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Bild-Ideen zur Raupe Nimmersatt

Kreis stellt Kunstprojekt mit der MPS Trebur vor

Die Bilder zum Thema „Raupe Nimmersatt“ von Philipp Hübner, Marwa El Khatib und Hannah Hillmann (von links) von der MPS Trebur wurden von Landrat Thomas Will beim Präsentationstermin im Landratsamt Groß-Gerau besonders hervorgehoben. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Viele bunte Bilder und viele Kinder aus fünf Klassen der Jahrgangsstufe 5 bis 8 der Mittelpunktschule (MPS) Trebur ergaben ein buntes Bild am Mittwochvormittag im Georg-Büchner-Saal des Groß-Gerauer Landratsamts. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Projektarbeit im Kunstunterricht waren mit Lehrkräften, unter ihnen Konrektorin Marlena Stein und Künstlerin Heike Karcher, nach Groß-Gerau gekommen, um sich die verdiente Auszeichnung für ihre Arbeiten abzuholen. 

Die „Raupe Nimmersatt“ aus dem gleichnamigen Bilderbuch war Überschrift und Grundstein für das Projekt. Sie sollte im Kunstunterricht im Zusammenhang mit dem Ausbau des Frankfurter Flughafens betrachtet werden – als Metapher für ungebremste Ausbaumaßnahmen und den Hunger nach neuen Flächen. Fantasievoll und kreativ sind die aus diesem Impuls entstandenen Bilder der Kinder, die im Saal aufgehängt waren. Drei von ihnen hatte eine vierköpfige Jury, bestehend aus Mitgliedern der Initiative Zukunft Rhein-Main und des Fachbereichs Wirtschaft und Energie der Kreisverwaltung, als besonders gelungen ausgewählt. Die Werke von Philipp Hübner (Klasse 6Fc), Marwa El Khatib (Klasse 5Fa) und Hannah Hillmann (5Fb) standen denn auch auf der Bühne.  

Dort begrüßte Landrat Thomas Will auch die Gäste und lobte gleich zu Beginn: „Es ist bestimmt nicht einfach gewesen, sich mit diesem schwierigen Thema im Kunstunterricht zu befassen. Aber Ihr habt es der Jury dann ganz besonders schwer gemacht, eine Auswahl zu treffen – bei all den tollen Ideen.“ Ehe er die drei preisgekrönten Bilder beschrieb, erzählte der Landrat ein wenig von seinen Familienurlauben - mit dem Fahrrad, statt mit Flugzeug oder Auto. Und er regte angesichts der aktuellen Klima- und Umweltdebatten zum Nachdenken über Transportwege und eigene Verhaltensweisen an: Muss Mineralwasser aus anderen Ländern importiert werden oder haben wir nicht ausreichend regionales Wasser? Muss es auch im Winter jede exotische Frucht aus fernen Landen im Supermarkt zum Einkaufen geben? Werden die Waren, die um den halben Globus zu uns eingeflogen werden, fair produziert? Warum ist das Fliegen im Vergleich mit Bahnfahren so preisgünstig? Muss es immer der Flug in den Urlaub sein? 

Dass sich die Schülerinnen und Schüler bereits ähnliche Gedanken gemacht haben, zeigten die Bilder. Philipp hatte gemalt, wie die verfressene Raupe vor lauter Gier am Ende sogar Flugzeuge verschlingt – und sich daher am Ende nicht mehr in einen schönen Schmetterling verwandeln kann, sondern zum Flugzeug wird. Marwas Bild zeigt eine von Schmutz und Staub verdreckte Raupe – und weist damit auf die Belastung für Mensch und Umwelt hin, die auch von Flugzeugen ausgeht. Hannah dachte beim Thema nicht nur an Flugverkehr, sondern auch an die Bahn: Ein ICE fliegt auf ihrem Bild in die Raupe hinein. Die entpuppt sich daher am Ende als fliegender ICE. „Das Bild könnte nochmal die Wichtigkeit der Verlegung von Kurzstreckenflügen auf die Bahn verdeutlichen“, schreiben die Jurymitglieder dazu. 

Zum Lohn für ihren künstlerischen Einsatz erhielten am Ende alle Klassen 300 Euro als Preisgeld für die Klassenkasse – und für die jungen Gäste gab es vor und nach der Veranstaltung reichlich Brezeln, Obst und Eis. 

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