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Gegen Unwetter gewappnet

Gefahrenabwehr bereitet sich und andere auf Extremlagen vor

KREIS GROSS-GERAU – Sommer, Sonne, wolkenloser Himmel, Temperaturen über 30 Grad: Man genießt diese Zeit und denkt nicht an Wolken oder Regen, selbst wenn mal kleine Wolken den Himmel verzieren. Etwas anders bewerten Feuerwehrleute die Lage. Auch wenn sie dasselbe sehen, denken sie an ganz andere Dinge. 

Starke Hitze bedeutet nicht nur, dass die Einsatzkräfte beim Bekämpfen von Bränden oder anderen Gefahren vor hohen Temperaturen geschützt und mit ausreichend Getränken versorgt werden müssen. Hitze bedeutet auch die Beobachtung der Wetterlage – denn nach starker Hitze und Schwüle ziehen häufig starke Gewitter oder gar Unwetter herauf, betont Kreisbrandinspektor Friedrich Schmidt, Fachbereichsleiter Gefahrenabwehr der Kreisverwaltung. 

Das Gefahrenabwehrzentrum des Kreises Groß-Gerau nutzt für die Wetterbeobachtung Systeme des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Sie ermöglichen es, in der Zentralen Leitstelle des Kreises die Zugrichtung von Gewittern und Unwetter genau zu beobachten und deren jeweilige Dimension einzuschätzen. Das System Web Konrad vom DWD zeigt auf, in welche Richtung Gewitterzellen ziehen, und erstellt eine Prognose, wo sich die Gewitterzelle in 30 oder 60 Minuten befindet. Ebenso wird mit diesem System aufgezeigt, wo Gewitterzellen entstehen, wo mit Starkregen oder gar Hagel zu rechnen ist.

In einer einfachen Version wird das System des DWD vom Lagedienst und dem Brandschutzaufsichtsdienst (Kreisbrandmeister), von Feuerwehren und Hilfsorganisationen genutzt, um sich über die (Extrem-)Wetterlage auf dem Laufenden zu halten. „Mit diesen Informationen versuchen wir vor die Lage zu kommen, so der Fachausdruck, um schon vor dem Unwetter das Personal in der Zentralen Leistelle zu verstärken und den Lagedienst in die Stabsräume zu beordern“, sagt Friedrich Schmidt. 

Aber auch Veranstalter von Festen oder Veranstaltungen nutzen das System, um ihre Besucher informieren zu können, um Veranstaltungen frühzeitig abzusagen oder nötigenfalls das Gelände zu räumen, wie es erst vor Kurzem vorbildlich beim Trebur Open Air geschehen ist. Der Lagedienst der Gefahrenabwehr wird bei Extremwetterlagen zudem eine Warnung der Bevölkerung in Betracht ziehen und die entsprechenden Medien aktivieren. Das kann bis zur Sirenenwarnung gehen, beinhaltet aber auf jeden Fall die WarnApp Katwarn. 

Die Gefahrenabwehr des Kreises bittet die Bevölkerung in diesem Zusammenhang, sich in den Sommermonaten, gerade wenn man Aktivitäten im Freien plant, über etwaige Unwettergefahr zu informieren – sei es in Radio- und Fernsehsendern, per Videotext oder im Internet. Apps gibt es zum Beispiel von DWD, Unwetterzentrale oder Wetter.com. Im besten Fall hat man die WarnApp Katwarn auf dem Handy.

Gegen Unwetter wappnen sollte man sich auch zu Hause, indem man zum Beispiel Abflussrohre regelmäßig kontrolliert, ebenso Einläufe im Bereich von Kellern, und indem man keine losen Gegenstände oder Gartenmöbel im Freien lässt. 

Auch die Gefahrenabwehr bereitet sich vor. „Speziell die Extremwetterlagen, die in dem DWD-System regional auf Karten mit der Farbe violett dargestellt werden, beschäftigen uns schon im Voraus bei der Einsatzplanung. So wurden in Abstimmung mit den örtlichen Feuerwehren sogenannte Standardunwettereinheiten gebildet, die im Unwetterfall bei jeder Feuerwehr zu Unterstützung einer anderen Feuerwehr abgerufen werden können“, so der Kreisbrandinspektor. Und Fahrzeuge, die der Kreis als Katastrophenschutzbehörde beschafft oder bezuschusst hat, verfügen grundsätzlich über eine Unwetterausrüstung. 

Links:

https://www.dwd.de/DE/leistungen/warnwetterapp/warnwetterapp.html

https://www.katwarn.de/anmeldung-app.php

https://www.hessenschau.de/wetter/unwetterwarnungen/index.html

https://wetter.tagesschau.de/unwetter/hessen.html

http://www.unwetterzentrale.de/uwz/

https://www.hr.de/presse/fernsehen/hr-fernsehen/2017/unwetterwarnung-ab-sofort-im-hr-fernsehen,unwetter-hr-fernsehen-102.html

 

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