gerecht zu werden. „Wir als Kreis sind bereit, unseren Anteil zu leisten und auch Menschen aufzunehmen, wenn dies nötig ist.“ Es gibt 138 weitere Sichere Häfen und viele Kommunen in Deutschland, die ebenfalls bereit dazu seien, Geflüchteten zu helfen. 

„Alle Welt schaut derzeit auf die Bedrohung durch das Coronavirus. Viel zu sehr gerät dabei die humanitäre Katastrophe an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland aus dem Blick“, so Will und Astheimer. Sie rufen dazu auf, dem Geschehen dort mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Und sie appellieren an die Bundesregierung, ihren Einfluss geltend zu machen, um die Situation zu entschärfen und den Tausenden Menschen zu helfen, die vor der griechischen Grenze festsitzen: „Wenn schon deutsche Schiffe in der Ägäis unterwegs sind, dann müssen das Lazarettschiffe sein, die Menschen retten.“ 

„Wir dürfen Menschen nicht im Stich lassen. Wir müssen Haltung zeigen und Humanität leben“, hatte der Landrat im Sommer 2019 anlässlich der Entscheidung gesagt, dem Städtebündnis der Sicheren Häfen beizutreten. Heute ergänzt er: „Gerade jetzt, da der Weltfrauentag am 8. März begangen und überall mit wohlfeilen Worten an die Errungenschaften der vergangenen 100 Jahre erinnert wird, müssen wir über unsere eigenen Grenzen hinausschauen und den Frauen, Kindern, Familien anderer Weltregionen ebenfalls Chancen bieten.“

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