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Ehrungsfeier im Groß-Gerauer Landratsamt:

Landrat zeichnet verdiente Bürger aus

KREIS GROSS-GERAU – „Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen.“ Mit diesem Satz von Marcus Tullius Cicero, dem römischen Staatsmann und Philosoph, begrüßte Landrat Thomas Will die Gäste bei der Feierstunde am 11. November im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts. „Wir hier im Kreis Groß-Gerau, wir in der Gesellschaft, stehen in Ihrer Schuld. Und wir wollen Ihnen gebührend danken“, sagte Will zu den Menschen, die er mit Landesehrenbriefen und Feuerwehr-Ehrenkreuzen auszeichnete. Landesehrenbriefe erhielten Lothar Nachtmann aus Ginsheim-Gustavsburg, Hans-Werner Kabey aus Groß-Gerau, Michael Fletterich aus Gernsheim, Werner Conrad aus Ginsheim-Gustavsburg, Claudia Flauaus aus Biebesheim und Heiko Schaffrinski aus Nauheim. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber bekamen Kreisbrandinspektor Friedrich Schmidt aus Rüsselsheim, Peter Eckert aus Bischofsheim und Michael Reichert aus Riedstadt ausgehändigt. Peter Schick und Heiko Fölsing aus Groß-Gerau sowie Maik Klärner aus Raunheim wurden mit dem Ehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet.

Die Ehrung für diese Bürger und die Bürgerin aus dem Kreis Groß-Gerau sei hoch verdient, weil sie sich über viele, viele Jahre einbrachten und noch immer einbringen: ins Vereinsleben, in die Kommunalpolitik, in die Kirchengemeinde, in die Feuerwehrarbeit oder in die Gerichtsbarkeit. Die Geehrten haben in ihr Ehrenamt viel Zeit und Kraft investiert, die manchmal vielleicht sogar an anderer Stelle - zum Beispiel in der Familie - fehlte, sagte Thomas Will. Daher gelte der Dank ausdrücklich auch den Familien der Ehrengäste.
 
Die Geeherten hätten in schönster Weise umgesetzt, so Thomas Will weiter in seiner Laudatio, was Bundespräsident Joachim Gauck nach seiner Vereidigung im März 2012 gesagt hat: „Ihr seid nicht nur Konsumenten. Ihr seid Bürger, das heißt Gestalter, Mitgestalter. Wem Teilhabe möglich ist und wer ohne Not auf sie verzichtet, der vergibt eine der schönsten und größten Möglichkeiten des menschlichen Daseins: Verantwortung leben.“  Diejenigen, die jetzt geehrt würden, hätten Verantwortung übernommen. Und sie hätten Ausdauer bewiesen, betonte Will. Denn so schön und lobenswert der Einsatz bei einzelnen Projekten und Veranstaltungen sei: Noch ehrenvoller sei es, über Jahre ehrenamtlich tätig zu sein. „Sie, liebe Geehrte, haben kontinuierlich fürs Gemeinwohl gewirkt. Das ist heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich.“

Zur Würdigung der Leistungen  waren auch Vertreter der Städte und Gemeinden zur Feierstunde im festlich hergerichteten Georg-Büchner-Saal gekommen sowie Mitglieder der Vereine und Organisationen, in denen die ehrenamtliche Arbeit geleistet und geschätzt wird. Sie hatte der Landrat  ebenso herzlich willkommen geheißen wie die beiden Musiker Stephanie Weimer-Meeßen an der Geige und Christian Meeßen am Klavier, die für die gepflegte musikalische Begleitung der Feierstunde sorgten.

Die Geehrten:

Lothar Nachtmann (Ginsheim-Gustavsburg), geb. 26.7.1946

Lothar Nachtmann ist für die CDU in seinem Heimatort seit vielen Jahren politisch aktiv. Zwischen April 2001 und März 2006 sowie seit April 2011 war und ist Herr Nachtmann Mitglied in der Gemeindevertretung beziehungsweise Stadtverordnetenversammlung Ginsheim-Gustavsburgs. Dort gehörte er unter anderem dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Sport-, Jugend- und Sozialausschuss an. Seit 2009 ist er CDU-Vorsitzender in der Stadt.
Zweites wichtiges Standbein seines ehrenamtlichen Engagements ist die katholische Kirche. Seit 1984 ist er im Dekanatsrat tätig, die vergangenen 20 Jahre als stellvertretender Vorsitzender. Ebenfalls 20 Jahre ist Lothar Nachtmann Mitglied im Katholikenrat gewesen.
Sein Engagement in der Pfarrgemeinde St. Marien Ginsheim reicht bis 1983 zurück. In den achtziger Jahren hat er einen Familienkreis initiiert, der noch heute besteht. Von 1990 bis 1995 war Lothar Nachtmann Pfarrgemeinderatsvorsitzender, seit 1996 ist er Mitglied im Verwaltungsrat der katholischen Gemeinde. Von Anfang an war er beim caritativen Projekt „Orte des Zuhörens“ dabei – einem kostenfreien Angebot, das unabhängig von Nationalität und Religion allen offen steht.

Viel Kraft und Zeit investiert Lothar Nachtmann auch in die Flüchtlingsarbeit. Er betreut seit mehreren Jahren Asylbewerber in Ginsheim-Gustavsburg.

 

Hans-Werner Kabey (Groß-Gerau), geb. 14.8.1953

Hans-Werner Kabey  ist seit 1983 Mitglied im Groß-Gerauer Carneval-Verein, seit 1997 Vorsitzender und war über viele Jahre – insgesamt sind es 27 – Sitzungspräsident: eine prägende Figur der Groß-Gerauer Fastnacht.  Als echter Vereinsmensch engagiert sich Hans-Werner Kabey nicht nur im Carneval-Verein, sondern in weiteren Vereinen. Im Geflügelzuchtverein Groß-Gerau, dem er seit 1965 angehört, war er vier Jahre Zweiter Vorsitzender.  Beim Verein der Köche ist er Gründungsmitglied seit Oktober 1987. Seit dieser Zeit ist Herr Kabey dort ohne Unterbrechung im Vorstand. Dem Verein für Deutsche Schäferhunde gehört er seit 1984 an, war vier Jahre Vereinsrechner. Weitere Mitgliedschaften bestehen beim Förderverein Stadtmuseum, im TV Groß-Gerau, bei der BSG und bei der Feuerwehr Groß-Gerau.

Nicht zu vergessen ist Hans-Werner Kabeys kommunalpolitischer Einsatz bei der Kommunalen Bürgerinteressengemeinschaft (Kombi). Seit 2006 gehört er für die Wählergemeinschaft dem Stadtparlament an, war für eine Wahlperiode Stadtverordnetenvorsteher und danach stellvertretender Parlamentsvorsitzender

 

Michael Fletterich (Gernsheim), geb. 14.3.1958

Breit aufgestellt in seinem ehrenamtlichen Engagement ist Michael Fletterich. Der Technische Angestellte, Feuerwehrmann und Vorsitzende des Betriebsrats der Firma Merck Gernsheim und Darmstadt ist kommunalpolitisch für die SPD aktiv: von 2002 bis 2004 war er stellvertretender Vorsitzender sowie Vorsitzender der SPD Gernsheim. Von April 2001 bis Oktober 2014 war Herr Fletterich Mitglied der Gernsheimer Stadtverordnetenversammlung; in dieser Zeit wirkte er unter anderem in der Brandschutzkommission mit. An der Landesfeuerwehrschule Kassel ist er seit 1993 Mitglied der Prüfungskommission gehobener Technischer Dienst.

Zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten Michael Fletterichs gehört auch die Mitarbeit bei der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) in verantwortlichen Positionen. Außerdem ist Michael Fletterich ab 1999 ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Darmstadt gewesen, ab 2003 am Landesarbeitsgericht in Frankfurt. Auch am Hessischen Finanzgerichtshof in Kassel wirkt er seit 2009 als ehrenamtlicher Richter.

 

Werner Conrad (Ginsheim-Gustavsburg), geb. 8.2.1955

Werner Conrad, von Beruf Systembetreuer, war vom 20. November 1995 bis 29. Dezember 2012 ehrenamtlicher Richter am Amtsgericht Wiesbaden und ist als solcher seit 30. Dezember 2012 bis heute am Hessischen Landesarbeitsgericht in Frankfurt tätig.

 

Claudia Flauaus  (Biebesheim), geb. 4.6.1959

Claudia Flauaus war zunächst vier Jahre, vom 18. Dezember 1998 bis 17. Dezember 2002 ehrenamtliche Richterin am Arbeitsgericht Darmstadt. Seit Ende Dezember bis heute erfüllt die Chemiearbeiterin ihre Pflicht in komplexen, nicht immer einfachen Verfahren am Hessischen Landesarbeitsgericht.

 

Heiko Schaffrinski (Nauheim), geb. 27.3.1970

Heiko Schaffrinski, von Beruf Bäcker, ist seit 18. Dezember 2002 bis heute ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Darmstadt. Auch er erhält für seinen uneigennützigen Einsatz den Landesehrenbrief.

 

Friedrich Schmidt (Rüsselsheim), geb. 26.7.1966

Friedrich Schmidt trat 1982 in die Jugendfeuerwehr, im Alter von 17 Jahren dann in die Einsatzabteilung Königstädten der Feuerwehr Rüsselsheim ein, der er bis heute als aktives Mitglied angehört. Ab 1996 war er als Zugführer und stellvertretender Wehrführer in die Leitung der Wehr eingebunden.

Die Einsatzabteilung erhielt von der Feuerwehr Sonderaufgaben in der überörtlichen Gefahrenabwehr und im Katastrophenschutz. Friedrich Schmidt kümmerte sich maßgeblich um den kommunalen Umwelt- und Gefahrstoffzug Rüsselsheim, qualifizierte sich zudem im Rettungsdienst und im Katastrophenschutz permanent weiter.
Im März 2002 wurde er zum stellvertretenden Kreisbrandinspektor berufen. Im Oktober 2014 schließlich wurde Schmidt, mittlerweile auch Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Groß-Gerau, zum Kreisbrandinspektor berufen.

Er treibt die Bedarfs- und Entwicklungsplanung der Feuerwehren und die der Gefahrenabwehr wesentlich voran. Der Vernetzung und Zusammenarbeit der Feuerwehren im Kreis Groß-Gerau gilt sein besonderes Augenmerk. Kreisbrandinspektor Schmidt vertritt den Landkreis in Gremien des Brand- und Katastrophenschutzes sowie Rettungsdiensts auf Bezirks- und Landesebene.

 

Peter Eckert (Bischofsheim), geb. 15.2.1976

Peter Eckert trat 1989 der Jugendfeuerwehr Mainz-Kostheim bei. 1994 wechselte er in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Bischofsheim. Dort übernahm Eckert bald  Führungsaufgaben. Ab 2008 war er als Zugführer und stellvertretender Gemeindebrandinspektor in die Leitung der Feuerwehr eingebunden. Seit 2013 ist er Gemeindebrandinspektor.
Bei zahlreichen Einsätzen in dem stark industrialisierten Gemeindebereich mit dem größten Güterbahnhof der Rhein-Main-Region hat sich Peter Eckert als versierter und umsichtiger Einsatzleiter bewährt. In seine Amtszeit fallen zudem zahlreiche Modernisierungen in der Fahrzeug- und Geräteausstattung der Bischofsheimer Wehr, zudem die räumliche Verbesserung des Feuerwehrhauses.

Besonders am Herzen liegt Peter Eckert der Ausbildungsstand, der dem vorhandenen Gefahrenpotenzial in der Region und den damit verbundenen Risiken entsprechen muss.

 

Michael Reichert (Riedstadt), geb. 2.5.1972

Michael Reichert begann 1983 in der Jugendfeuerwehr Erfelden und wechselte mit 17 Jahren in die Einsatzabteilung Erfelden der Riedstädter Feuerwehr. Stellvertretender Wehrführer war er ab 1999, Wehrführer von 2002 bis 2008. Noch heute ist er aktiv, und zwar als Brandmeister. Herr Reichert hat die Qualifikation zum Zugführer erreicht und zahlreiche Sonderausbildungen absolviert. Früh hat er sich der überörtlichen Ausbildung verschrieben. In der Kreisausbildung ist Michael Reichert seit 1995 für die Truppmann-Lehrgänge verantwortlich. Er hat dabei wesentlich zum guten Ausbildungsstand der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Groß-Gerau beigetragen: Im genannten Zeitraum erhielten rund 1000 Teilnehmer ihre Truppmann-Ausbildung.

  

Peter Schick (Groß-Gerau), geb. 28.7.64

Peter Schick trat im Dezember 1976 in die Jugendfeuerwehr Groß-Gerau ein. Mit Vollendung des 17. Lebensjahrs wechselte er in die Einsatzabteilung der Groß-Gerauer Wehr. Dort ist er bis heute aktiv und bekleidet den Dienstgrad eines Hauptfeuerwehrmanns. Peter Schick war zugleich in den ABC-Zug im Katastrophenschutz eingebunden. Als ausgebildeter Atemschutzgerätewart hat er früh seinen Schwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung von Atemschutzgeräteträgern gesetzt. Er ist seit mehr als 20 Jahren in das Team der technischen Betreuung der Kreis-Atemschutzübungsstrecke für die Feuerwehren eingebunden. Herr Schick hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Atemschutz-Ausbildung bei der Feuerwehr sowie der Übungsbetrieb auf dem aktuell erreichten Niveau stattfinden.

 

Heiko Fölsing (Groß-Gerau), geb. 7.3.1968

Heiko Fölsing ist aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung der Feuerwehr der Stadt Rüsselsheim übernommen worden. Nach seiner Ausbildung bis hin zum Zugführer und zum Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ übernahm er als Oberbrandmeister Führungsaufgaben in der Feuerwehr Rüsselsheim.
Nach seinem Wechsel zur Feuerwehr Groß-Gerau hat Heiko Fölsing dort als aktiver Atemschutzgeräteträger seit 2014 die Funktion eines Zugführers inne. Auf Kreisebene ist der qualifizierte Kreisausbilder Fölsing seit dem Jahr 1990 in der Maschinisten-Ausbildung tätig. Er trägt seit mehr als 25 Jahren zum aktuell erreichten guten Ausbildungsstand der Feuerwehr-Maschinisten wesentlich bei.

 

Maik Klärner (Raunheim), geb. 19.6.1980

Maik Klärner trat  1992 in die Jugendfeuerwehr Raunheim ein. 1997 wechselte er in die Einsatzabteilung. Dort übernahm Brandmeister Klärner, der seit 2004 als hauptamtlicher Feuerwehrgerätewart angestellt ist, Führungsaufgaben bis hin zum Zugführer. 2013 wurde Maik Klärner zum stellvertretenden Stadtbrandinspektor ernannt und in die Leitung der Feuerwehr Raunheim eingebunden.
In seiner Dienstzeit wurde die Modernisierung in der Fahrzeug- und Geräteausstattung vorangebracht. Auch wurde der bevorstehende Neubau des Feuerwehrhauses Raunheim geplant. Maik Klärner hat in schwierigen Phasen der personellen Erneuerung bei der Feuerwehr Verantwortung übernommen und wesentlich zum Bestand der Einsatzabteilung beigetragen. Ihm ist die Jugendarbeit ein besonderes Anliegen.

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