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Digital-Projekt im Jubiläumsjahr

Landrat Will würdigt Arbeit des Ausbildungsverbunds Metall AVM

In der Metallwerkstatt des AVM: Landrat Thomas Will (zweiter von rechts) mit dem AVM Geschäftsführer Harald Bott, den Geschäftsbereichsleitungen Silvia Weber, Martina Friedmann und Olaf Doerenbecher sowie Auszubildenden im Bereich Metall. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Die gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft AVM wird 40 – und geht voller Selbstbewusstsein ins kommende Jahrzehnt. „Mir ist vor den nächsten Jahren nicht bange“, sagte Landrat Thomas Will bei einem Pressegespräch anlässlich des Jubiläums: „Seit Beginn hat sich der AVM für die Integration von Menschen in den Ausbildungsmarkt eingesetzt. Einer der Schwerpunkte wird auch weiterhin bei Ausbildungen im Gastronomiebereich liegen“, sagte der Landrat, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des AVM ist.    

Das war vor 40 Jahren anders: Als engagierte Eltern, Personen des öffentlichen Lebens, Vertreter der Städte Rüsselsheim am Main und Raunheim sowie der Firma Opel den Ausbildungsverbund Metall (AVM) am 24. September 1979 gründeten, lag der Fokus auf dem handwerklichen Metallbereich. 26 Jugendliche starteten 1980 bei AVM mit einer Ausbildung zum Betriebsschlosser. Die Ausbildungen waren Teil eines Modellversuchs mit wissenschaftlicher Begleitung. „Bis heute haben mehr als 500 junge Menschen im AVM eine Metallausbildung erfolgreich abgeschlossen“, berichtete AVM-Geschäftsführer Harald Bott. Eine der großen Herausforderungen der Zukunft werde der wachsende Fachkräftemangel werden. „Hier müssen intelligente Konzepte und Strategien entwickelt werden um unter anderem passgenaue Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten“, so Bott.   

EDV-Ausbildung, Qualifizierung Langzeitarbeitsloser, Coaching, Beratung, Modellversuch „Soziale Stadt“, Unterstützung bei betrieblicher Ausbildung, Betreuung der kreiseigenen Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete – das sind nur einige der aktuellen Felder, in denen sich der AVM engagiert. „Wie in den vergangenen 40 Jahren wird sich der AVM auch in Zukunft immer an den Veränderungen des Arbeitsmarktes orientieren“, so Bott. Das Hauptaugenmerk, so heißt es im Unternehmensleitbild, gelte jungen und erwachsenen Menschen, denen der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt aufgrund von verschiedenster Problemstellungen erschwert sei – sowie Flüchtlingen. Mit 82 Beschäftigten und 51 Auszubildenden erwirtschaftet der AVM einen Jahresumsatz von 5,6 Millionen Euro. An Arbeitsmarktprojekten waren im vergangenen Jahr 2876 Personen beteiligt, 200 Jugendliche wurden in den verschiedenen Projekten gefördert.  

Der AVM steht finanziell auf sicheren Füßen: Aus dem gemeinnützigen Verein wurde im Jahr 1991 eine gemeinnützige GmbH. Durch die Angliederung des AVM an die Riedwerke im Jahr 2002 sieht sich der Verbund nach den Worten des Geschäftsführers sehr gut aufgestellt. Die heutigen Gesellschafter sind mit 56 Prozent der Zweckverband Riedwerke Kreis Groß-Gerau, mit 22 Prozent die Stadt Rüsselsheim am Main, mit 20 Prozent der Kreis Groß-Gerau und mit 2 Prozent das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau.  

Auch bei der Nutzung der neuen Medien sei der AVM am Puls der Zeit, berichtete Silvia Weber, Geschäftsbereichsleiterin Jugendförderung. Um jungen Menschen die Lerninhalte ihrer Ausbildung in den Bereichen Metall und Gastronomie spielerisch zu vermitteln, habe der AVM das Projekt „Digitales Lernen in der außerbetrieblichen Ausbildung“ gestartet. Der Schwerpunkt liege dabei auf Lernspielen. „Wir sind froh, dass wir dabei die TU Darmstadt als Partner mit im Boot haben.“ Seit 2019 betreue der AVM die gut 200 Wohnungen im Kreis, die der Kreis als Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete angemietet oder gebaut hat, so Martina Friedmann, die beim AVM für den Bereich Arbeitsmarkt zuständig ist. Neben Beratung und Coaching, um auch Langzeitarbeitslose wieder berufliche Perspektiven zu geben, wolle sich der AVM künftig auch als Dienstleister für die Kreisgesellschaften etablieren.   

Auf ein wichtiges Zukunftsvorhaben ging AVM-Projektentwickler Olaf Doerenbecher, Stabsstelle Projektentwicklung und Leitung der „Ratsstube“, ein. Das Ausbildungsrestaurant, derzeit noch in der „Ratsstube“ in Bischofsheim, soll in den kommenden Jahren neu gebaut werden – und zwar angegliedert an die Mensa der Georg-Mangold-Schule. In der Ausbildungsstätte soll gleichzeitig das Essen für die Schule gekocht werden. „Im Dezember möchte die Verwaltung mit dem Vorhaben in den Kreistag gehen“, kündigte Landrat Will an.

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