Nachrichten_Einzelansicht

„Enormes Potenzial“ für Bioware

Großes Interesse an Auftakt der Ökolandbau-Modellregion Süd

Gemeinsam für die südhessische Öko-Modellregion in der Reichelsheimer Reichenberghalle (von rechts): Christel Fleischmann (Erster Kreisbeigeordneter Landkreis Darmstadt-Dieburg), Hans Trumpfheller (Kreislandwirt Odenwaldkreis), Alexandra Hilzinger, Kathrin Thielmann und Robert von Klitzing (Projektteam), Andreas Funken (Kreisbeigeordneter Odenwaldkreis), Walter Astheimer (Erster Kreisbeigeordneter Kreis Groß-Gerau), Dr. Michael Reuter (Kreisbeigeordneter Odenwaldkreis), Karin Lübbe (Stadt Darmstadt) und Dorte Meyer-Marquart (Moderatorin der Auftaktveranstaltung). Foto: Stefan Toepfer/Odenwaldkreis

KREIS GROSS-GERAU – Mit einer großen Auftaktveranstaltung in Reichelsheim ist am Freitag, 29. März 2019, die Ökolandbau-Modellregion Süd an den Start gegangen. Rund 200 Teilnehmer aus dem Odenwaldkreis, den Kreisen Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau sowie der Stadt Darmstadt waren in die Reichenberghalle gekommen, um sich auf erste konkrete Projekte zu verständigen, beispielsweise zu den Themen Erzeugung und Verbrauch im Dialog, Partnerschaft Vermarktung, Runder Tisch Ökolandbau sowie Grundwasser und Landwirtschaft.

Eingeladen worden waren Vertreter der Landwirtschaft, der Städte und Gemeinden, von Verbänden, des Handels und der Gastronomie. Für die drei Landkreise und die Stadt Darmstadt begrüßte Andreas Funken, Kreisbeigeordneter des Odenwaldkreises, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Er sieht ein „enormes Potenzial“ für ökologisch erzeugte Lebensmittel und wies unter anderem auf die Bedeutung des bio-zertifizierten Schlachthofs in Brensbach hin. Die Ausweitung der ökologischen Produktion und die Stärkung der Vermarktung sind zwei wichtige Ziele der Modellregion.

An der Veranstaltung nahmen auch die Ersten Kreisbeigeordneten der Kreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau, Christel Fleischmann und Walter Astheimer, sowie Karin Lübbe vom Umweltamt der Stadt Darmstadt teil. „Schwerpunkt der Arbeit für den Kreis Groß-Gerau in der Modellregion ist das Thema Wasser“, sagt Walter Astheimer: „Wenn wir es schaffen, weniger Herbizide und Pestizide einzutragen, ist das gut für die Böden, fürs Grundwasser, für die Landwirtschaft und gut für die Verbraucher. Und wenn wir es dann noch schaffen, möglichst viele Lebensmittel regional zu vermarkten, ist dies gut fürs Klima, denn dann haben wir kürzere Transportwege.“ Eines ist klar für den Ersten Kreisbeigeordneten: Die von der Modellregion gesetzten Ziele „erreichen wir nur, wenn wir die Landwirtschaft als Verbündeten gewinnen können“.

Hans Trumpfheller, Kreislandwirt des Odenwaldkreises und stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbands Starkenburg, warb denn auch dafür, in dem Projekt alle Landwirte und Landwirtinnen mitzunehmen, auch die konventionell produzierenden. Jenen, die auf Öko-Landwirtschaft umstellen wollten, solle die Modellregion helfen. In der südhessischen Modellregion gibt es rund 1250 landwirtschaftliche Betriebe. Gut sieben Prozent davon sind Bio-Betriebe.

Trumpfheller nahm aber auch den regionalen Handel in die Pflicht, der für regional erzeugte Produkte einen höheren Preis zahlen oder kleinere Margen in Kauf nehmen solle. Dr. Robert Poschacher, Mitglied des Alnatura-Leitungskreises, sagte, Alnatura verstehe sich als Partner der Bio-Bauern.

Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz hatte die Öko-Modellregion im Sommer 2018 ins Leben gerufen, gemeinsam mit vier weiteren Regionen in Hessen. Die Region Süd wird koordiniert von einem beim Landkreis Darmstadt-Dieburg angesiedelten Projektteam, das aus Kathrin Thielmann, Robert von Klitzing und Alexandra Hilzinger besteht. Auch sie nahmen an der Veranstaltung teil und stellten sich am Freitag vor.

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de