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Gezielte Sprachförderung für Kinder

Kreisbeigeordneter Walter Astheimer überreicht KISS-Zertifikat

KREIS GROSS-GERAU – Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer hat in der evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah in Stockstadt am Rhein der Erzieherin Tamara Wiegand das sogenannte KISS-Zertifikat überreicht. KISS steht für Kinder-Sprach-Screening. Mit Hilfe dieses Verfahrens soll in den hessischen Kindertagesstätten der Sprachstand der Kinder systematisch überprüft und beobachtet werden. Mit der entsprechenden Qualifikation können Erzieherinnen und Erzieher die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder beurteilen und damit Sprachauffälligkeiten möglichst früh erkennen.

„Mit KISS steht den Erzieherinnern und Erziehern ein Instrument zur Verfügung, um in Übereinstimmung mit dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan eine gezielte Sprachförderung des Kindes vornehmen zu können“, sagte Astheimer. Sprache sei der Schlüssel für erfolgreiches Lernen und damit für die frühkindliche Bildung, betonte er. Zur Verleihung des Zertifikats waren auch der Bürgermeister der Gemeinde Stockstadt, Thomas Raschel sowie Jutta Wenner vom Kirchenvorstand in die Kita in der Rheinstraße gekommen. Tamara Wiegand wurde  von der Logopädin und Sprachexpertin des Gesundheitsamtes, Helga Lentze-Müller in der Methode KISS weitergebildet.

„KISS wurde speziell für alle vier- bis viereinhalb Jahre alten Kinder mit Deutsch als Muttersprache oder Deutsch als Zweitsprache entwickelt“, erläuterte Dr. Angela Carstens, die Leiterin des Kreisgesundheitsamts: „Ziele von KISS sind, die Bildungschancen aller Kinder in hessischen Kindertagesstätten zu verbessern und die sprachlichen Fähigkeiten ganzheitlich zu erfassen.“ Bei den Schuleingangsuntersuchungen, die Ärztinnen des Gesundheitsamtes jedes Jahr flächendeckend im gesamten Kreis Groß-Gerau durchführen, sei bereits vor einigen Jahren aufgefallen, dass die Kinder im Kreis Groß-Gerau mehr Sprachauffälligkeiten zeigten als der hessische Durchschnitt, berichtete Dr. Carstens. Dies betreffe alle Kinder, nicht nur jene mit einem Migrationshintergrund.

Um die Situation zu verbessern, wurden zwei Logopädinnen aus dem Kreis Groß-Gerau an der Universität Frankfurt zu Sprachexpertinnen ausgebildet und zertifiziert. Diese Sprachexpertinnen erhielten einen Honorarvertrag vom Gesundheitsamt und schulen nun die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten, die KISS einführen wollen. Das Screening dauert etwa 20 Minuten pro Kind. Danach wird ein Profil erstellt: So können die Fachleute erkennen, ob das Kind sprachlich unauffällig, förderbedürftig oder von einem Kinderarzt medizinisch untersucht werden sollte. Die Eltern der getesteten Kinder erhalten einen Elternbrief, eine Beratung und können dann gezielt weitere Maßnahmen in die Wege leiten.

Auch für die Kitas habe die Teilnahme an KISS Vorteile, so Dr. Carstens: „Es gibt eine kostenlose Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte im Bereich Sprache durch eine Sprachexpertin sowie eine Supervision der pädagogischen Fachkräfte durch die Sprachexpertin.“  Wer das Sprachscreening einführen möchte, soll sich bitte an die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Dr. Angela Carstens wenden. Telefon 06152 989-210.

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