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„Drei um Acht“ am 16. November in Groß-Gerau:

Lesung in der Stadtbücherei

KREIS GROSS-GERAU – „Drei um Acht“ ist seit einigen Jahren fester Bestandteil der Reihe „Bücher und mehr…“, die das Kreiskulturbüro und die Stadtbücherei Groß-Gerau organisieren. 2018 ist die Veranstaltung für Freitag, 16. November, geplant. Bereits zum siebten Mal findet dann am bundesweiten Vorlesetag die Veranstaltung statt, bei der drei Autoren mit Bezug zum Kreis Groß-Gerau ihre eigenen Werke vorstellen. Diesmal lesen Werner Eitle, Vanessa Olschansky und Hai Rao ab 20 Uhr in der Stadtbücherei Groß-Gerau, Gernsheimer Straße 5. Der Eintritt kostet drei Euro (nur Abendkasse). 

Werner Eitles Buch „Memoiren eines Chamäleons“ beginnt autobiografisch: Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen in einer Pflegefamilie, strebt der Erzähler nach beruflichem Erfolg, Geld, Besitz und Geltung. Tatsächlich gelingt ihm der Aufstieg zum Vertriebsmitarbeiter eines großen Unternehmens. Doch die Ausrichtung auf materiellen Wohlstand, das Effizienzdenken, die Dominanz der Arbeit im Leben, Zeitdruck, Anspannung und Fremdbestimmung wecken in ihm den Wunsch nach Veränderung. Er findet Wege, die verschiedenen Lebensbereiche wie Ehe und Kind, Garten, Arbeit und Reiselust auszubalancieren und sich beruflich neu zu orientieren. Werte wie Glück, Selbstverwirklichung, gesellschaftliches Engagement, Aktivitäten als Umweltschützer, Lebensfreude, Ausgewogenheit und Freiheit gewinnen an Bedeutung. Um diese Thematik dreht sich das Buch des seit 1973 in Berkach lebenden Autors, der Vorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) in Groß-Gerau ist.   

Vanessa Olschansky schreibt in „Nephilynn“ über Emily. Emily ist ein gefallener Engel. Sie wurde bestraft für eine Liebe, die nie hätte sein dürfen, und einen Fehler, den sie nie wieder gut machen kann. Egal wie sehr sie versucht, ihre Taten ungeschehen zu machen und ihrem Leben als Mensch auf der Erde gerecht zu werden, ihr Kampf scheint aussichtslos. Ein erbitterter Kampf zwischen Gut und Böse beginnt. Emily versucht alles, um ihre verlorene Gnade zurück zu erhalten und Gott zu bitten, sie wieder mit ihrer Schwester zu vereinen, so dass sie gar nicht bemerkt, dass es vielleicht der falsche Weg ist, den sie eingeschlagen hat. 

Die Autorin ist ein Kind der Achtziger. Die gebürtige Hessin war schon in ihren jungen Jahren vom Schreiben begeistert. Diese Begeisterung hat sie in Kurzgeschichten in der Schule bis hin zu Online-Foren ausgelebt. Nebenbei arbeitet Vanessa Olschansky als freie Journalistin um ihrem Drang zum Schreiben im Alltag, neben ihrem Beruf, nachzukommen. Und weil sie nie genug vom Schreiben hat, bloggt Vanessa über Gott und die Welt oder was sonst noch in ihrem Kopf herumspukt. „Nephilynn“ war eine Idee, die aus Spielen in Foren und von Filmen inspiriert wurde. 2017 hat Vanessa ihr Buch als Selbstverlegerin auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. 

„Guten Morgen Chongqing“ ist ein ins Deutsche übersetzter Roman der Autorin Hai Rao, die seit 2001 in Deutschland lebt und neben anderen Tätigkeiten an der Volkshochschule Rüsselsheim Kurse gab. Das Buch der Schriftstellerin und Übersetzerin beschreibt das Leben einfacher Leute in ihrer Heimatstadt Chongqing/China, die sich wie viele Städte heute rasant verändert: Viele Menschen werden zunehmend vom Fortschritt abgehängt und versuchen tagtäglich, ohne soziale Absicherung ihr Leben zu meistern.  

Der Protagonist des Romans, Changle, ein Sicherheitsbediensteter mit knappen Gehalt, kann selbst mit Zuschüssen nur eine gemeinsame Wohnung für sich und seine Mutter kaufen. Eine gerade frei werdende Dachwohnung mit Dachgarten scheint ideal. Sie hat nur einen Haken: Sie liegt im neunten Stock eines Hauses ohne Fahrstuhl - und seine Mutter ist 80 Jahre alt. Sein zweites Problem ist seine Einsamkeit nach der Scheidung. Doch Changles unverwüstlicher Optimismus lässt ihn nicht verzagen. Wie ein Stehaufmännchen rappelt er sich immer wieder auf. 

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