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Fair-Fashion stärkt Frauenrechte

Kreis und Dekanat veranstalten Modenschau mit fairer Kleidung

KREIS GROSS-GERAU – Zur bundesweiten Fairen Woche 2019 veranstalten der Kreis Groß-Gerau und das evangelische Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim am Samstag, 7. September 2019, im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Interkulturellen Wochen der Stadt Groß-Gerau um 11 Uhr auf dem Sandböhlplatz in Groß-Gerau eine Faire Modenschau. Das diesjährige Motto der Fairen Wochen ist Geschlechtergerechtigkeit. 

Dass weltweit Frauen unter extremen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen und mit einem Lohn, der ihren Lebensunterhalt nicht garantiert, Kleidung nähen, ist kein Geheimnis mehr. Spätestens seit der Rana-Plaza-Katastrophe in Bangladesch, bei der über 1000 Menschen – und in der Mehrzahl Frauen – beim Einsturz einer Fabrik ihr Leben verloren, empören sich viele über unmenschliche Arbeitsbedingungen. 

Dennoch: Nach einer Greenpeace-Studie achten nur 25 Prozent der Befragten auf Nachhaltigkeit beim Kleidungskauf. Gleichzeitig sortieren viele Menschen ihre Kleidung nach kurzer Zeit schon wieder aus. Viele Kleidungsstücke werden überhaupt nicht getragen und schnell wieder weggeworfen. Der Handel mit Secondhand-Waren beispielsweise in Afrika zerstört dort die Textilindustrie und damit auch die Existenz der Frauen, die als Näherinnen Arbeit fanden.

Über ein Drittel der von Greenpeace Befragten findet, Kleidung müsse vor allem preiswert sein. Und obwohl zum Beispiel Jugendliche wissen, dass Arbeiterinnen oft schlecht behandelt werden und die Herstellung der Kleidung die Umwelt gefährden kann, zählen beim Kauf vor allem Aussehen und Preis. „Noch gibt es nicht so viele Menschen, die Wert auf ökologisch und fair hergestellte Hosen und Hemden und Kleidung, doch das sollte sich dringend ändern“, sagt Landrat Thomas Will. „Kleidung ist nicht anzusehen, wie sie hergestellt worden ist. Teure Kleidung ist nicht automatisch nachhaltig“, ergänzt Stefan Leimbach, Sprecher der Fairtrade Steuerungsgruppe des Kreises Groß-Gerau.    

Soziale und umweltschützende Kriterien in der Produktion von sogenannten Markenklamotten seien keine Selbstverständlichkeit, so der Landrat. „Es gibt jedoch schon viele Labels, die nachhaltig produzierte und fair gehandelte Mode anbieten. Allerdings ist es nicht einfach, Geschäfte zu finden, die ,Fair-Fashion‘ verkaufen, sie sind auf unseren Shopping-Meilen rar gesät“, gibt Will zu bedenken.  

Dass es ansprechende Mode auch fair gehandelt gibt, werden das Evangelische Dekanat Groß-Gerau-Rüsselheim und die Fairtrade Steuerungsgruppe des Kreises Groß-Gerau am Samstag, dem 7. September zeigen: Da findet im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Interkulturellen Wochen der Stadt Groß-Gerau um 11 Uhr auf dem Sandböhlplatz eine Faire Modenschau statt. 

Initiiert wurde die Modenschau von Pfarrerin Ellen Simon vom Dekanat in Kooperation mit der Fairtrade Steuerungsgruppe des Kreises. Moderiert wird die Modenschau von Heidi Förster, Öffentlichkeitsreferentin des Dekanats – sie wird zu Beginn die Dekanin Birgit Schlegel und den Ersten Kreisbeigeordneten Walter

Astheimer zum Thema befragen. Als Model werden danach Personen des Dekanats und aus der Kreisverwaltung ihren großen Auftritt haben, darunter auch der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer.

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