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Drittes Bildungsfrühstück des Kreises 2018:

Raunheimer Schullandschaft

Die Themen gingen ihnen nicht aus: Beim Bildungsfrühstück in der Raunheimer Anne-Frank-Schule diskutierten (von rechts) Landrat Thomas Will, Moderator Udo Döring, Grundschulleiter Simon Reiss, IGS-Leiterin Petra Boulannouar und Schulelternbeiratsvorsitzende Sandra Heuer. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Ganztagsangebote an den Schulen waren ein Hauptthema beim jüngsten Bildungsfrühstück, zu dem Landrat Thomas Will am 27. Oktober in die Anne-Frank-Schule (AFS, Integrierte Gesamtschule) nach Raunheim eingeladen hatte. In der dortigen Mensa sprachen der Landrat, Petra Boulannouar (Leiterin der AFS, der einzigen echten Ganztagsschule in Schulträgerschaft des Kreises), Grundschulleiter Simon Reiss (Pestalozzischule Raunheim, derzeit die größte Grundschule Deutschlands) und Sandra Heuer, Vorsitzende des Schulelternbeirats an der AFS, miteinander über schulische Themen.  

Die Fragen – ob zu Inklusion, Schulsozialarbeit, sanitären Anlagen, Handyverbot an Schulen oder zu Erwartungen an die Schulpolitik – stellte Moderator Udo Döring. Rund 40 Interessierte kamen zu der Veranstaltung, bei der wie immer ein gesundes Frühstück den Rahmen bildete. 

Einig waren sich die Diskutanten, dass es wegen der Größe der absehbar noch weiter wachsenden Pestalozzischule mit ihren heute rund 730 Schülerinnen und Schülern sinnvoll ist, am Standort der AFS eine zweite Grundschule für Raunheim zu bauen. Landrat Thomas Will beschrieb kurz die Vorgespräche und Arbeitsgruppensitzungen mit Vertreter/innen von Schule, Stadt, Kreis und Schulamt, die zum grundsätzlichen Beschluss des Kreistags führten.  „Wenn jetzt noch das Okay aus dem Ministerium in Wiesbaden kommt, starten wir auf dem kreiseigenen Gelände hier“, so der Landrat. 

In drei, vier Jahren soll die zweite Grundschule stehen, die die Pestalozzischule entlasten wird und auch für kürzere Schulwege vieler Kinder sorgen kann. 
Die Umgewöhnung an der AFS wegen der kleineren Kinder in ihrem Umfeld wird dann wohl gar nicht so groß sein: Schon heute haben zwei Gruppen des Waldkindergartens ihren Stützpunkt an der Gesamtschule. 

Was den Ganztag betrifft, machte Schulleiterin Petra Boulannouar deutlich, dass Schule mit echtem Ganztag (Profil 3) nicht bloß Lehrraum, sondern Lebensraum für Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrkräfte ist. Es brauche dafür mehr Lehrpersonal vom Land, ergänzte Simon Reiss. Und es braucht mehr Platz an den Schulen. Daran arbeitet der Kreis, der für die Schulgebäude zuständig ist. Denn, wie formulierte es doch Landrat Thomas Will: „Es hängt alles zusammen. Ausstattung und Inhalte.“
Investitionsförderprogramme von Land und Bund könnten beim Ausbau der Schulen aber nur helfen, wenn die dazugehörigen Verwaltungsvorschriften nicht zu kompliziert seien. „Es ist nicht zielführend, wenn wir mit Mitteln aus dem KIP-II-Programm zwar Schulen sanieren, aber ihre Kapazität nicht ausweiten dürfen“, so der Landrat. 

Je länger am Tag Betrieb in den Schulgebäuden ist, desto wichtiger wird auch das Thema sanitäre Anlagen. Es ist sogar so bedeutend, dass eine Partei es in ihr Landtagswahlprogramm aufgenommen hatte. Die Diskutanten waren sich einig darüber, dass Verbesserungen nötig sind, gerade an so großen Schulen wie der Pestalozzischule und der Anne-Frank-Schule (ca. 550 Schüler/innen und 50 Lehrer/innen). Landrat Thomas Will kündigte an, an zwei Schulen den Einsatz von Toilettenpersonal testen zu lassen. „Wir diskutieren im Kreis ohnehin gerade über eine Anstalt öffentlichen Rechts, bei der die Betreuungskräfte künftig angestellt werden könnten. In diesem Zusammenhang können wir auch über Reinigungspersonal und Catering nachdenken. Das ist auf jeden Fall eine große Aufgabe für die nächsten Jahre.“ 

Personal war denn auch ein Stichwort, das häufiger fiel an diesem Samstagvormittag. Um mehr Lehrkräfte zu gewinnen, müssten Lehrerausbildung und -besoldung verbessert werden, meinte die AFS-Schulleiterin. Sonderpädagogen und Sonderpädagoginnen müssen integraler Bestandteil an Grundschulen und der Sekundarstufe I sein, betonte der Landrat. Schulsozialarbeit ist „super wichtig“, wie Sandra Heuer sagte. Darum seien auch dort mehr Stellen nötig. „Im Moment kleben wir nur Heftpflaster“, ergänzte Landrat Thomas Will in diesem Zusammenhang. 

Eins wurde also deutlich bei diesem jüngsten Bildungsfrühstück: Wünsche, Verbesserungsvorschläge und Entwicklungsmöglichkeiten von Schule gibt es noch reichlich. 

Ein Video vom Bildungsfrühstück in Raunheim wird auf youtube (https://www.youtube.com/user/KreisGG) zur Verfügung gestellt. Ebenso gibt es dort Filme von den vorangegangenen Veranstaltungen dieser Art im Kreis. 2018 fanden die beiden weiteren Bildungsfrühstücke in Gernsheim (10. März) und in Walldorf (16. Juni) statt.  

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