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Einsatz für Vereine und Initiativen

Abschlussfeier des Empowerment-Projekts an der Kreisvolkshochschule

Zertifikatsübergabe für die Empowerment-Partner*innen (EmPa) mit (von rechts) Landrat Thomas Will, KVHS-Fachbereichsleiterin Bettina Krauß, den EmPas Kübranur Alp, EmPa Sonnja Semnet-Schneider, Manal El Bakkali, Projektcoach Sedat Cakir und KVHS-Leiter Dr. Stefan Hebenstreit. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – „Was macht eigentlich ein EmPa?“ Die Kreisvolkshochschule Groß-Gerau (KVHS) beantwortete diese Frage am Abend des 22. Juni 2022 zunächst mit einem kurzen Trickfilm, um Inhalte anschaulich auf den Punkt zu bringen. Anschließend würdigte das Projektteam die Absolvent*innen der letzten Schulungsrunde für Empowerment-Partner*innen (EmPa) mit einem Zertifikat. Sie hatten den Schwerpunkt „Vereine und Initiativen begleiten“ belegt und wollen ihre Erfahrungen auch weiterhin in der Engagement-Landschaft im Kreis Groß-Gerau einsetzen.

Der Moderator des Abends, der Journalist Volker Siefert, führte in den Begriff „Empowerment“ als Grundhaltung und Methode „andere mitzu­nehmen“ ein. Denn genau hierum ging es im Projekt, das in zwei Durchläufen die Empowerment-Partner*innen“ ausgebildet hat und über Austauschforen, Mikroprojekte und Lerntreffs neu Interessierte und Vereinsakteure in der Praxis zusammenbringen konnte. Gefördert vom Land Hessen kooperierten in diesem Projekt über drei Jahre die Koordinierungsstelle „Bürgerschaftliches Engagement“ des Kreises und das Selbsthilfebüro der Paritätische Projekte gGmbH mit der KVHS.

Landrat Thomas Will nahm sich an dem Juni-Abend im Schloss Dornberg Zeit, um mit den rund 25 anwesenden Engagierten über die Entwicklung von Vereins­strukturen und ihre Ideen des Engagements zu diskutieren und Perspektiven für die Engagementförderung zu entwickeln. „Ich freue mich, dass wir mit solchen Initiativen dazu beitragen, das Leben im Kreis Groß-Gerau noch vielfältiger und interessanter zu machen“, sagte der Landrat, der die KVHS als Ort innovativer Ideen und Projekte sowie als Schnittstelle für Begegnung, Austausch und Qualifizierung lobte. „Wir bestärken Menschen, mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen und Dinge selbst zu tun, um Ziele zu verwirklichen“, so Thomas Will.

Im ersten Schulungszyklus 2021 hatten sich fünf Teilnehmende im Schwerpunkt „Selbsthilfe“ mit dem Führen hilfreicher Gespräche beschäftigt und dabei eingeübt, wie gute Gespräche angeleitet oder neue Gruppen gebildet und vernetzt werden können. Dr. Annemarie Duscha vom Selbsthilfebüro Groß-Gerau war bei diesen Schulungsmodulen federführend tätig und berichtet von der Arbeit mit den Absolvent*innen: „Empowerment in der Selbsthilfe bedeutet, dass Menschen nicht mit ihren Fragen oder persönlichen Themen allein bleiben, sondern sich solidarisch mit anderen vernetzen und im Gespräch und in Gruppenaktivitäten Entlastung erfahren. Diesen Prozess können unsere EmPas anregen und unterstützen.“ Ihr Büro steht für Beratung jederzeit bereit (Telefon 06152 989470). Bei der Selbst|Hilfe|Engagement-Meile des Engagement-Festivals am 25. September 2022 im Schloss Dornberg erhalten Interessierte ebenfalls vielseitige Informationen.

Beste Voraussetzungen und hohen Bedarf sah Dr. Stefan Hebenstreit als KVHS-Leiter im Einzugsgebiet der KVHS. Er will gemeinsam mit dem Fachbereich Gesellschaft und Ehrenamt, den Bettina Krauß leitet, an die intensive Arbeit des Empowerment-Projekts anknüpfen. Die EmPa-Absolvent*innen sollen weiterhin ihr eigenes Wissen festigen und in den kollegialen Austausch gehen können. Durch ihren Einsatz können die Ehrenamtlichen in Initiativen oder Vereinen mit guten Tipps versorgt und dabei unterstützt werden, Mitwirkende zu finden. Und nicht zuletzt werden auch im offenen Kursangebot der KVHS immer neue Kursleiter*innen mit ihren speziellen Kompetenzen gesucht.

Klar wurde, dass die Akteur*innen nicht erst seit heute im Ehrenamt aktiv sind. Beim entspannten Ausklang des Abends unter den Bäumen im Hof von Schloss Dornberg war in vielen Gesprächen herauszuhören: Wer sich einmal auf den Weg gemacht hat, sich zu engagieren, kann „es meist nicht mehr lassen“ und entwickelt weitere Ideen und zieht neue Leute mit. So entwickelt sich ein bei solchen Gelegenheiten des Zusammenkommens sichtbar werdendes Netzwerk an Verbindungen, die den Gemeinschaftsgedanken stärken.

Um am Schluss auf die Frage zurückzukommen, wie Engagementwillige anzusprechen wären: Die Trickfilm- oder Stop-Motion-Technik ermöglicht es, mit einfachen Mitteln komplexe Inhalte darzustellen: Was genau macht eigentlich das Ehrenamt aus? Wie erkläre ich anderen, was mir dabei so viel gibt – oder auch, welches Ziel der Verein verfolgt, in dem ich mich engagiere?

Die KVHS Groß-Gerau bietet im Herbst neben weiteren Austauschtreffen auch drei Workshops zum Erlernen dieser Filmtechnik an und leiht die dazugehörige Trickfilm-Box an Vereine und Initiativen aus. Kontakt über das Servicebüro der KVHS Groß-Gerau. Kontakt: 06152 1870-0 und info@kvhsgg.de.

 

Zum Hintergrund:

„Empowerment im Ehrenamt“ - Projektlaufzeit: Juli 2019 – Juni 2022

Projekt in Zusammenarbeit von Kreisvolkshochschule und Kreis Groß-Gerau /Koordinierungsstelle „Bürgerschaftliches Engagement“

Gefördert aus Mitteln des Landes Hessen / Hess. Ministerium für Soziales und Integration / WIR-Projekt. 

Auch Selbsthilfeaktive und Selbsthilfegruppen können im Projekt „Empowerment im Ehrenamt“ teilnehmen oder neue Gruppen bilden. Hierfür besteht eine Kooperation mit dem Selbsthilfebüro Groß-Gerau.

Initiativen und Vereine motiviert der Aspekt der Nachwuchsförderung und Öffnung für neue Engagementwillige, die Verantwortung übernehmen wollen.

 

Empowerment-Partner*innen

Empowerment-Partner*innen fungieren als ehrenamtliche Multiplikator*innen und beraten Vereine und Initiativen zu organisatorischen und gruppendynamischen Fragen. Auch Wissen über Selbsthilfe wird in der Schulung vermittelt. Wer sich als „Empowerment-Partner*in“ (EmPa) ausbilden lässt, erhält ein Zertifikat und kann anschließend als Multiplikator*in tätig werden. Dabei können die EmPas in verschiedenen Bereichen aktiv werden, je nachdem, welchen Schwerpunkt sie im Kurs gewählt haben. 

Alle Teilnehmer*innen lernen zunächst im Grundlagenmodul unterschiedliche Engagementformen kennen, befassen sich mit dem Entstehen von Gruppen/Vereinen und diskutieren gemeinsam, wie Vielfalt in Gruppen gelingen kann. Anschließend kann nach Interesse gewählt werden, ob im Aufbaumodul der Schwerpunkt auf „helfenden Gesprächen“ in Gruppen liegen soll („Selbsthilfemodul“) oder ob es um die Unterstützung von neuen und bestehenden Vereinen bei strukturellen oder gruppendynamischen Fragen gehen soll (Modul Vereinsförderung).

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
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