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„Engagiert für das Gemeinwohl“

Landrat Will zeichnet sieben Aktive mit Landesehrenbrief aus

Mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet: Das Bild zeigt von links Landrat Thomas Will, Bürgermeister Thomas Raschel, Manfred Keller, Robert und Friederike Heislitz, Peter Heinz Kartsch, Wilma Lindemann, Bürgermeister Jochen Engel, Klaus Rüdiger, Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha, Herbert Jack. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Im festlich dekorierten Georg-Büchner-Saal, umrahmt von der Musik des Trios Tastenstreich, hat Landrat Thomas Will am Freitag Landesehrenbriefe an sieben Bürgerinnen und Bürger für ihr großes Engagement im Kreis Groß-Gerau überreicht. „Die Feierstunde ist eine gute Gelegenheit, um auf besondere Art jenen Personen meinen Dank auszusprechen, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich und extrem engagiert für das Gemeinwohl einsetzen“, sagte der Landrat.  

Geehrt wurden Wilma Lindemann aus Trebur, Friederike und Robert Heislitz aus Flörsheim am Main, Manfred Keller und Peter Heinz Kartsch aus Stockstadt am Rhein sowie Klaus Rüdiger und Herbert Jack aus Ginsheim-Gustavsburg. „Sie alle haben sich in hervorragender Weise um die die demokratische, kulturelle, soziale oder sportliche Gestaltung des Lebens in den Städten und Gemeinden unseres Kreises verdient gemacht“, betonte der Landrat. In seinen Gruß schloss er Familienangehörige und Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus Vereinen, Verbänden, Kommunen mit ein. „Wer sich viele Jahre für andere einsetzt, benötigt auch Rückendeckung aus dem persönlichen Umfeld“, so Will.  

Der Landrat zitierte in seiner Rede den Arzt und Theologen Albert Schweitzer: „Das Wenige, das du tun kannst, ist viel.“ Dieser Satz, so Will, enthalte sowohl Appell als auch Motivation. Und er lasse sich auf viele Bereiche übertragen: „Jeder Einsatz zählt, jegliches Engagement wirkt.“ Ehrenamt sei ein Geschenk an andere. Die Schenkenden erhielten zwar kein oder nur sehr wenig Geld für ihre Arbeit, doch sie bekämen in der Regel einiges zurück: Ein Lächeln. Nette Worte. Respekt. Ein herzliches „Danke“. Und Freundschaft:  Denn das Wirken für die Gemeinschaft schaffe und vertiefe immer wieder soziale Kontakte. „Die gemeinsame Arbeit an den gleichen Zielen und damit verbundene Erfolgserlebnisse schweißen zusammen“, betonte Will.   

Weiter sagte er: „Die Menschen, die sich bei uns engagieren, für den Naturschutz und in der Politik, die singen und musizieren, Sport treiben oder Kultur und Brauchtum pflegen, tun dies alles nicht allein, sondern in der Gemeinschaft, mit anderen. Und sie tun es nicht nur für sich, sondern vor allem auch für andere.“ Ehrenamtliches Engagement habe Tradition in Deutschland und es habe zugenommen, berief sich Will auf Studien aus den Jahren 2017 und 2016. Danach sei die Zahl der Vereine in Deutschland auf über 600.000 geklettert. 31 Millionen Menschen oder mehr als 43 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren engagierten sich danach freiwillig – die meisten in den Bereichen „Sport und Bewegung“, vor „Schule und Kindergarten“ und „Kultur und Musik“ und „Soziales“.  

Andere Studien, so der Landrat, gingen von geringeren Zahlen ehrenamtlich Tätiger aus. „Und ich selbst frage mich manchmal: Wird das Engagement in naher Zukunft sinken? Zum Beispiel, weil langjährig Aktive aus Altersgründen nicht mehr weitermachen können. Oder weil viele durch berufliche Anstrengungen und die Präsenz im Familienalltag weniger Zeit für Aufgaben im Verein haben und Vorschriften, Bürokratie oder Steuergesetze eigentlich nur noch mit Hilfe von hauptamtlichen Geschäftsführern bewältigt und eingehalten werden können.“ Der Landrat betonte, er wolle nicht schwarzmalen. „Wir dürfen das Ehrenamt allerdings nicht überfordern. Die Lasten müssen auch künftig den Möglichkeiten entsprechend austariert sein.“

Ohne das Ehrenamt und die Leistungen der ehrenamtlich Tätigen würden viele Bereiche unserer Gesellschaft nicht oder zumindest nicht so gut funktionieren, wie sie es tun. „Aber es kann und darf nicht sein, dass ohne die Stützen des Ehrenamts unser Gesellschaftssystem ins Wanken gerät. Der Staat muss die Überforderung der einzelnen Bausteine vermeiden: indem er die nötige finanzielle Unterstützung leistet, schlanke Strukturen mit möglichst wenig Bürokratie zulässt und damit für Kontinuität bei den Angeboten und bei den Aktiven sorgt.“

Wer sich für andere stark mache, sei ein Vorbild für andere. Das solle man nicht unterschätzen: „Junge Menschen lernen, wie viel Spaß es machen und wie Erfolg versprechend es sein kann, zusammenzuarbeiten. Ehrenamtliche geben Halt. Und sie zeigen durch ihr eigenes Beispiel, wie vorteilhaft es ist, wenn man sich ständig weiterbildet. Denn veränderte Kommunikationsweisen, Digitalisierung, neue Lebensgewohnheiten oder Weiterentwicklungen in der Technik machen auch vor Vereinen und Verbänden nicht Halt. Wir lernen nie aus.“  

 

Die Geehrten:

Wilma Lindemann, geb. 1952, Trebur

Seit Gründung der Gitarrengruppe Nord des Bezirkslandfrauenvereins Groß-Gerau im Jahr 1993 ist Wilma Lindemann hier aktiv – im Mai 1997 übernahm sie die Leitung. Lindemann war von 1984 bis 2004 Mitglied des Landfrauenvorstandes Trebur, von 1996 bis 2000 die Zweite Vorsitzende. Engagiert in der evangelischen Kirchengemeinde Trebur sowie im Vorstand des Fördervereins der Wohnstätte für geistig und mehrfach behinderte Menschen, Sandkaute Trebur.

 

Friederike Heislitz, geb. 1962, Flörsheim am Main
Robert Heislitz, geb. 1958, Flörsheim am Main

Friederike und Robert Heislitz aus Flörsheim werden für ihren Einsatz für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Kreis Groß-Gerau mit Sitz in Mörfelden-Walldorf ausgezeichnet. Friederike Heislitz ist seit 1997 Mitglied in der SDW und seit 2004 Vorstandsvorsitzende im Kreisverband Groß-Gerau. Ebenso ist sie stellvertretendes Mitglied im Naturschutzbeirat Kreis Groß-Gerau. Robert Heislitz ist ebenfalls seit 1997 Mitglied in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und seit 2004 Beisitzer im Vorstand des Groß-Gerauer SDW-Kreisverbandes. Er verwaltet die Finanzen des Vereins. Mit seiner Frau stellt er viele Vereinsaktivitäten auf die Beine.

 

Manfred Keller, geb. 1960, Stockstadt am Rhein

Als Technischer Betriebsleiter im Philippshospital sorgte der Diplomingenieur Manfred Keller dafür, dass dort die Tradition der Kraft-Wärme-Kopplung mit einem Blockheizkraftwerk fortgeführt wurde. Engagiert im Verein Energiewende in Rüsselsheim, im Arbeitskreis Darwin in Darmstadt, am Riedstädter Energietisch oder im Arbeitskreis RIO (Riedstädter Ideen Organisieren). Mitglied des Umwelt- und Bürgerbeirats Abfallwirtschaft.  Grundwasserbeobachter für das Regierungspräsidium; Gründungsmitglied der Energiegenossenschaft Ried (ab 2014 Aufsichtsratsvorsitzender); auch am Zusammenschluss mit der BERMeG (BürgerEnergieRheinMain eG) war er maßgeblich beteiligt. In der BERMeG ehrenamtlicher Aufsichtsrat. Zudem in vielen Vereinen wie der Freiwilligen Feuerwehr und als Sportkegler und Betreuer aktiv.  

 

Klaus Rüdiger, geb. 1961, Ginsheim-Gustavsburg

Klaus Rüdiger wird für sein Engagement im Tischtennis-Club Ginsheim ausgezeichnet. Herr Rüdiger war nicht nur von 1980/81 bis 1995/96 aktiver Spieler. Er hat sich ab 1985 für 32 Jahre an unterschiedlichen Positionen im Vorstand des TTC betätigt. Davon allein seit 1993 bis 2017 als 1. Vorsitzender. Bekannt ist der Verein auch für seine Fastnachtssitzungen. In der zurückliegenden Kampagne war Klaus Rüdiger zum 15. Mal Sitzungspräsident der TTC-Saalfastnacht.

 

Peter Heinz Kartsch, geb. 1941, Stockstadt am Rhein

Breit gefächert ist die Palette der ehrenamtlichen Aktivitäten von Peter Heinz Kartsch. Sie reicht vom Männergesangverein Stockstadt (seit mehr als 60 Jahren Mitglied, phasenweise Vorstand) über die SKG-Abteilung Sportkegeln (von 1980 bis 2015 Vorsitzender, führend beim Umbau der Kegelbau aktiv) hin zum SPD-Ortsverband Stockstadt am Rhein und zur Gemeindevertretung.  

 

Herbert Jack, geb. 1938, Ginsheim-Gustavsburg

Dass der Kreis Groß-Gerau seit 2011 eine touristische Attraktion mehr hat, ist ihm und seinem Verein zu verdanken: Herbert Jack. Er startete die Initiative zum Nachbau einer historischen Rheinschiffsmühle, deren Innenausbau im Jahr 2015 abgeschlossen war.   2008 wurde der Verein Historische Rheinschiffsmühle Ginsheim gegründet, deren Vorsitzender Herbert Jack seitdem ist. Herr Jack war von 1996 bis 2006 Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Ginsheim-Gustavsburg. Herbert Jack engagiert sich im Verein für die Städtepartnerschaft (Partnerstadt Bouguenais) und ist Mitglied im Bläserchor Gustavsburg.  

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