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Bildungsurlaub des Jugendbildungswerks in Berlin:

Migration, Handel und Globalisierung

Eine Gruppe junger Auszubildender der Kreisverwaltung Groß-Gerau erlebte kürzlich einen sehr anregenden Bildungsurlaub in Berlin. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU  – „Total Global - Migration, Handel und Globalisierung“ hieß ein Bildungsurlaub in Berlin, den das Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau in Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen angeboten hat. Warum migrieren Menschen? Wie funktioniert der globale Welthandel? Diese Fragen stellten sich die jungen Auszubildenden der Kreisverwaltung während des Bildungsurlaubs im April. Veranstaltet wurde dieser vom Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau in Kooperation mit Arbeit und Leben Hessen.

„Es war eine tolle Mischung aus theoretischen und praktischen Inhalten“ und es gab „viele neue und interessante Informationen“, resümierten zwei der Teilnehmenden. Das Programm wurde abwechslungsreich gestaltet. In Rollenspielen - wie zum Beispiel eine Welthandelssimulation -, durch Kurzfilme mit Gesprächen und in Diskussionen zu provokanten Thesen wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeregt, selbst Erfahrungen zu machen und Wissen zu sammeln. Auch wurden sie dazu herausgefordert, sich selbst zu positionieren und zu diskutieren.

Hinzu kamen eine Stadtführung zum Thema „Menschen ohne Papiere“ und Besuche von Organisationen. Dabei konnten die jungen Leute auch ihre Fragen stellen. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Jörg Cezanne (Die Linke) besuchten die jungen Erwachsenen am vorletzten Tag des Bildungsurlaubs den Bundestag und führten ein Gespräch mit dem Abgeordneten zum Thema Migration, Handel und Globalisierung.

Während der Tage in Berlin kam die Frage auf, ob der Einkauf von günstigeren Dienstleistungen im Ausland, durch entsendete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Europa stärkt oder nicht. Sicher ist, dass diese Menschen weniger Geld verdienen und unsicherere Arbeitsbedingungen vorfinden. Es kann sogar vorkommen, dass sie überhaupt kein Geld für ihre Dienstleistungen bekommen. Unfaire Arbeitsbedingungen werden für billige Waren und günstige Dienstleistungen in Kauf genommen, damit der Preis stimmt, sagt Alexandra Zerl vom Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, lautete der Titel eines Films zu Arbeitsausbeutung, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich ansahen und der sie sehr bewegte. „Diese Arbeitsbedingungen gibt es hier in Deutschland? Das hätte ich nicht gedacht“, reagierten die jungen Leute überrascht. Für sich persönlich und für ihr Arbeitsleben haben sie entschieden, dass es wichtig ist, Menschen, egal aus welchem Land sie kommen und ob sie die Sprache sprechen oder nicht, so zu behandeln, wie sie selbst gern behandelt werden möchten. Sie wünschen sich faire Arbeits- und Lebensbedingungen für alle in Deutschland.

Weitere Informationen zum Bildungsurlaub und zu anderen Angeboten gibt es beim Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau, Alexandra Zerl, Telefon 06152 989468, E-Mail jbw@kreisgg.de.

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