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Einsatz vor der libyschen Küste

Reihe „Weltrettung“ mit Seenot-Retter Reinhard Schmitz im Kreishaus

KREIS GROSS-GERAU – „Ich kann die Menschen ja nicht sterben lassen“ – so hat Kapitän Reinhard Schmitz aus dem nordhessischen Trendelburg seine Motivation für das Engagement bei Sea-Watch einmal beschrieben. Ein paar Jahre war er an Rettungseinsätzen im Mittelmeer beteiligt. Am Dienstag, 28. Mai 2019 wird Schmitz von 19 Uhr an im Landratsamt Groß-Gerau (Georg-Büchner-Saal) auch von seinen Einsätzen vor der libyschen Küste berichten. Volker Siefert vom Hessischen Rundfunk wird die Veranstaltung aus der Reihe „Weltrettung – Entwicklungspolitik heute“ moderieren. 

„Menschen aus Seenot zu retten ist keine Fragte für Debatten oder die Politik, es ist eine Verpflichtung seit Menschengedenken“, appelliert der UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. Laut UNHCR-Bericht zur Lage im Mittelmeer starben 2018 mindestens 2275 Menschen beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren. Grandi: „Wir können diese Tragödie beenden, wenn wir den Mut und den Weitblick haben, über das nächste Boot hinauszublicken. Wir müssen einen langfristigen Ansatz der regionalen Zusammenarbeit finden, in dessen Mittelpunkt das Leben und die Würde des Menschen stehen.“  Das Thema ist hoch aktuell: Vor wenigen Tagen erst hat die italienische Finanzpolizei das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ festgesetzt. Das Schiff, das unter niederländischer Flagge fährt, hatte vor der Küste Libyens Migranten aus Seenot gerettet.

Kapitän Reinhard Schmitz vertritt die Ziele der Organisation „Sea-Watch“. Sea-Watch ist eine gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat. Angesichts der humanitären Katastrophe leistet Sea-Watch nach eigener Darstellung Nothilfe, fordert und forciert gleichzeitig die Rettung durch die zuständigen europäischen Institutionen und steht öffentlich für legale Fluchtwege ein. 

Der moderierte Vortrag ist Teil der 2018 begonnenen Reihe „Weltrettung – Entwicklungspolitik heute“. In mehreren Veranstaltungen beleuchten Kreis und Kreisvolkshochschule Groß-Gerau mit ganz unterschiedlichen Formaten dieses Thema. „Es ist notwendig, das Bewusstsein für globale Zusammenhänge zu schärfen“, betont Landrat Thomas Will. Die frühere Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hatte die Reihe im vergangenen Sommer in Groß-Gerau eröffnet. 

Nach dem Konzert „Flügel der Freiheit“ von „La Baca Loca y lxs chocoitxs“ mit der Sängerin Gaby Baca Vaughan aus Nicaragua, dem Gespräch mit dem Filmemacher Peter Heller steht nun im Landratsamt Groß-Gerau das Engagement der Seenot-Rettung von Migranten im Mittelmeer im Fokus. Am 5. Juni 2019 schließlich steht von 19 Uhr an der Vortrag „Todesfalle Sahara“ von Dr. Ramona Lenz von medico international auf dem Programm. Die Veranstaltung findet in der KVHS-Cafeteria im Schloss Dornberg (Hauptstraße 1, Groß-Gerau) statt.  

Informationen zur Veranstaltungsreihe „Weltrettung – Entwicklungspolitik heute“ gibt es im Internet unter der Adresse www.kvhsgg.de/politischebildung. Die Anmeldung kann über die Website oder im Servicebüro der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau, per Telefon 06152-1870-0 oder E-Mail info@kvhsgg.de erfolgen. 

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch Engagement Global gGmbH im Rahmen des Servicestelle Kommunen in der Einen Welt-Programms mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Veranstalter ist für den Inhalt allein verantwortlich. Unterschiedliche lokale Kooperationspartner/innen unterstützen die Reihe: der Arbeitskreis Politische Bildung: DGB-Kreisverband, DGB-Ortsverband, KVHS Groß-Gerau, Arbeit und Leben Südhessen, Evangelisches Dekanat Groß-Gerau – Rüsselsheim, Katholische Betriebsseelsorge Südhessen, Katholisches Dekanat Rüsselsheim, sowie der Partnerschaftsverein Kreis Groß-Gerau – Masatepe/Nicaragua im Kreis Groß-Gerau, Amnesty International Deutschland und das Forum Solidarische Politik in Groß-Gerau.

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