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Bund finanziert Projektstelle

Kreis stärkt Engagement für Kommunale Entwicklungspolitik

KREIS GROSS-GERAU – Internationale Beziehungen zu Kommunen und Kreisen im Ausland pflegt der Kreis Groß-Gerau seit vielen Jahren – seit 1992 beispielsweise offiziell nach Masatepe in Nicaragua. Diese Partnerschaftsarbeit wieder zu beleben und auf eine breitere Basis zu stellen sowie Strukturen für eine dauerhafte Entwicklungspolitik des Kreises zu schaffen, sieht der Kreis als wichtige politische Aufgabe an. Mit finanzieller Unterstützung des Bundes wird dafür nun die Projektstelle „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ eingerichtet. 

Ab Frühjahr 2017 soll nach einer Ausschreibung die Projektstelle, die vorerst auf zwei Jahre befristet ist, besetzt sein. „Optional kann die Stelle noch um zwei weitere Jahre verlängert werden“, erläutert Stefan Leimbach, der als Fairtrade-Beauftragter des Kreises für den Förderantrag beim BMZ verantwortlich war. Angesiedelt ist die Stelle beim Fachbereich Politische Steuerung in der Kreisverwaltung und finanziert wird sie zu überwiegenden Teilen vom Bund. 90 Prozent von den Kosten trägt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Rest steuert der Kreis bei.   

Seit dem Jahr 2016 bietet die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine neue Fördermöglichkeit, die Initiative „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“. Kommunen konnten dazu einen Zuschuss für ihre Personalressourcen im Bereich ihrer entwicklungspolitischen Arbeit beantragen. Das hat der Kreis Groß-Gerau getan – und nun grünes Licht erhalten.  

„Der Kreis erhofft sich mit dieser Projektstelle wichtige Impulse auf den Feldern Nachhaltigkeit und Entwicklungspolitik“, sagt Landrat Thomas Will. Der oder die Stelleninhaber/in soll das entwicklungspolitische Engagement in den Kommunen des Kreises koordinieren und umsetzen. „Bildung eines Netzwerks und die Netzwerkarbeit  werden wichtiges Aufgabenfeld sein“, ergänzt Stefan Leimbach.  

So könnte zum Beispiel die dauerhaft faire Beschaffung von Materialien und Lebensmitteln im Kreis zum Schwerpunktthema werden. „Der Bereich wurde bislang im Projekt „Faiertrade-Kreis Groß-Gerau ausgeklammert, weil wir dafür keine personellen Ressourcen und kein Know-how hatten“, sagt Leimbach. Für die Zukunft freilich könnte das Thema faire Beschaffung ein wichtiger Teil von Verwaltungshandeln werden. „Workshops, Gespräche mit Bürgermeistern im Rahmen der bestehenden interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) des Kreises, Einbindung von Experten – da sind viele Aktivitäten denkbar“, sagt Leimbach.  

Seit knapp einem Jahr ist der Kreis Groß-Gerau im Rahmen der Kampagne Fairtrade-Towns als zweiter Kreis in Hessen als Fairtrade-Kreis zertifiziert. Mit zahlreichen Veranstaltungen wirbt der Kreis für den fairen Handel, setzt dabei auf Aufklärung und die Nutzung von fair gehandelten Produkten wie Kaffee oder Tee bei offiziellen Sitzungen und Veranstaltungen. „Dem Kreis geht es vor allem auch darum, junge Menschen für Entwicklungszusammenhänge zu begeistern“, betont Landrat Will. „Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Menschen in Ländern des Südens persönliche und wirtschaftliche Perspektiven entwickeln können, um sich und ihre Familien zu ernähren“, sagt Will. „Der Kreis Groß-Gerau will auch mit dieser Projektstelle zeigen, dass der Einzelne etwas tun kann, um Strukturen und Lebensbedingungen zum Beispiel in Masatepe zu verbessern.“  

Das wird gewiss auch den 1989 gegründeten Partnerschaftsverein Kreis Groß-Gerau - Masatepe freuen. Er hat in der Vergangenheit Projekte zu Trinkwasserversorgung, Schulbau oder erneuerbare Energien in Nicaragua angestoßen. Vielleicht erfüllt sich also mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Kreishaus demnächst  ein großer Wunsch aus Reihen des Vereins – dass nach und nach viele Partnerschaften zwischen Kirchengemeinden, Schulen, Frauengruppen, Sport- und Kulturvereinen aus dem Kreis und Masatepe entstehen.

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