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Gemeinsam gegen den „Schilderwald“

Fortbildung von Straßenverkehrsbehörden

KREIS GROSS-GERAU – Im Kreis Groß-Gerau sollen künftig nur noch so viele Verkehrszeichen wie unbedingt notwenig an den Straßen stehen. Möglich wird dies durch die im April in Kraft getretene neue Straßenverkehrsordnung (StVO). Bei einer ganztägigen Fortbildung befassten sich örtliche Straßenverkehrsbehörden auf Einladung des Kreises mit den neuen Vorschriften. Einerseits will man künftig nur noch solche Verkehrszeichen anordnen, die unbedingt sein müssen. Andererseits will man auch all jenen Verkehrszeichen zu Leibe rücken, die den neuen Vorschriften nicht mehr entsprechen.

Dafür gibt es gute Gründe. Denn bei der derzeitigen Vielzahl von Verkehrszeichen haben es die Verkehrsteilnehmer schwer, wirklich wichtige Hinweise von weniger wichtigen zu unterscheiden. Ein „durchschnittlicher“ Autofahrer muss die aufgestellten Verkehrszeichen mit einem beiläufigen Blick auch bei rascher Fahrt erfassen, verstehen und befolgen können. Entsprechen die Zeichen diesem Grundsatz nicht, so gehen wichtige Informationen verloren - und die Verkehrszeichen tragen damit eher zur Unsicherheit als zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Mit dem Abbau der Überbeschilderung will man deshalb nun im Kreis Groß-Gerau einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten, Verkehrsvorschriften eindeutiger kommunizieren und dadurch mehr Akzeptanz schaffen.

Referent Bernhard König von der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich zuversichtlich, dass die Seminarinhalte auch in der Praxis umgesetzt werden können. Man darf nun gespannt sein, wie viele Verkehrszeichen entfernt und bei wie vielen verhindert werden kann, dass sie überhaupt aufgestellt werden. Dafür sprechen nicht zuletzt auch finanzielle Gründe: Im bundesweiten Durchschnitt steht alle 28 Meter ein Verkehrsschild an einer Straße, und die Kosten hierfür werden auf rund vier Milliarden Euro geschätzt. Weniger Verkehrsschilder bringen also nicht nur mehr Sicherheit, sondern entlasten auch die öffentlichen Kassen!

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