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Blick auf ein bewegtes Leben

Hans Tampe aus Kelsterbach feiert 100. Geburtstag

Gleich ins Plaudern kamen der hundertjährige Hans Tampe (rechts) und Landrat Thomas Will bei dessen Besuch in Kelsterbach. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Kaum, dass der Besucher am Montag (17.) ins Haus eingetreten war, führten Landrat Thomas Will und Hans Tampe aus Kelsterbach eine angeregte Unterhaltung. Dabei hätten es Unbeteiligte kaum geglaubt, dass Hans Tampe an diesem Tag 100 Jahre alt geworden ist. Er lebt, unterstützt von der Familie, noch selbständig in seinem Haus in Kelsterbach, das er Mitte der 1950er Jahre fast komplett in Eigenhilfe gebaut hat. 

Nachdem er von Thomas Will Blumen und Urkunde – verbunden mit den herzlichsten Glückwünschen – zu seinem runden und besonderen Geburtstag erhalten hatte, erzählte der rüstige Jubilar gern aus seinem Leben, in dem er viele Orte kennenlernte. Einige Stationen in Osteuropa waren dem Landrat bekannt: „Dort haben wir früher eine unserer Radtouren durch Europa absolviert“, erklärte der Gratulant, der auch von Hans Tampes Sohn Jörg und dessen Frau Anne Pullmann-Tampe freundlich begrüßt wurde. 

Aus der Region südlich von Dresden stammend, kam Hans Tampe nach Mittelschule und der Ausbildung zum Lebensmittelkaufmann zum Militär. Während des Zweiten Weltkriegs war er als Soldat in Polen, Frankreich und Russland im Einsatz und geriet 1944 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 in sein ursprüngliches Heimatgebiet entlassen wurde. Das lag dann in Tschechien.

Von dort schlug sich Hans Tampe zu seiner Frau Margit - die er während des Kriegs geheiratet hatte - ins Marburger Land durch; sie, die Damenschneiderin, war dorthin ausgesiedelt und einquartiert worden. Aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf führte der Weg das Paar schließlich nach Frankfurt am Main, wo 1949 auch der Sohn geboren wurde, nach Schwanheim und später nach Kelsterbach.

Schon in der Kriegsgefangenschaft musste der Jubilar hart arbeiten. Nach dem Krieg nahm er zunächst die unterschiedlichsten Jobs an, um sich und später die Familie zu ernähren. Fast 20 Jahre arbeitete er schließlich für den in Eschborn ansässigen Labor Service der Amerikaner, dann bei der Schokoladenfirma Waldbaur und beim Lebensmittelauslieferungsunternehmen Lastra. 1983 begann sein Ruhestand.

Hans Tampe hat drei Enkel und vier Urenkel. Der Familienzusammenhalt ist groß. Im Rückblick ist der Jubilar zufrieden: „Wir haben schöne Urlaube gemacht – im Winter immer gemeinsam mit den Kindern –, sind viel Rad gefahren, waren eislaufen.“ Das weitere große Hobby Angeln nicht zu vergessen, zu dem er noch immer von Familienmitgliedern mitgenommen wird.

Am Nachmittag des 100. Geburtstags erwartete Hans Tampe noch Besuch von Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel. Auch seine Anglerfreunde kamen am Montag zum Gratulieren vorbei. Die komplette Familie wird dann am Wochenende, wenn alle mehr Zeit haben, Hans Tampes Ehrentag gebührend nachfeiern.

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