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Feierstunde im Landratsamt Groß-Gerau:

Sechs Landesehrenbriefe verliehen

Bei einer Feierstunde im Groß-Gerauer Landratsamt zeichnete Landrat Thomas Will am Freitag, 4. Mai, sechs Kreisbürger/innen mit dem Landesehrenbrief aus. Von links: Christa Wolf, Annemarie Wiegand, Marianne Schmidt, Ute Zeh, Christa Voß und Landrat Thomas Will, hinten Hartwig Rehm. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU  – Ein festlich dekorierter Georg-Büchner-Saal, auf der Bühne die Musiker vom Duo Tastenstreich, davor erwartungsvolle, froh gestimmte Gäste, als Blickfang die als Dankeschön vorbereiteten bunten Blumensträuße – am Freitagnachmittag war wieder Zeit für die Feierstunde im Groß-Gerauer Landratsamt. Dabei überreichte Landrat Thomas Will Landesehrenbriefe an sechs verdiente Bürgerinnen und Bürger des Kreises. 

Hartwig Rehm aus Stockstadt am Rhein, Christa Wolf aus Mörfelden-Walldorf, Christa Voß und Ute Zeh aus Groß-Gerau, Marianne Schmidt aus Wallerstädten sowie Annemarie Wiegand aus Kelsterbach heißen die Geehrten, die sich über Jahre und Jahrzehnte ehrenamtlich engagiert haben: für den Musikverein Goddelau, für den Sozialverband VdK in Walldorf, für den Helferkreis und die Patientenbücherei der Kreisklinik Groß-Gerau oder auch für die Evangelische Frauenhilfe in Kelsterbach. Auch die Familienangehörigen bezog der Landrat in seiner Ansprache mit in seinen Dank und seine Würdigung ein, denn ohne deren Unterstützung sei Ehrenamt kaum möglich.

Thomas Will zitierte Hans Fallada, den gesellschaftskritischen und sensiblen Schriftsteller mit dem scharfen Blick für Charaktere und Situationen, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 125. Mal jährt, um auszudrücken, für welchen Weg sich die Geehrten entschieden haben. Fallada hat einmal gesagt: „Man muss sein Herz an etwas hängen, was es lohnt.“ Dies haben die fünf Frauen und der Mann aus dem Landkreis getan – etwas Sinnvolles getan und dabei nicht an den Lohn für sich selbst gedacht, sondern vor allem an die Gemeinschaft. Dass sie dabei auch etwas für sich zurückbekommen, erwähnte Landrat Will ebenso vor den gut 50 Gästen der Veranstaltung: „Ich weiß diejenigen in unserem Kreis zu schätzen, die ihre Zeit opfern und viele kleine Zeichen setzen für ein gemeinschaftliches, solidarisches Miteinander. Wobei das Wort ,opfern‘ die Sache nicht ganz trifft: ,Zeit geben‘ ist der bessere Ausdruck“, sagte Thomas Will. Denn wer anderen Menschen Zeit gibt, ist in keiner Opferrolle: „Er ist aktiv, er lebt und erlebt. Und er bekommt in der Regel viele schöne Dankes-Gesten zurück, hat Erfolgserlebnisse und sieht häufig lächelnde, zufriedene Menschen.“

Den Landesehrenbrief hätten sich die im Landratsamt Gewürdigten zum Einen durch ihr ausdauernd ausgeübtes Ehrenamt  verdient, aber zugleich auch durch ihr Eintreten für ein solidarisches Miteinander, durch Verantwortung und Bürgersinn. Durch all das machten sie das Leben im Kreis Groß-Gerau noch besser und vielfältiger.

Ein paar nachdenkliche und mahnende Worte sprach Thomas Will auch. In Zeiten des Umbruchs, in denen bewährte Lebens- und Alltagsstrukturen Risse bekommen, in denen ein Generationswechsel ansteht und diejenigen, die immer die Arbeit gemacht haben, aus Altersgründen ausscheiden, muss vorgesorgt werden, damit die Gesellschaft weiter zusammenhält: Dafür hat Politik zu sorgen, so der Landrat, dazu können aber auch die Menschen in den Vereinen beitragen, indem sie neue Formen der Aktivität entwickeln und vermehrt junge Leute ansprechen.

Denn ohne freiwilliges Engagement könnten in Zukunft viele Angebote nicht aufrechterhalten werden: „Freiwilliges Engagement ist etwas, das wir hegen und pflegen und fördern müssen, auch finanziell. Die Politik im Kreis Groß-Gerau hat das vor vielen Jahren schon erkannt und unterstützt das Ehrenamt nach Kräften.“

Die Geehrten:

1.    Hartwig Rehm, geb. 1969, Stockstadt am Rhein

Hartwig Rehm aus Stockstadt ist seit dem 1. Oktober 1990 Mitglied des Musikvereins 1971 Goddelau und engagiert sich seit dem Jahr 1997 im Vorstand des Vereins. Herr Rehm übt seit mehr als zwei Jahrzehnten die anspruchsvolle Position des Rechners aus.

2.    Christa Martha Wolf, geb. 1944, Mörfelden-Walldorf

Christa Martha Wolf vom VdK-Ortsverband Walldorf hat sich außerordentlich aktiv für den Sozialverband VdK eingesetzt: in den Jahren 2001 bis 2009 war sie Zweite Vorsitzende, von 2013 bis 2017 stellvertretende Frauenbeauftragte des VdK Walldorf. Für Ihren Einsatz erhielt sie bereits 2009 die VdK-Ehrenplakette in Bronze und 2013 eine Ehrung für langjährige engagierte Vorstandsarbeit.

3.    Christa Voß, geb. 1944, Groß-Gerau

Seit Sommer 2006 gehört Christa Voß dem Helferkreis der Kreisklinik Groß-Gerau an. Sie kümmert sich seitdem um die Bücherei für die Patientinnen und Patienten, ist nachmittags mit dem Bücherwagen der Bibliothek auf den Stationen unterwegs. Sie hat den Bücherbestand gut im Blick, so dass sie den Patientinnen und Patienten immer gute Tipps geben kann, welches Buch zu deren Interesse passen könnte.

4.    Marianne Schmidt, geb. 1948, Groß-Gerau/Wallerstädten

Auch Marianne Schmidt zählt seit August 2006 zum Helferkreis und der darin eingebundenen Patientenbücherei. Der Helferkreis besteht bereits seit mehr als 35 Jahren. Irgendwann hat er die Einrichtung einer kleinen Bibliothek beschlossen. Patienten, die halbwegs mobil sind, können sich dort unter der Woche zwischen 11 und 11.30 Uhr Bücher ausleihen. Wer nicht mobil ist, zu dem kommen nachmittags die Frauen des Helferkreises, die sich speziell um die Bücherei kümmern.


5. Ute Zeh, geb. 1946, Groß-Gerau

Als Dritte im Bunde der Helferkreisfrauen wird Ute Zeh geehrt, die bereits seit Mai 2005 im Helferkreis der Kreisklinik Groß-Gerau aktiv ist, und zwar sowohl in der Bücherei als auch als Kassenwartin. Sie trägt wie alle Mitglieder des Helferkreises dazu bei, dass das Krankenhaus ein menschliches Antlitz behält.

6. Annemarie Wiegand, geb. 1939, Kelsterbach

Annemarie Wiegand ist seit rund 44 Jahren Mitglied der Evangelischen Frauenhilfe der Christuskirchengemeinde Kelsterbach. In dieser Gemeinde war sie auch von 1980 bis 2005, also genau 25 Jahre, ununterbrochen im Kirchenvorstand – und dort ebenfalls für die Frauenhilfe, aber auch für Finanzen und die Kita zuständig. In der Christuskirchengemeinde war sie zudem von 1979 bis 2010 Mitglied des Frauenhilfe-Vorstands mit den Verantwortungsbereichen Finanzen, Vorbereitung von Jahresfesten, Jahreshauptversammlungen und Weihnachtsbasaren.

Außerdem ist Annemarie Wiegand seit 2010 Mitglied der Frauenhilfe der St. Martinsgemeinde Kelsterbach.

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