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Helfen und sich helfen lassen

Zehn Jahre Generationenhilfen im Kreis

Franz Müntefering hielt den Festvortrag bei der Feier „10 Jahre Generationenhilfen im Kreis Groß-Gerau“, bei der am Ende alle Organisationen auf der Bühne des Georg-Büchner-Saals vertreten waren. Fotos: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Zehn Jahre Generationenhilfen im Kreis Groß-Gerau, zehn Jahre Gemeinschaft von Jung und Alt in zehn unterschiedlichen Gruppierungen: Dieser runde Geburtstag war triftiger Anlass für eine schöne Feier im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts mit rund 120 Gästen. Oliver Hegemann, Fachbereichsleiter Soziale Sicherung der Kreisverwaltung, und Altenhilfeplanerin Stefanie Steinfeld führten durchs Programm, dessen Hauptteile eine Interviewrunde sowie der Festvortrag von Franz Müntefering als Vorsitzendem der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) waren. 

Landrat Thomas Will hatte die Gäste begrüßt und die erfreuliche Entwicklung beschrieben: Waren es zur Gründungszeit mit den ersten Kommunen Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg, Groß-Gerau, Mörfelden-Walldorf, Nauheim und Büttelborn 300 Mitglieder, so sind es nun mehr als 2000 in zehn Organisationen. Sie alle sind in dem kreisweiten Netzwerk „Generationen helfen einander“ zusammengeschlossen, das vom Fachdienst Sozialplanung koordiniert und begleitet wird.
„Das Verschwinden alter Strukturen bringt zugleich Neues mit sich. So entstand der Gedanke vom Geben und Nehmen außerhalb der familiären Ebene. Dass dies funktionieren kann, leben die Generationenhilfen vor. Dank ihrer Arbeit begegnen sich Alt und Jung in unterschiedlichen Organisationsformen, in unterschiedlichen Vereinen, zu unterschiedlichen Anlässen und können sich austauschen und gegenseitig unterstützen“, betonte der Landrat und dankte den Aktiven, die auf diese Art das soziale Zusammenleben stärken. 

Ähnliche Worte fand Anne Moll vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, deren Grußwort Oliver Hegemann vortrug. In einer Gesprächsrunde mit Stefanie Steinfeld erzählten dann Mitstreiterinnen und Mitstreiter der ersten Stunden von den Herausforderungen bei der Gründung der Generationenhilfen, über Erfolge und die Aufgaben der Zukunft. Zu Wort kamen Erika Garten, die das vom Land geförderte Projekt „Erfahrung hat Zukunft“ (2009-2012) als Koordinatorin entscheidend vorangetrieben und damit die Gründung der Generationenhilfen im Kreis befördert hat, Wolfgang Merz (Rüsselsheim), Heinz-Peter Becker (Ex-Bürgermeister Mörfelden-Walldorf), Franz-Josef Eichhorn (Mainspitze mit Ginsheim-Gustavsburg und Bischofsheim), Sabine Wilde-Naujoks (Seniorenbüro der Stadt Ginsheim-Gustavsburg), Melitta Peter und Hannelore Kemper-Shishko (beide Büttelborn). In ihren Beiträgen wurde deutlich, was wesentlich für den Bestand dieser Arbeit war und ist: Vernetzung und Kooperation, politische Unterstützung, gute Information und Beratung sowie aktive Mitglieder müssen den Rahmen bilden. 

In seinem persönlichen und unterhaltsamen Vortrag benannte Franz Müntefering drei Punkte, die für alte Menschen und genauso zwischen den Generationen wichtig sind: Laufen, lernen und lehren, lachen. „Bewegung ernährt das Gehirn“, beschrieb er den ersten Aspekt. Gut tut es zudem, sich gegenseitig von den eigenen Erlebnissen zu erzählen, Erfahrungen weiterzugeben – und zwar in beide Alters-Richtungen. „Gemeinsam etwas tun, gemeinsam essen, sich beim Reden anschauen: Der Mensch ist für den Menschen immer noch das Allerbeste“, sagte Franz Müntefering. 

Münteferings oft spaßig klingende Sätze hatten aber immer auch einen ernsten Kern: Soziale Kontakte sind lebenswichtig für Menschen. „Helfen und sich helfen lassen“ gehören zum Leben. Solidarität zwischen Menschen ist nicht Sache des Staates, sondern Aufgabe jedes und jeder einzelnen, betonte der Referent, um gleichzeitig dennoch einzufordern, dass Kommunen für die Altenhilfesicherung vom Staat finanziell auskömmlich ausgestattet werden müssen. Er dankte den Generationenhilfen im Kreis Groß-Gerau für ihre beeindruckende Arbeit. „Man braucht einen Kern, der die Fäden in der Hand hält – das ist hier gelungen.“ 

Am Schluss kamen Vertreter und Vertreterinnen aller Generationenhilfen auf die Bühne und präsentierten einen Baustein ihres Angebots. Danach gab es noch fröhliche Gespräche bei einem kleinen Imbiss und mit der Begleitmusik des Duos Tom Schüler und Tim Neckermann (Gitarre und Trompete), das die Feier musikalisch umrahmte. 

Wer sich für die Festschrift „10 Jahre Generationenhilfen im Kreis Groß-Gerau“ interessiert, kann sich per E-Mail an die Kreisverwaltung wenden: soziale-sicherung@kreisgg.de. Mitglieder des Netzwerks sind die Generationenhilfen Rüsselsheim, Büttelborn, Groß-Gerau, Mainspitze, Mörfelden-Walldorf und Nauheim, Kleeblatt Kelsterbach, Soziales Netz Lokales Bündnis für Familien Trebur und der Ökumenische Förderverein für Alten-, Kranken- und Familienhilfe Gernsheim.  

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