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Gesundheitsamt im Dauereinsatz

Corona-Pandemie stellt besondere Anforderungen

KREIS GROSS-GERAU – „Es handelt sich um einen Dauereinsatz, der deutlich macht, wie wichtig und unverzichtbar die Arbeit des Gesundheitsamtes bei der Bewältigung der Pandemie ist.“ Das sagt Landrat Thomas Will angesichts der Tatsache, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kreisgesundheitsamt seit 28. Februar 2020 unermüdlich im Einsatz sind, um alle Fragen rund um die neue Krankheit Covid-19 zu beantworten und weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens auf den Weg zu bringen. Täglich erreichen das Gesundheitsamt Hunderte von Mails und Anrufen zu allen Fragen rund um das neue Coronavirus und seine Folgen. Aktuell besteht das Team aus 32 Mitarbeitenden. 

Alle im Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz helfen mit, um sich um die mit dem Coronavirus infizierten Menschen und deren Kontaktpersonen zu kümmern und Infektionsketten möglichst zu unterbrechen. Andere Aufgaben des Fachbereichs müssen da im Moment eher zurückstehen. Da ein Ende der Ausnahmesituation nicht in Sicht ist, soll das Personal im Groß-Gerauer Gesundheitsamt möglichst bald aufgestockt werden. „Ein Containment-Scout, der bei der Eindämmung der Krankheit Covid-19 helfen soll und über das Robert Koch-Institut auf diese Aufgabe vorbereitet wurde, ist seit Montag im Gesundheitsamt tätig“, erläutert Fachbereichsleiterin Dr. Angela Carstens und freut sich über weitere Unterstützung. 

„Die Hauptaufgabe unserer Teams, die auch am Wochenende arbeiten, ist es, mit den Menschen zu telefonieren, die sich infiziert haben oder bei denen der Verdacht einer Corona-Infektion besteht“, sagt Dr. Carstens. „Solche Telefonate sind nicht in einer Minute erledigt. Da braucht es neben den guten Ratschlägen und dem Fachwissen auch viel Empathie und Sensibilität.“

Bei den einen wird dann ein Test im Drive-in des Medizinischen Versorgungszentrums an der Kreisklinik Groß-Gerau veranlasst. Bei den anderen fragen die Mitarbeitenden des Kreisgesundheitsamts regelmäßig ab, wie es ihnen geht, wie die Quarantänezeit verläuft, welche Hilfen eventuell nötig sind. Das Gleiche gilt für die engen Kontaktpersonen der Erkrankten, die durch das Gesundheitsamt ermittelt und ebenfalls in die häusliche Absonderung geschickt werden. 

Zum Corona-Betrieb des Gesundheitsamts zählen außerdem viele Telefonkonferenzen und Gespräche – sei es mit dem Sozialministerium, mit dem Katastrophenschutz, dem Rettungsdienst und den Kliniken im Umkreis, mit den Betreibern von Altenheimen oder den Bürgermeistern der Kreiskommunen. Die Expertise der Fachbereichsleiterin und ihrer Kolleg*innen, die sich ständig auf dem Laufenden mit der Gesetzes- und Verordnungslage halten müssen, ist immer wieder gefragt. Auch um die Versorgung von Einrichtungen mit Schutzausrüstung kümmert sich das Gesundheitsamt. „Der Arbeitsanfall ist wirklich enorm, und ich danke allen Beteiligten sehr für ihr außerordentliches Engagement“, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer. 

Nicht zu vergessen bei den Aufgaben ist auch die Statistik über die Fallzahlen im Kreis, die regelmäßig auf der Homepage des Kreises (www.kreisgg.de) veröffentlicht wird. So lag in der Kalenderwoche 18 die tägliche Zunahme der Infizierten bei 1,1 Prozent; und die Inzidenz, das heißt die Zahl der Neuerkrankten pro 100.000 Einwohnern, bei 8,3. In dieser Woche gab es im Kreis Groß-Gerau lediglich 23 nachgewiesene Infektionen mit Covid-19. Wichtig ist außerdem die Tatsache, dass sich die Zeit, innerhalb derer sich die Fallzahl verdoppelt, mittlerweile bei 63 Tagen liegt. Und auch die Letalität im Kreis Groß-Gerau liegt bei 2,2 Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt. In Hessen beträgt der Wert aktuell 4,3 Prozent, deutschlandweit 4,2 Prozent. 

„Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir bei uns im Kreis viele Menschen mit Symptomen einer Atemwegsinfektion getestet haben und auch weiterhin testen werden“, sagt Fachbereichsleiterin Dr. Angela Carstens. „So gibt es eine bessere Datengrundlage und wahrscheinlich eine niedrigere Dunkelziffer.“ Weiterer Vorteil des höheren Testanteils: Infektionen lassen sich früher erkennen, die Eindämmung der Krankheit gelingt besser. Eine weitere positive Folge: Der Puffer an freien Krankenhaus(intensiv)betten ist im Kreis Groß-Gerau weiterhin ausreichend groß.

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
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